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Korrespondenz mit Herrn Leistner:
 
Unser mail vom 04.08.2000 Bula Herr Leistner,
eigentlich waren wir hier ziemlich überrascht, als das Militär plötzlich anfing Ernst zu machen.
Wer nun dahinter steckt, kann man hier auch nicht sagen, aber wir vermuten, daß es wohl ein bißchen Druck aus dem Ausland auf die richtigen Stellen gegeben hat. Weiterhin vermute ich, daß Speight und seine Gruppe den Bogen überspannt haben und dann kommt halt dieses Feedback.

Zur Zeit ist das Militär dabei die Unruhegebiete auf Vanua Levu zu kontrollieren. Leider gab es dabei gestern abend auch schon einen Toten. Dieser hatte auf die Soldaten gefeuert und bei der Erwiderung wurde er so schwer verletzt, daß er auf dem Weg ins Krankenhaus starb.

Das andere Problem ist, so unglaublich es klingt, das Internet. Es laufen so viele unberechtigte Warnungen über das Reisen nach Fiji durch die Weiten des Netzes, da werden schon einige abgeschreckt. Laut den Zahlen für Juli sind nach ca. 38.000 Besuchern im Juli 99 dieses Jahr nur 12.000 Besucher gezählt worden.

Wenn allerdings selbst das AA in Berlin solche Warnungen:

**********************
Fiji: Stop-Over unbedingt umplanen/umbuchen !!
[BERLIN] - 29.07.00: Wir haben fuer Sie die derzeitige offizielle Empfehlung des Ausweartigen Amtes recherchiert.

„Die Bundesregierung beobachtet die Vorgaenge auf Fidschi aufmerksam. Eine weitere Verschaerfung der Lage kann nicht ausgeschlossen werden. Es wird daher bis auf weiteres von allen Reisen nach Fidschi grundsaetzlich abgeraten. Auf Fidschi lebende deutsche Staatsangehoerige sollten ernsthaft eine voruebergehende Ausreise in Betracht ziehen, solange dieses noch mit kommerziellen Fluegen moeglich ist.”

Reisende nach Indonesien sollten bereits vor der Abreise die politische Entwicklung in Indonesien genau beobachten. Es wird ferner empfohlen, sich in Indonesien von Demonstrationen und groesseren Menschenansammlungen jeder Art fernzuhalten und sich in der englischsprachigen Tagespresse (z.B. Jakarta Post, Observer) ueber die jeweilige aktuelle Lage zu informieren.

(Quelle: http://www.auswaertiges-amt.de/5_laende/fid/reiseh.htm) ********************
==> wir übernehmen keine Gewähr --- Stand September 2005 = diese Quelle existiert nicht mehr!

verbreitet, ist es nicht verwunderlich, daß keiner nach Fiji will.

Nach Rücksprache mit unserem Honorarkonsul entbehrt diese Warnung jeder Grundlage und soll nach letzter Rücksprache auch sofort geändert werden.

Ich glaube mit der Idee des eigenständigen Weststaates, soll von dieser Seite nur Druck gemacht werden, allerdings darf man nicht
vergessen, Geld hier in Fiji wird zum großen Teil in dieser Region verdient. Ich habe mich mit einigen Leuten (Inder/Fijianer) im Bereich Nadi unterhalten, diese wollen eigentlich nur ihrer Arbeit nachgehen, Geld verdienen und leben. Nach deren Aussage ist der Bereich Tailevu schon immer ein Unruheherd gewesen.

Wir müssen abwarten, inwieweit sich die Lage hier in Fiji wieder verbessert, ändern können wir nichts, außer mitzuhelfen, ein paar Touristen ins Land zu bringen.

Gruß aus (zur Zeit) rainy Fiji

Jürgen Schweinberger

Mail von Herrn Leistner am 03.08.2000 Hallo Herr Schweinberger,
ich war schon wieder einige Tage unterwegs und habe mich gerade auf Ihrer Seite über den Stand der Dinge informiert.
Es scheint ja doch wieder eine Aussicht auf die Rückkehr zu zivilisierten Verhältnissen zu geben, wobei die Idee eines eigenständigen „Weststaates” einigermassen abenteuerlich erscheint.
Tarakinikini hatte ja, während ich in Fiji war, angekündigt, dass nach Abschluss der Geiselnahme hart durchgegriffen würde. Ich habe das zuletzt nicht mehr geglaubt. Es wäre schon interessant zu erfahren, ob das lange Zögern nur eine clevere Taktik war oder es irgendeinen Druck -womöglich von aussen- gegeben hat, der zu dieser Entwicklung geführt hat.
Wie ist denn Ihr Eindruck bezüglich des Zustandes der Wirtschaft; erscheint eine schnelle Erholung -im Tourismus und anderswo- vielleicht doch möglich? Das wäre ja vermutlich eine Voraussetzung, um langfristig politisch stabile Verhältnisse herstellen zu können.
Jedenfalls bin ich sehr gespannt auf die Entwicklung der nächsten Wochen. Es würde mich freuen wieder von Ihnen zu hören.

Mit freundlichen Grüssen

k. leistner

Mail von Herrn Leistner am 24.07.2000 Hallo Herr Schweinberger,

ich war zwei Tage unterwegs, konnte nicht gleich antworten. Meine Freunde sind noch da, haben aber genug von den Zuständen und machen erst einmal ein bisschen Urlaub irgendwo auf den outer islands. Zur Zeit scheint ja, abgesehen von den power cuts, das unangenehmste zu sein, dass einfach nichts wirklich passiert, zumindest niemand etwas genaues weiss. Inzwischen lässt auch das Interesse an Nachrichten aus Fiji in Europa nach. Seit der Freilassung der letzten Geiseln habe ich in keiner der grossen Tageszeitungen eine weitere Meldung gesehen. Da ich aus Zeitgründen nicht immer im Internet schauen kann und meine Freunde auch nichts konkretes wissen, bin ich zur Zeit schlecht informiert. Ich muss allerdings auch sagen, dass mein persönliches Interesse an Fiji angesichts der noch laufenden Vorgänge nicht mehr sehr stark ist, es geht mir im Grunde nur noch um das Wohlergehen meiner Freunde. Persönlich hat es mir zuletzt in Neukaledonien sehr gut gefallen. Ich glaube, ich werde mein Interesse in nächster Zeit eher dorthin wenden.

Ihnen weiterhin viel Glück, bis zum nächsten Mal

mit freundlichen Grüssen

k. leistner
Unser mail vom 21.07.2000 Hallo Herr Leistner,

„es ist schon ganz schön lustig hier in Fiji, wenn die Lage nicht ganz so ernst wäre.”
Zur Zeit bleibt uns nichts anderes übrig, als Touristen von einer Reise nach Fiji abzuraten. Haben Sie schon neue Nachrichten von Ihrem Freund in Suva?
Hat er das Land schon verlassen?Er kann ja, wenn er möchte, mal mit uns Kontakt aufnehmen. Zur Zeit ist zwar alles ruhig, aber die Situation ist reichlich angespannt.
Nachdem nun die Vereidigung der neu ernannten Regierung auf unbestimmte Zeit verschoben wurde, die ehemalige Regierung auf der Westseite der Insel starken Rückhalt genießt und dort wahrscheinlich regieren will, weiß man nicht was man von der ganzen Lage halten soll.
Wir haben zwar hier in Pacific Harbour unsere Ruhe, doch ganz ehrlich, so richtig wohl fühlen wir uns auch nicht mehr.
Was ich nicht verstehen kann, ist diese Denkensweise verschiedener Leute hier. Personen, die 8 Wochen lang Geiseln genommen, Leute getötet haben und das Land langsam aber sicher in den Ruin treiben, gehen straffrei aus, während z.B. Leute die zu schnell gefahren sind, schön brav ihr Ticket bezahlen müssen. Es ist schon ein wenig anders, als man das aus der „zivilisierten” Welt gewohnt ist.

Inwieweit die ganze Situation weiter an Schärfe zunimmt, ist schlecht zu sagen. Die Gruppe um George Speight will mit aller Gewalt eine Regierung ihrer Vorstellung durchdrücken, nun soll auch der von den Militärs ernannte und vom neuen Präsidenten bestätigte Premierminister auf Drängen der Terroristen ausgetauscht werden.
Im Westteil der Insel laufen Gerüchte, nach denen sich dieser Teil der Insel abspalten und eine eigenen Staat ausrufen will. Wie gesagt, es ist alles so ungewiß und für uns natürlich nicht minder demotivierend. Wir werden abwarten müssen.
Diese ganze Sache hat nichts mit Rechten für die eingeborenen Fijianer zu tun, sondern nur mit der Gier nach Macht und Geld einiger Leute, wie G.Speight usw. Außerdem sollte man bedenken, das Mr. George Speight selber kein „Ur”-Fijianer ist, sondern nur ein „Halbblut”.
Dies soll nur eine kurze Einschätzung der Lage von unserer Seite aus sein, da sich ansonsten hier nicht allzu viel bewegt.

Gruß aus sunny Fiji

Jürgen Schweinberger


Antwort von Herrn Leistner vom 18.07.2000 Guten Abend Herr Schweinberger,

nachfolgend nochmals meine Antwort vom 13.07. Da ich geschäftlich unterwegs war, hatte ich seit Freitag keinen Kontakt zu meinen Freunden und bin auch sonst nicht auf dem aktuellen Stand der Dinge, so dass ich z.Zt. nichts hinzuzufügen habe. Ich habe lediglich die Einschätzung des BBC-Korrespondenten auf deren Website gelesen, dass nunmehr wohl auf Grund der zu erwartenden Zusammensetzung der neuen Interimsregierung mit der Erarbeitung einer auf rassistischen Grundsätzen aufbauenden Verfassung zu rechnen ist, die allen ausser den ethnischen Fijianern und den Parteuropeans bestenfalls eine Langzeitgästerolle ohne fundamentale demokratische Rechte zuweisen wird. Jedenfalls bis zum nächsten Coup, mit dem nach inzwischen guter fijianischer Tradition dann gerechnet werden kann, wenn einigen Leuten klar geworden sein wird, dass man sich von sog. indigenous rights alleine weder Autos noch Fernseher noch sonstige den Lebensstandard erhöhende Wohltaten gönnen kann ohne zuvor verinnerlicht zu haben, wie eine monetär organisierte Gesellschaft funktioniert. Denn nur vor dem Hintergrund der scheinbaren materiellen Benachteiligung der „Einheimischen” ist die offensichtlich doch breite Unterstützung Speights verständlich und erlaubt diesem Bankrotteur sich mit dem Geld seiner Hintermänner zu sanieren.

Ich denke, dass er selbst zunächst keinen originären Drang hat, eine wirklich politische Rolle zu spielen. Nicht umsonst betont er ja ständig das zu tun, was „seine Leute” von ihm erwarten, ggf. eben auch wieder in der Versenkung zu verschwinden.

Aber hier nun die alte Antwort:
Zunächst einmal freue ich mich über die Korrespondenz und bedanke mich für die fortlaufenden und schnellen Informationen, insbesondere angesichts der sicherlich auch für Sie schwierigen Situation. Ich habe heute früh (CET), etwa zeitgleich mit meiner letzten Mail mit einem Freund in Suva telefoniert, dessen Haus sich innerhalb der militärischen Schutzzone in Domain befindet. Etwa fünf Minuten nachdem die Nachricht über die Freilassung der restlichen 18 Geiseln verbreitet worden war. Er hatte zu dieser Zeit weder Strom noch Wasser, was wohl mit der Übernahme des Dammes durch die Landbesitzer zu tun hat. Dieser Freund lebt seit 10 Jahren in Fiji und hat nach meiner Überzeugung - ohne selbst materiell dabei wesentlich profitiert zu haben - sehr viel für das Land getan.
Noch bei einem Treffen in London an Sylvester hatte er mir gesagt, dass er wohl endgültig in Fiji bleiben werde, da ihn mit Europa innerlich nichts mehr verbinde. Ihm schien die Situation heute so bedrohlich, insbesondere auch für die Kinder, dass er das Land innerhalb der nächsten 36 Stunden endgültig verlassen wollte, wenn sich im Laufe des Tages nicht eine entscheidend positive Wende ergeben sollte. Da dieser Freund schon nahezu 20 Jahre in der Region lebt - u.a. mehrere Jahre auf den Solomon Islands - und als absolut profunder Kenner der gesamten Region, insbesondere auch der kulturellen Traditionen gerade auch bei der einheimischen Bevölkerung anerkannt ist, gibt mír seine Frustration doch sehr zu denken. Es würde mich für alle, die dieses Land eigentlich lieben, wirklich freuen, wenn seine Einschätzung sich als falsch erweisen würde; ich glaube daran allerdings z.Zt. auch nicht mehr.

Dennoch weiterhin viel Glück,

mit freundlichen Grüssen

k. leistner

Unsere mail vom 14.07.2000 Hallo Herr Leistner,

heute abend sieht die Situation schon ein wenig besser aus. Auf Druck des Great Council of Chiefs, wurden heute Nachmittag die letzten Geiseln entlassen. Außerdem wurde die sofortige Räumung der Straßensperren angeordnet. Als Staatspräsident (Interim) wurde Tui Vuda Josefa Iloilo ernannt. Morgen sollen nun die Waffen an das Militär zurückgegeben werden. Wir hoffen, daß das Land nun wieder den richtigen Weg einschlägt, am besten würde man das vom Militär eingesetzte Interim-Gouvernment bestätigen.
Dies würde wahrscheinlich, dem nun auf der Abschußliste stehenden George Speight nicht gefallen.
Wir werden abwarten und sehen wie sich die Situation weiterentwickelt. Unsere Warnungen resultieren aus der Übernahme einiger Resorts durch „Grundbesitzer”. Die von Ihnen angesprochene Geiselnahme von Touristen kann ich so nicht bestätigen, aber Turtle Island wurde übernommen und es kann sein, daß man diese Gäste meinte. Aber von einer direkten Geiselnahme von Touristen ist uns nichts bekannt und wurde auch hier in den Medien nicht erwähnt.
Wir müssen nun abwarten wie sich hier alles entwickelt, hoffen wir für
Fiji das Beste.

Gruß aus Fiji

Jürgen Schweinberger

Antwort von Herr Leistner vom 13.07.2000 Sehr geehrter Herr Schweinberger,

selbstverständlich können Sie meine Meinung veröffentlichen, mit oder ohne Quellenangabe. Geschäftsfreunde, die wussten, dass ich in Fiji war, haben mir gestern berichtet, sie hätten im Internet gelesen, dass angeblich 40 Touristen als Geiseln genommen worden seien. Ich kann es kaum glauben. Wir haben uns in Pacific Harbour nicht getroffen; ich bin auf dem Weg von/nach Suva nur durchgefahren. Die ganze Sache berührt mich wirklich auch emotional, ich fasse es einfach nicht.
Kurze Ergänzung zu meiner letzten Mail: Ich war letzte Woche auch zwei Tage in Neukaledonien. Hoteliers dort haben mir berichtet, dass sie einen signifikanten Anstieg von Besuchern haben, deren Reisebüros ihnen Umbuchungen von geplanten
Fiji-Reisen nahegelegt haben.

Viel Glück weiterhin,

mit freundlichen Grüssen

k. leistner

Unsere Antwort vom 13.07.2000 Hallo Herr Leistner,

vielen Dank für Ihre Mail.

Kann es sein, daß ich Sie in Pacific Harbour getroffen habe? Vom Zeitpunkt würde es hinkommen.
Unsere Frage ist nun, inwieweit wir Ihre Mail mit Quellenangabe verwenden dürfen, um nicht nur unsere Meinung und Ansicht zu präsentieren.
Seit heute wird auf unserer Web-Page vor Reisen nach Fiji gewarnt, da sich die Situation dramatisch zuspitzt. Es werden nun von den sogenannten „Landbesitzern” auch die ersten Resorts übernommen. Tarakinkini, soll lt. einigen Meinungen hier vor Ort auch auf der falschen Seite (Speight) stehen.
Gestern wurden 9 Geiseln entlassen und wie es nun scheint, werden die anderen Geiseln wohl nicht, wie im „Vertrag” festgelegt, heute entlassen.
Die ganze Situation hier in Fiji kann von Außenstehenden/Nicht-Fijianern wahrscheinlich nicht begriffen werden.
Wir hoffen zwar das Beste, aber wir werden unseren Gästen weiterhin die Wahrheit über die Situation in Fiji nicht verschweigen.

Gruß aus Fiji

Jürgen Schweinberger

Antwort von Herrn Leistner am 11.07.2000, nachdem er selber in Fidschi war Sehr geehrte Frau Mucha,
vielen Dank für Ihre Antwort.
Inzwischen war ich selbst einige Tage in Fiji und muss sagen, dass mich die Vorgänge doch einigermassen erschüttern, auch wenn Privatreisende praktisch nicht betroffen sind. Speziell dieser nur durch Erpressung erzielte Vertrag - der Ausdruck verbietet sich eigentlich- belegt, dass in Fiji fundamentale Werte, die inzwischen ja nicht mehr nur westliche sind, nur wenig oder gar nichts zählen. Betrofffen hat mich bei meinem Besuch letzte Woche insbesondere, dass Mitglieder selbst der kleinen Business-Elite einheimischer Fijianer - zumindest die, die ich getroffen habe- Speight inhaltlich unterstützen und auch gegen die Methoden nicht viel einzuwenden haben, geschweige denn die Mehrheit der einfachen Leute. Als Konsequenz werden einige meiner Freunde, die sich in den letzten 10 Jahren sehr stark, z.B. im Gesundheitswesen, engagiert haben, ihre Verträge nicht verlängern und zum Jahresende das Land endgültig verlassen. Für mich selbst war dies wohl auch der für lange Zeit letzte Besuch. Ich denke, das Land wird in allen Bereichen einen Einbruch erleben, von dem es sich nicht so schnell wie nach den 87er Coups erholen wird. Ich kann nur hoffen, dass dieser unsägliche Vertrag vom Militär nur als Täuschungsmanöver unterzeichnet wurde und nach Freilassung der Geiseln in allen Bereichen massiv durchgegriffen wird, wie es Tarakinikini letzte Woche in der Fiji-Times angekündigt hat. Im Interesse dieses schönen Landes und seiner eigentlich sehr sehr netten Menschen (jeglicher Herkunft) wäre ein Ende mit Schrecken sicher besser als der jetzt scheinbar eingeschlagene Weg, auch wenn das leider nicht ganz ohne Gewalt ablaufen würde. Der sogenannte „Fijian way to solve the problems” jedenfalls, wie mir verharmlosend einige Leute die derzeitigen Vorgänge nahe bringen wollten, ist der sichere Weg in die internationale Isolierung über einen längeren Zeitraum. Übrigens: Vielleicht kein Zufall, dass ich bei diesem Besuch das erste mal eine recht unangenehme und aggressive Begegnung mit Einheimischen zwischen Mubya und dem Sigatoka Valley hatte, obwohl ich die Landesbräuche kenne und mich entsprechend zu verhalten weiss.
Insgesamt denke ich, dass man über Privat- u. Geschäftsreisen nach Fiji derzeit sehr gut nachdenken sollte; denn jeder Dollar, den der Tourismus einbringt, unterstützt die rassistischen und undemokratischen Zustände, die jetzt womöglich auch noch unter Missbrauch und Manipulation der z.T. wenig gebildeten Mitglieder des GCC konstitutionalisiert werden. Nicht nur das Geschäft und/oder das Vergnügen suchende Menschen haben seinerzeit auch von Reisen nach Südafrika, Argentinien, Chile, Spanien, Portugal, Griechenland etc etc. Abstand genommen und damit einen Beitrag zur Änderung der Zustände geleistet. Und zudem gibt es in der Region ja zahlreiche Alternativen. Sollten Sie die Zeit hierzu finden, wäre ich an einem Meinungsaustausch gerade auch mit Leuten aus der wohl am stärksten betroffenen Industrie interessiert.
Auch wenn z.Zt. die Aussichten wohl nicht sehr gut sind, wünsche ich Ihnen viel Erfolg.

Mit freundlichen Grüssen
K. Leistner

Unsere Antwort vom 24.06.2000: Sehr geehrter Herr Leistner,

vielen Dank für Ihr mail.

Mit dem Streß haben Sie schon recht. Aber es sind nicht nur die Übersetzungen. Hier in Fidschi ist zwar die Amtssprache Englisch jedoch wird es nicht von jedem beherrscht. So kommen auch unsere teilweise unglücklichen Ausdruckweisen zustande. Wir notieren Nachrichten nicht nur aus dem Radio, sondern holen auch telefonisch Meldungen bei verantwortlichen Stellen (Polizei, Militär etc.) ein. Selten bekommen wir diese in Schriftform. Ich bitte Sie daher, daß Chaos, welches teilweise in den Berichten herrscht zu entschuldigen. Außerdem bearbeiten wir die Seite meistens Nachts, wenn wir alle aktuellen Nachrichten zusammen haben, so liegt dann schon ein Arbeitstag von 12 - 14 Std. hinter uns. Denn ungeachtet der Situation bekommen wir täglich 10 - 15 Anfragen und die müssen auch beantwortet werden. Außerdem wiederholen sich die Nachrichten hier seit Tagen ständig und es kommt zu keinem Ergebnis, so daß wir mittlerweile schon gar nicht mehr jeden Tag updaten können.
Zur Info:
Am Wochenende soll ein Vertrag zwischen Speight und dem Militär unterzeichnet werden, im Anschluß daran sollen die Geiseln freigelassen werden.

Mit freundlichen Grüßen und einem herzlichen Bula nach Mannheim

BWT Travel-Office

Maren Mucha


Erste mail von Herrn Leistner vom 23.06.2000: Sehr geehrte Damen und Herren,
aus allgemeinem Interesse und weil ich nächste Woche wieder in Fiji sein werde, habe ich Ihre Seite seit Beginn der Krise verfolgt. Eine der wenigen Möglichkeiten sich einigermassen aus erster Hand zu informieren.
Selbst Freunde, die seit vielen Jahren in Suva (Domain) leben, sind nicht immer auf dem neuesten Stand. Hierfür vielen Dank. Bei allem Stress, unter dem sie wahrscheinlich stehen, wäre es allerdings hilfreich, wenn die Übersetzungen etwas präziser und das Deutsch etwas richtiger wäre. Teilweise macht es Mühe, den genauen Sinn der Berichte zu verstehen. Unabhängig hiervon wünsche ich Ihnen, dass Sie erfolgreich durchhalten können. Einige Freunde haben schon frustriert beschlossen, die Region, insbesondere auch nach den Ereignissen auf den Salomonen, endgültig zu verlassen.

Mit freundlichen Grüssen

K. Leistner
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Letzte Aktualisierung am 31.12.2009

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