Innen- und Aussenpolitik(Stand
Dez. 03 / Jan. 04):
Wir übernehmen keine Gewähr für die Richtigkeit
und Vollständigkeit der Angaben, da diese über die vergangenen
zwei Jahre aus verschiedenen Quellen zusammen getragen wurden.
INNENPOLITIK:
Staatsaufbau:
Der amtierende Präsident ist Ratu Josefa Iloilo. Das Staatsoberhaupt wird
in der Republik Fidschi Inseln vom Great Council of Chiefs (Großer Häuptlingsrat)
für jeweils 5 Jahre gewählt. Der Great Council of Chiefs hält
dazu eine Versammlung mit allen hochrangigen Häuptlingen der 14
Provinzen und Repräsentanten der Provinzräte ab.
The Hon. Laisenia Quarese ist derzeitiger Regierungschef, ein Premierminister
und vom Präsidenten ernannt.
Aus den Reihen der Parlamentsmitglieder wird das Kabinett vom Premierminister
zusammengestellt. Dieses Zweikammernparlament besteht aus dem Senat (einer Versammlung
von 32 Sitzen) und dem Repräsentantenhaus, welches über 70 Sitze verfügt.
Die Senatoren werden werden wie folgt ernannt:
14 durch den Great Council of Chiefs
9 durch den Premierminister,
8 durch den Oppositionsführer
und 1 durch den Rat der Insel Rotuma
Die Abgeordneten werden vom Volk auf 5 Jahre gewählt, wobei eine festgelegte
Mindestzahl von Sitzen von der Verfassung festegelegt ist: Fidschianer = 23,
Inder = 19, andere ethnische Gruppen = 3, Rotuma = 1 und offen = 24)
Nach den letzten Wahlen am 25.08.2001 hat sich folgende Verteilung der Sitze
ergeben:
Soqosoqo Duavata ni Lewenivanua (SDL)
= 32 Sitze
Fiji Labour Party (FLP)
= 27 Sitze
Matanitu Vanua (CAMV)
= 6 Sitze
National Labour Unity Party (NLUP)
= 2 Sitze
United General Party (UGP)
= 1 Sitz
National Federation Party (NFP)
= 1 Sitz
Unabhängige
= 2 Sitze
Die gesamte Republik ist in 4 Bezirke untergliedert (Central = Zentral Fidschi,
Eastern = Östliche Gebiete, Northern = Nördliche Gebiete und Western
= Westlicher Bereich (eine
Karte zur Aufgliederung finden Sie im Archiv über den Coup vom 19. Mai 2000).
Diese 4 Bezirke bestehen aus insgesamt 14 Provinzen.
Die Insel Rotuma kommt als Gebiet mit Sonderstatus hinzu.
Justizwesen:
Die Fidschi Inseln verfügen über ein unabhängiges Gerichtswesen
mit einem High Court, einem Court of Appeals und einem Supreme Court. Die Native
Lands Commission entscheidet ebenfalls über traditionelle Bräuche und
Grundstücksangelegenheiten betreffende Fragen.
Sicherheitspolitik
Die Fidschi Inseln haben eigene Streitkräfte und sind kein Mitglied militärischer
Bündnisse. Die Mannschaftsstärke liegt bei etwa 3.800, die sich in
Heer und Marine aufteilen.
Durch die Bereitstellung von fidschianischen Kontingenten für die VN-Friedenstruppen
im Libanon, Bougainville (Papua Neuginea) und in anderen Krisengebiten hat sich
Fidschi internationale Anerkennung erworben.
Eine enge militärische Zusammenarbeit bestand mit Neuseeland, wurde aber
nach dem Putsch im mai 2000 ausgesetzt. Trotz mittlerweile wieder ersten Kontakten
zwischen den Militärs beider Staaten, steht eine formelle Wiederaufnahme
der Zusammenarbeit noch aus.
In 2000, dem „Jahr es Coups” betrugen die Militärausgaben etwa
5,3% des gesamten Staatsetats.
AUSSENPOLITIK:
Grundlegendes
zur Außenpolitk:
Die Fidschi Inseln unterhalten im Gegensatz zu den meisten anderen pazifischen
Inselstaaten ein gut ausgebautes Netz von internationalen Beziehungen. Zu 70
Staaten bestehen diplomatische bzw. konsularische Beziehungen und 14 Staaten
haben eine eigene Präsenz in der Hauptstadt Suva: Australien, Neuseeland,
USA, Indien, Japan, Frankreich (Vertritt auch die EU), die Republik Korea, Malaysia,
Großbritannien, Volksrepublik China und weitere.
Verschiedene Beziehungen zu einzelnen Staaten:
Zur ehemaligen Kolonialmacht Großbritannien unterhalten die Fidschi Inseln
eine enge traditionelle Beziehung. Auch zu den politisch und wirtschaftlich bedeutsamsten
Regionalmächten, Australien, Neuseeland und Japan pflegt Fidschi enge Beziehungen.
Nach dem Putsch im Mai 2000 hat es eine Reihe von Sanktionen seitens Australien
und Neuseeland gegeben. Mittlerweile, nach den Parlamentswahlen im August 2001
und der Verurteilung des Coup-Anführers George Speight, sind die Beziehungen
wieder auf dem Weg der Normalisierung.
Wie auch die USA unterhält auch Frankreich, zu welchem sich die Beziehungen
in den letzten Jahren sichtbar verbessert haben, eine Regionalbotschaft in Suva.
Traditionell wichtige Handelspartner (Export von Zucker) der Fidschi Inseln sind
Singapur und Malaysia sowie auch die Republik Korea und Taiwan. Durch die Intensivierung
der Beziehungen zu Taiwan wurde das Verhältnis zur Volksrepublik China kurzzeitig
gespannt. Dennoch will Fidschi in Peking eine Botschaft eröffnen.
Beziehungen
zu Staaten in der Region (Südsee):
Gutnachbarliche Beziehungen unterhalten die melanesisch geprägten
Fidschi Inseln neben der Mitgliedschaft zur „Melanesian Spearhead
Group” auch zu den polynesischen und mikronesischen Pazifikstaaten.
Durch eigene Botschafter sind Tuvalu, die Marshallinseln und Papua
Neuguinea in Suva vertreten.
In den Pazifikstaaten werden die fidschianischen Interessen dagegen durch den
sogenannten „Roving Ambassador („Wander-Botschafter") to the
Pacific Islands Forum Countries” wahrgenommen.
Außenpolitik im multilateralen
Rahmen:
Als Mitglied zahlreicher internationaler Organisationen wie z.B. den Vereinten
Nationen, der WTO (Welthandelsorganisation) und der ADB (Asiatische Entwicklungsbank)
achten die Fidschi Inseln in ihrem Abstimmungsverhalten auf die Solidarität
mit den anderen Ländern der Dritten Welt. Aktiv beteiligt war Fidschi unter
anderem auch an der VN-Seerechtskonferenz und anderen internationalen Konferenzen.
Ende 2001 wurde die vorübergehend suspendierte Mitgliedschaft im Commonwealth
von 2000 (Auswirkungen des Coups) wiederhergestellt.
Die Fidschi Inseln sind Mitglied der wichtigen pazifischen Regionalorganisationen,
darunter dem Pacific Islands Forum (PIF) und dem Sekretariat der Pazifischen
Gemeinschaft (SPC). Die Universität des Südpazifik hat ihren Sitz in
der Hauptstadt Suva.
Die Europäische Union unterhält in Suva eine Delegation für den
südpazifischen Raum.