Ihr Lieben, bitte nehmt
uns nicht uebel, dass wir Euch allen mit einer E-mail danken,
aber wir sind gerade ziemlich ueberwaeltigt von den vielen
Glueckwuenschen! Da steht man im strahlenden Sonnenschein auf
der Jetty, sagt JA und kann sich die Traenen gerade noch verdruecken
und dann sitzt man hier im Internetcafe zwischen lauter computerspielenden
Kids mit diversen Soundeffekten im Hintergrund, liest die Post
und Gaestebucheintraege von Euch und faengt an zu heulen -
SUPER :)
Vielen, vielen Dank!
Lolomas
Sten & Grit
Fiji: Ein
schlauer Mann hat einmal gesagt: "Wir haben kreuz und quer nach
dem fijianischen Wort für *Hasta manana* (bis morgen) gesucht, aber
haben herausfinden müssen, dass es hier in Fiji keinen Begriff für
etwas so dringendes gibt." Das trifft genau ins Schwarze. Das ist
Fiji! Wir haben auf unserer Reise schon viele Traumstrände gesehen,
viele kunterbunte Tauchgründe, viele atemberaubende Landschaften.
Aber so entspannte, so offene und so herzliche Menschen sind uns noch
nirgends begegnet. Schon als wir in Nadi ankommen, haben wir das Gefühl,
direkt in die Gemeinschaft aufgenommen worden zu sein. Aus jeder Ecke
wird uns ein freundliches "Bula" (Hallo) entgegengerufen. Es
ist der Abend des Queens Birthday - ein Feiertag in Fiji und ein guter
Grund für die Locals das ein oder andere Schälchen Kava zu
leeren. Kava ist hier Nationalgetränk mit alkoholähnlicher
Wirkung und einer großen zeremoniellen Bedeutung. Das müssen
wir auch mal probieren. Einen Grund Kava zu trinken finden die Fijianer
angeblich überall und ständig.
Uns verschlägt es zuerst an die Coral Coast im Süden
von Vitti Levu, der größten Insel Fijis. Mit einem
für hier typischen Open-Air-Bus tuckern wir entlang der
Queens Road bis nach Korotogo. Ein langes Korallenriff schützt
hier die knallgrüne Küste. Wir sind die einzigen
Weißen im Bus. Mit uns reisen die ausnahmslos großgewachsenen
Fijianer mit ihren beeindruckenden Afro-Haarprachten und ein
paar Inder, deren Vorfahren vor mehr als 100 Jahren als Arbeitskräfte
für den Zuckerrohranbau nach Fiji gebracht wurden. Die
Korallenküste empfängt uns mit ströhmendem Regen.
So hatten wir uns die Südsee nicht vorgestellt.
Als wir genug von Wasserwaten
haben, flüchten wir nach
Nananu-i-ra. Auch die kleine Insel im Norden Vitti Levus liefert
anfangs täglich eine tropische Regendusche. Aber von Tag
zu Tag wird das Wetter besser. Der Wind bläst, die Sonne
strahlt. Das ist Südsee-Feeling. Wir sind so oft wie möglich
auf dem Wasser und kiten durch die leuchtendblaue Bucht. Wenn
gerade kein Wind ist, trinken wir mit den anderen Kitesurfern
Windbier (Fiji Bitter), feiern Polterabend oder heiraten (http://www.sonnemeerundschnee.de/cms/index.php?id=64,0,0,1,0,0).
Nananu-i-ra ist trotz der Nähe zur Hauptinsel ziemlich
abgeschieden und einsam. Die Telefonverbindung funktioniert
nur, wenn der Generator für den Funkmasten gerade Diesel
hat, was nicht häufig vorkommt. Der Strom auf der Insel
wird um 22 Uhr abgestellt. Südsee eben.
Unser nächstes Ziel
erreichen wir mit einer nichtendenwollenden Bus- und Fährpassage.
Der Straßenbelag ist mindestens so rauh wie die See.
Durchgeschüttelt und müde landen wir auf Ovalau
in Levuka, der ehemaligen Hautstadt Fijis. An diese Zeiten
erinnert nichts mehr. Levuka wirkt eher wie ein altes Dorf
im Wilden Westen. Gemütlich. Spätestens nach
unserem Besuch des sonntäglichen Gottesdienstes -
hier eher ein großes Familienfest - kennt uns jeder
und grüßt uns mit "Bula Germans".
Sogar die Ergebnisse der Fußball-WM werden uns allmorgendlich
auf der Straße mitgeteilt.
Schon das macht Levuka besonders. Aber das ist lange noch nicht
alles, was die Gegend zu bieten hat. Ebi aus dem Clan
der Chief-Advisers (dem höchsten Clan in der alten
Fijianischen Gesellschaftsordnung) füttert uns
mit spannenden Geschichten über sein Volk, zeigt
uns sein Dorf Lovoni und weiht uns in die Urwaldpflanzenheilkunde
ein. Hier wächst ein Kräuterchen gegen jedes
Wehwehchen. Beim Tauchen sehen wir trotz rauher See
jede Menge bunte Tropenfische und ziemlich große
- beeindruckende - Riffhaie.
Und
als wir schon dachten, es ginge nicht besser, bringt uns
der Zufall nach Leluvia.
Die Insel liegt zwischen Vitti Levu und Ovalau und ist winzig.
In 15 Minuten sind wir einmal rundherum gelaufen. Der weiße
Sandstrand gehört uns ganz alleine - wir sind die einzigen
Gäste. Wenn gerade kein Wind ist, schnorcheln wir durch
bunte Korallen und beobachten Seeschlangen bei ihrem Sonnenbad.
Meist ist aber Wind - viel Wind. Und Sonnenschein. Unsere
kleinsten Kites tanzen am Himmel und wir hüpfen übers
Wasser. Das Dauergrinsen, das wir schon seit unserem ersten
Tag in Fiji haben, wird immer breiter. Wir wollen gar nicht
mehr weg. Und das, obwohl wir nichtmal Kava probieren konnten
- ein guter Grund wiederzukommen!
Der grosse Tag:
Mit einem windlosen Tag am
Strand in Malaysia fing alles an - dort haben wir's entschieden.
Dann waren da ein talentierter Goldschmied in Laos, unzaehlige
Klamottenlaeden in Thailand, ein schneller Schneider auf
den Philippinen, leckerer Wein in Australien und ein unglaublich
maechtiger Talatala (Pastor) auf Nananu-i-ra/Fiji. Und schon
war es passiert - Sten ist mein Exfreund! Vorbei ist's mit
dem Junggesellendasein. Wir sind unter der Haube - Mann und
Frau. Und: 1. hat es gar nicht wehgetan, 2. haette der Tag
nicht besser sein koennen.
Als wir am Morgen des 21.06.
aufwachen, strahlt die Sonne vom wolkenlosen Himmel. Der
Wind blaest so stark, dass er die liebevoll arrangierte Deko
aus Palmenblaettern und Hibiskusblueten zerzaust, Sten und
mir aber noch zwei Stunden Kitesession beschert bevor es
ernst wird. Ab 12 Uhr laeuft der Countdown. Wir trinken noch
einen letzten Kaffee, werfen uns in Schale und dann geht
es los. Geheiratet wird auf dem Holzsteg, der aufs Meer hinausfuehrt
(Jetty). Dort warten schon der Talatala, ein paar Kitesurf-
und Surfkollegen und unsere Trauzeugin Tima auf uns. Mit
seiner kraeftigen Stimme fuehrt uns der Pastor durch die
beruehrende Zeremonie. Wir geniessen den Blick ueber das
blaue Wasser, sehen die ein oder andere Traene ueber Timas
braune Wangen rollen und haben schon Kraempfe in der Gesichtsmuskulatur
vor lauter Glueck. Sten steht vor mir in seiner Piratenkluft,
barfuss versteht sich, ein Mangroven-Salusalu um den Hals
und sieht einfach grossartig aus! Wir halten uns fest an
den Haenden waehrend wir uns die ewige Treue schwoeren. Ganz
ehrlich, ich haette nie gedacht, dass Heiraten so schoen
sein kann.
Eine halbe Stunde spaeter ist es dann amtlich. Die Ringe sind
getauscht, die Hochzeitsurkunde ist unterschrieben und
der frischgebackene Kuchen aufgegessen. Die frischgebackenen
Eheleute spazieren ueber die winzige Insel und versuchen
herauszufinden, ob jetzt irgendwas anders ist. Aus allen
Ecken toent es 'Bula' und 'Congratulations'. Wir haben
den Eindruck, dass sich wirklich jeder mit uns freut. Alle
versuchen uns irgendwie zu verwoehnen - mit kleinen Geschenken,
herzlichen Wuenschen und vor allem mit unglaublich viel
leckerem Essen. Die Maedels vom MacDonald Beach Cottage
(Aehnlichkeiten mit existierenden Fastfoodketten sind keine
vorhanden) zaubern ein beeindruckendes Candlelight Dinner
- vier Gaenge aus Fisch, Languste und Kaesekuchen - nacheinander.
Dick- und vollgefressen beschliessen wir den Tag mit einem
Bier und einer Zigarre auf der Jetty. Unsere nackten Fuesse
baumeln ueber dem Wasser. Ueber uns strahlen 'millionentausend'
Sterne. Hier gibt es kein elektrischen Licht, das die Sicht
auf den Nachthimel stoeren koennte. Und als wir da so sitzen,
stellen wir fest, dass Heiraten richtig Spass macht. Es
ist zwar eigentlich nichts anders als vorher, aber irgendwie
dann doch. Und weil wir das mit Euch teilen wollen, gibt
es ein grosses Fest wenn wir wieder zu Hause sind! Putzt
schonmal die Tanzschuhe!
Vielen Dank an Maren und Juergen von www.suedsee.com, die uns
bei Orga und Papierkram geholfen haben und dem Team vom
MacDonald Beach Cottage fuer die wunderschoene Zeit auf
Nananu-i-ra!
VINAKA VAKA LEVU Grit & Sten,
wir haben - Euer Einverständnis vorausgesetzt - Eure
Original-Links und auch die Berichte in unsere Seite kopiert,
damit möglichst
viele Besucher unserer Seite daran teilhaben können.
Mehr bleibt dazu nicht zu sagen. Einfach ein Traum von Hochzeit
...
Einen Dank auch noch an Euch ... hättet Ihr nicht eine
ganz einfache Hochzeit haben wollen, wäre ich nie auf
die Idee gekommen das MacDonalds zu fragen ob Sie für
uns so etwas machen würden. Mittlerweile hatten wir
dort schon die zweite Hochzeit und zwei weitere sind schon
gebucht.