Fidschi
- Captain Cook Cruises - MV Reef Escape - Uprising Beach Resort
- Wananavu Beach Resort -
Mail: 09.10.2008
Fidschi – Eine Traumhochzeit
Am Anfang stand eine Idee. An einem lauschigen Frühsommerabend
auf der heimischen Terrasse ließ uns plötzlich der
Gedanke nicht mehr los, die mittlerweile elfjährige Beziehung
noch in diesem Sommer mittels Hochzeit auf soliden Grund zu stellen.
Das „Wie und Wo“ wurde lange diskutiert, und dank
einer Flasche guten Weines auch irgendwann am späten Abend
zum Abschluss gebracht: „Irgendwo am anderen Ende der Welt“ sollte
es stattfinden, und wenn, dann natürlich auch aus Respekt
vor der lokalen Kultur in der landesüblichen Tracht.
Meine bessere Hälfte schickte sich gleich am nächsten
Morgen an, die Zielregion etwas enger einzugrenzen und die hochzeitstechnischen
Voraussetzungen abzuklopfen. Schnell stieß sie dabei auf
Fidschi, was durchaus zu unserer Definition von am „anderen
Ende der Welt“ passte und sich zudem auch als äußerst
ideal erwies, was das Heiraten dort und die anschließende
Anerkennung hier anbelangt: Internationale Geburtsurkunden und
gültige Reisepässe genügen.
Bei ihren Recherchen stieß die Frau, die über mein
Leben verfügt, dann auch auf Jürgens BWT-Seite und
fragte dort auch gleich mal nach einem Angebot. Die Antwort kam
schnell (im Gegensatz zu der manch anderer Anbieter), und war
letztlich sowohl inhaltlich als auch preislich unschlagbar. Auch
unser Sonderwunsch, die Hochzeit in der landesüblichen Tracht
zu vollziehen, konnte Jürgen uns erfüllen. Einige Telefonate
und Emails später war die Sache dann in Sack und Tüten:
Am 13 September ging’s mit der Korean Air via Seoul nach
Nadi.
Zur Airline lässt sich wenig Nachteiliges berichten, der
Service war gut und die Maschinen zu unserer Freude halbleer.
Und für Freunde asiatischer Kost ist „Bi Bim Bap“ einfach
ein Muss!
In Nadi erwartete uns gleich der erste eindrucksvolle Kontakt
mit der lokalen Kultur. Die Mitarbeiterin des Capricorn-Hotels
brachte uns gleich zum Amt, wo wir die Heiratserlaubnis zu beantragen
hatten. Bislang hatten wir nur von der berühmten Gastfreundschaft
der Melanesier gelesen (und diese vielleicht etwas angezweifelt),
doch diese halbe Stunde im Bürgerbüro von Nadi setzte
gleich die richtigen Eindrücke für den restlichen Urlaub.
So freundliche Menschen habe ich in deutschen Ratsstuben bislang
noch nicht getroffen (und Zulus trägt hier natürlich
auch niemand bei der Arbeit, aber das ist wieder eine ganz andere
Geschichte).
Das Capricorn war für die erste Nacht goldrichtig gewählt,
Die Einrichtung war einfach, das Bett jedoch überdurchschnittlich
gut, und das Zimmer war super sauber. Überhaupt scheinen
die Insulaner großen Wert auf Sauberkeit zu legen. In keiner
Unterkunft gab es diesbezüglich etwas zu bemängeln.
Schön, dass uns auch der Jürgen gleich besuchte und
wir so manche Unklarheit persönlich abklären konnten.
Vorbildlich!
Der nächste Tag sollte
dann unser „Großer Tag“ werden. Schon bei der
Einschiffung gab uns Florian, der Hoteldirektor der MV Reef Escape,
den Ablauf der Trauung bekannt. In der Kabine erwartete uns neben
unseren Gewändern, den „Tapas“, auch eine Flasche
Sekt. Die Hochzeit sollte gleich auf der ersten Insel Tivua vollzogen
werden. Während die übrigen Passagiere zum Bräunen
an Land gebracht wurden, wickelte uns Besatzungsmitglied Sera
in unsere steifen Borkengewänder. Das Wort „Teletubbie“ fiel
in dieser Phase bereits mehrfach.
Zur Trauung an sich fällt mir dennoch nur ein Wort ein:
Traumhochzeit. Ein Tenderboot setzte uns nebst Kapitän Matthews
und einigen Besatzungsmitgliedern direkt am Strand ab, wo wir
dann auch gleich vermählt wurden. Ein riesiges Dankeschön
an dieser Stelle an Jürgen, sowie Florian und das Captain-Cook-Cruises-Team,
die dafür sorgten, dass wirklich alles zur rechten Zeit
am richtigen Platz war. Toll war auch die Idee, die Zeremonie
mit fidschianischem Gesang zu untermalen. Und wer kann schon
einen echten Kapitän als Trauzeugen vorweisen? Toll, diesen
Nachmittag werden wir wohl niemals vergessen.
Da unsere Hochzeit bei vielen Mitfahrern nicht unbemerkt geblieben
war, lernten wir in den folgenden Tagen nahezu alle anderen 42
Gäste des Schiffes persönlich kennen. Überhaupt
hatten wir eine tolle Gruppe von „Aussies“ und „Kiwis“ erwischt,
so dass die Kreuzfahrt wie im Flug verging. Die Landschaft und
die freundliche Besatzung tat ihr Übriges, und allein schon
der Käptn war mit seinem Unterhalter-Talent sein Geld wert.
Nach Abschluss der Kreuzfahrt ging’s dann mit etwas Wehmut
zur nächsten Station, dem Uprising Hotel. Hier sollte nun
der erholsamere Teil unserer Reise beginnen, da das Hotel mit
nur 12 Bures recht klein ist und zudem während unserer Abwesenheit
auch nicht gerade ausgebucht war. Unsere Hütte war geräumig,
gepflegt, mit Außendusche versehen und von einem schönen
Garten umgeben. Einen dicken Pluspunkt vergebe ich an den indischen
Küchenchef für seine hervorragenden Currys. Zudem lädt
der kilometerlange Strand zu romantischen Abendspaziergängen
ein. Einziger Wermutstropfen war in diesen Tagen nur das Wetter,
das uns mit reichlich Regen bedachte. Dass wir uns dennoch bei
trübem Regenwetter einen Sonnenbrand holten, soll den Lesern
dieses Berichtes als Warnung dienen. Die Sonne ist auf Fidschi
wirklich unerbittlich, und für ausreichenden Sonnenschutz
sollte stets gesorgt sein.
Der Wechsel von der Südküste
zum Norden ins Wananavu Beach Resort brachte uns auch wieder
zum Sonnenschein zurück. Ein sehenswerter, vor Blütenpracht
strotzender Garten umgibt die am Hang gelegenen Bures, und so
manche dem Europäer fremd anmutende Vogelart bietet sich
als Fotomotiv an. Auch das Wananavu war zu unserer Reisezeit
nahezu leer gefegt, was jedoch zu keinerlei nennenswerten Einschränkungen
beim Service führte. Überhaupt erwies sich das dortige
Personal als noch ein wenig eifriger als in den Stationen zuvor,
so dass auch diese letzte Woche unseres Urlaubs viel zu schnell
verging. Schade, dass das Wananavu etwas abgelegen liegt. Ein,
zwei Restaurants in fußläufiger Entfernung (wie beim
Uprising) wären nicht schlecht.
Als Fazit muss ich feststellen, dass
dieser Urlaub es in unserer persönlichen Rangliste auf den vordersten Platz geschafft
hat. Fidschi kann nicht mit Kulturschätzen protzen, punktet
aber mit seiner Freundlichkeit und seinen Landschaften. Ein
Land, in das man gerne zurückkehrt. Und unsere Hochzeit
war wirklich traumhaft schön. Danke noch mal an Jürgen
für die tolle Organisation und sein persönliches
Engagement. Ich hoffe, dass wir uns bald mal wieder sehen werden.
Ni sa Moce.
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