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Seite 6 (15.06. - 28.07.2000):
 
Freitag: 28.07.2000 22:22 Uhr
Militär setzt Ultimatum

Das Militär hat ein Ultimatum, bis Sonntag Mitternacht (31.07.00), für die Rückgabe der Sikanaivalu Kaserne in Labasa, gesetzt.
Das RFMF (The Republik Fiji Military Forces) sorgen weiterhin für Sicherheit der Menschen in Labasa und Umgebung.
Das Militär fordert alle, die die Räumlichkeiten besetzt halten und illegal Waffer besitzen, diese und die Munitionslager zurück zugeben.
Das Ultimatum soll die Rückgabe der Kaserne beschleunigen.

22:22 Uhr
Weitere Kollegen Speights festgenommen

Außer Ratu Timoci Silatolu wurde ebenfalls Metuisela Mua vom Militär festgenommen und zu den anderen Gefangenen (Speight etc.) in die Kaserne gebracht.
Die Polizei untersucht noch die beschlagnahmten Gegenstände aus der Schule in Kalabu, in sich die Anhänger rund 2 Wochen aufhielten.
Man hatte Sachen gefunden, die aus dem Parlamentsgebäude entwendet worden waren: die große Zeremonie Streitaxt, das große Tabua ( Pottwalzahn an einer geflochtenen Schnur als Zeichen der Ehrenbezeugung) und etliche Computer. Des weiteren fand man zahlreiche Gegenstände pornografischen Informationsmaterials.
Das Militär wiederholt sein Engagement zur Sicherheit der Bevölkerung des Landes und fordert diese auf, das Militär so weit es geht, zu unterstützen.

17:12 Uhr
Rückgabe des Monasavu vielleicht noch heute

Laut  Lt. Colonel Filipo Tarakinikini soll der Staudamm noch heute an die FEA zurückgegeben werden.
Zur Stunde verhandelt eine Delegation des Militärs mit 2 wichtigen Chiefs der Region, um zu einer Lösung zur Situation am Staudamm zu kommen.
Man glaubt diese Krise noch heute zu einem Ende bringen zu können. Die gefangen gehaltenen Soldaten sollen frei gelassen und die Waffen an das Militär zurück gegeben werden.

Der gesetzliche Vertreter der Grundbesitzer des Staudamms erklärte in der Zwischenzeit, daß die Übernahme des Dammes aus politischen Gründen erfolgt war und sie den Vorgang der Rückgabe nicht beschleunigen würden.

17:03 Uhr
Verletzter Soldat

Dem Soldaten, der gestern durch einen Schuß in die Schulter verletzt wurde geht es den Umständen entsprechend gut. Eine Gruppe von Frauen besuchte ihn heute Nachmittag und übergab ihm zahlreiche Geschenke, unter anderem auch F$ 200 zur Versorgung der Familie. Sie dankten dem Soldaten und dem Militär damit für den Einsatz den Frieden im Land wieder herzustellen.

17:00 Uhr
Schulen wieder geöffnet

Außer den Schulen in Labasa, Seaqaqa und Savusavu, die bis auf Weiteres geschlossen bleiben, nehmen alle anderen Schulen ab Montag, den 31.07.00, den Unterricht wieder auf. Die Sicherheitsvorkehrungen bleiben zunächst bestehen.

16:40 Uhr
Das Militär untersucht Speights Fall

Die Untersuchungen werden noch einige Zeit in Anspruch, da man etlichen Leute zu den Geschehnissen und Vorwürfen befragen muß, um ein genaues Bild der Behauptungen und Beschuldigungen der Angeklagten zu bekommen.
Auch wurde von Lt. Colonel Filipo Tarakinikini bestätigt, daß die Sukanaivalu Kasernen in Labasa noch heute an das Militär zurück gegeben werden sollen. Die Geiseln wurden gestern schon freigelassen.

16:33 Uhr
Festnahme von Ratu Timoci Silatolu + Ratu Epeli Kanaimawi

Zwei weitere Unterstützer Speights wurden  von der Polizei festgenommen und dem Militär übergeben. Sie werden zu den anderen Gefangenen, Speight etc. zu den Queen Elizabeth Kasernen gebracht.
Ratu Epeli Kanaimawi war von Speight selber als Premierminister nominiert worden.

12:45 Uhr
Speight Anhänger heute noch nicht vor Gericht

Aufgrund der anhaltenden Untersuchungen durch die Polizei werden die Anhängern Speights, die sich noch in den Nasova Kasernen befinden, heute noch nicht von Gericht gebracht. Die Befragungen werden wohl noch eine Weile dauern. Der Direktor der Polizei Moses Driver konnte nicht zu einer Stellungnahme erreicht werden.

11:52 Uhr
Ankündigung eines nationalen Streikes in der nächsten Woche

In der nächsten Woche am Mittwoch wird es einen nationalen Streik geben. Es werden einige Gewerkschaften, Handelskammern, kirchliche Vereinigungen etc. bei dem Streik mitwirken. Die Streikenden wollen die Rückkehr zur Demokratie und verfassungsmäßigem Recht.

11:50 Uhr
Die Vereidigung der neuen Interims-Regierung hat soeben begonnen.


10:50 Uhr
Piloten wieder frei

Die beiden Neuseeländischen Piloten, die gestern am Flughafen in Savusavu als Geiseln genommen wurden, sind wieder frei. Dieses wurde vom Militärsprecher, Lieutenant Ro Alipate Mataitini, vor einigen Minuten bestätigt.
Ein Chief, Oberhaupt des Nacekoro Landes auf demsich der Flughafen befindet, hatte bei den Verhandlungen mit den Geiselnehmern vermittelt. Es wurde noch in der letzten eine Delegation nach zu Verhandlungen nach Savusavu geschickt.

09:50 Uhr
Bekanntgabe der neuen Übergangsregierung
hier im Original:

Mitglieder der neuen Übergangsregierung - 28.07.00

Anzumerken ist hier, daß Laisenia Qarese Interimspräsident geblieben ist und kein Anhänger Speights mehr unter den neuen Kabinettsmitgliedern ist.

Donnerstag: 27.07.2000 19:50 Uhr:
Bekanntgabe des neuen Sparhaushaltsetats

Dieser tritt zum 01. August in Kraft. Nach Aussage des Finanzministeriums gibt es ein Defizit von rund 113 Mio. Dollar (3,5 %) in der Haushaltskasse, dieses führe zu Verschmälerungen in einigen Bereichen. (Details lassen wir hier aus).
Um den Rückgang des Tourismus aufzufangen und wieder anzukurbeln, werden dem Fiji Visitor Bureau statt geplanter 4 Mio. Dollar nun 11 Mio. Dollar zugestanden.

16:57 Uhr
Geiseln in Labasa wieder frei

Gegen Mittag wurden die Kasernen in Labasa von Landowners (Landeignern / Grundbesitzern) übernommen und anwesende Personen als Geiseln gefangengehalten. Nach einigen Verhandlungen sind diese nun wieder frei.

12:48 Uhr
Versuchte Raub in der Schule von Kalabu

Ein paar Jugendliche versuchten, im Chaos des Geschehens, heute Vormittag in die Kantine einer anderen Schule einzudringen. Warnschüsse des Militär trieben sie in die Flucht. Die Schule wird nun bewacht und die Schüler nach Hause geschickt.

12:37 Uhr
" Landesverrat / Treuebruch nicht ausgeschlossen", so das Militär

Eine Bestrafung wegen Landesverrats und Treuebruchs George Speights und seiner mitfestgenommenen Anhänger wird vom Militär nicht ausgeschlossen.
Die 4 Personen werden seit gestern Abend vom Militär festgehalten und weiter vernommen.
Dieses wurde von Lt. Colonel Filipo Tarakinikini bestätigt.
Das Militär zieht es vor nicht bekannt zugeben wo diese Personen festgehalten werden.
Ebenfalls befinden sich noch die ca. 369 Leute (Männer, Frauen und Kinder) in Polizeiobhut.
Weitere 39 verletzte Anhänger befinden sich noch zu Behandlungen im Krankenhaus.
Zwei weitere Anhänger Speights: Ilisoni Ligari (Sicherheitschef der Rebellen) und Major Jo Savua (ein seines Amtes enthobener Offizier) wurden heute morgen festgenommen.
Amnestie, die im Munaikau Vertrag zugesichert wurde, können nur bei Rückgabe aller Waffen berücksichtigt werden.

Das Militär bestätigte, daß die Stürmung von Kalabu aus Sicherheitsgründen durchgeführt wurde. Man befürchtete aufgrund der Gefangennahme Speights und der anderen drei Personen ein Ausschreiten der anderen Anhänger.

12:15 Uhr
2 Piloten werden vermißt

In Savusavu auf Vanua Levu werden seit dem Vormittag 2 Piloten der Air Fiji vermißt. Was passiert ist, weiß niemand - das Flugzeug steht am Flughafen.
Die Air Fiji stellte, nachdem sie diese Information erhalten hatte, sofort alle Flüge nach Savusavu, Labasa und Taveuni bis auf Weiteres ein.
Auf halben Weg zwischen Savusavu und Labasa habe Leute eine Straßensperre errichtet.

Donnerstag: 27.07.2000 Wir fragen uns, wer nun soviel Druck auf das Militär ausgeübt hat, daß dieses so hart durchgreift.

Nachrichten im Radio - 11:00 Uhr
  • ein Zivilist, Anhänger Speights, kam heute morgen durch einen Schuß ums Leben.
  • die Schulen rund um diese Gegend, in Suva und auch in Labasa werden ab heute Mittag wieder bis auf weiteres geschlossen.
9:07 Uhr:
Kalabu Fidschi Schule geräumt

Laut Angaben eines Bewohners von Kalabu sind die letzten Rebellen Speights vom Militär aus der Schule entfernt worden. Er sagt, er habe gesehen wie die Rebellen auf dem Boden kriechend zum Militär LKW gebracht wurden. Frauen und Kinder, die ebenfalls zu den Anhängern Speights gehören, wurden ebenfalls aus der Schule entfernt. Nachdem die Gegend durchkämmt wurde, hat das Militär nun die Schule umstellt.
Der Bewohner sah auch das 3 Verbrecher, mit einer Pistole und einer Machete bewaffnet, entkommen sind.

8:45 Uhr:
400 - 500 Leute zur mobilen Polizeistation gebracht

Die ungefähr 400 - 500 Menschen in der Schule von Kalabu wurden heute früh zur mobilen Polizeistation in Nasinu gebracht.
Der Reporter vor Ort beschreibt, daß Männer, Frauen und Kinder mit Handschellen gefesselt am Boden liegen.
Auch in dieser Gegend wurde der Verkehr lahm gelegt und die Bevölkerung angewiesen auf andere Straßen auszuweichen.

7:30 Uhr:
33 Männer zur Behandlung im Krankenhaus, ein Soldat angeschossen

22 Männer wurde früh am Morgen mit kleineren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert. Ein Soldat hatte einen Schulterschuß abbekommen und blutete lt. Radio Reporter (vor Ort) heftig.
Ein wenig später brachten 2 Krankenwagen  noch einmal je 5 verletzte Männer.
Die Aufnahme des Krankenhauses wurde für andere Patienten vorübergehend geschlossen.

6:30 Uhr:
30 und mehr Männer aus der Schule in Kalabu geholt

Ungefähr 30 Männer wurden von Militär und Polizei an Armen und Beinen von der Schule entfernt, aufeinander gestapelt und von bewaffneten Soldaten bewacht.
Der Verkehr in diese Gegend wurde von Militär und Polizei abgeriegelt.
Zwischen 5:00 und 6:00 Uhr wurden um Kalabu Schüsse gehört, dieses wiederholte sich etwas eine Stunde später.

0:30 Uhr:
Militär nimmt Stellung zur Verhaftung

Die 4 Personen, inkl. Speight, wurden gestern Abend gegen 9:45 Uhr wegen Waffenbesitz von der Polizei / Militär festgenommen. Sie befinden sich auf der Nabua Polizeiwache.
Militärsprecher, Lt. Colonel Filipo Tarakinikini, enthüllte, daß einer der Gründe, die zur Festnahme der Personen führte, auch die Bedrohung des Lebens von Übergangspräsident, Ratu Josefa Iloilo wäre. Dazu werde man die Personen nun befragen. Ein weiterer Grund das Herumlaufen mit Waffen.
Er sagte auch, daß die Immunität, die Speight und seinen Anhängern gewährt worden war, nun in Zweifel stehe. Das, weil die meisten Waffen von den Rebellen noch nicht an das Militär zurück gegeben worden seien.

Mittwoch: 26.07.2000
ab Mittag
AKTUELLE NACHRICHT: - 22:28 Uhr

Speight und Kollegen verhaftet
Coup-Leiter George Speight, sein Medienberater Joe Nata, sein gesetzlicher Berater Tevita Bukarau und ein Bodyguard, als Cakau bekannt, wurden vor wenigen Minuten vom Militär verhaftet.
Gründe, die zur Verhaftung führten:
  • Bedrohung des Übergangspräsidenten
  • Waffenbesitz (sie liefen nicht selten mit Waffen in Suva und Umgebung herum)
  • Bruch des von Speight unterzeichneten THE MUANIKAU ACCORD
Diese Meldung wurde von Militärsprecher, Lt. Colonel Filipo Tarakinikini in den Nachrichten um 0:00 Uhr bestätigt.

Weitere Details sind uns zur Zeit noch nicht bekannt.
Nun steht es fest:
Die neue Regierung wird Morgen bekannt gegeben und am Freitag vereidigt werden.

Westliche Chiefs beraten sich erneut
Am kommenden Samstag werden sich die Chiefs der westlichen Provinzen noch einmal treffen, um über einen West Staat Fidschis zu beraten. Dieses Thema wurde bereits im Juni schon einmal diskutiert.

Militär: "Wir werden Euch wissen lassen wenn Speight sich rührt
Das Militär beobachtet Speights Rebellen, die die Schule im Dorf Kalabu besetzt halten und man wird die Öffentlichkeit umgehend informieren wenn sich dort etwas tut.

Rebellen am Monasavu Staudamm
Die Rebellen, die das Elektrizitätswerk am Monasavu Staudamm übernommen haben, übergeben des Damm erst wieder an die FEA (Fiji Electricity Authority), wenn die neue Regierung vereidigt ist.
Diese Mitteilung wurde von einem Sprecher der Landeigner an das NLTB (Native Land Trust Board), die FEA und das Militär gegeben.
Er sagte auch, daß jede Regierung unterstützen werden, die ihre Forderungen erfüllt. Den 15 gefangen gehaltenen Soldaten am Staudamm soll es gut gehen.

Militär: Die neue Regierung soll noch heute bekannt gegeben werden
Das Militär wurde darüber informiert, daß die neuen Regierungsmitglieder noch heute ernannt werden sollen.

„Regierung der nationalen Einheit - der einzige Weg vorwärts” Adi Kuini
Die ehemalige stellvertretende Premierministerin, Adi KuiniVuikaba Speed, fordert den Interimspremierminister, den Great Council of Chiefs und alle, die die Autorität haben dazu auf eine Regierung der nationalen Einheit zu wählen.
Adi Kuini sagt, daß diese Regierung von gewählten Mitgliedern der Parlamentes ausgewählt werden wird.
„Das ist laut der Verfassung von 1997 erlaubt. Wir glauben, daß das der einzige Weg vorwärts ist, denn es ist legitim gegenüber der nationalen Gemeinschaft und verfassungsgemäß. Das ist ein schlauer Zug und ich appelliere an die, die unsere Nation im Moment regieren eine Regierung der nationalen Einheit zu wählen, denn das ist der einzig vernünftige Vorschlag.”

In der Zwischenzeit erwartet das Büro des Präsidenten, daß heute noch die Kabinettsmitglieder bekannt gegeben werden. Morgen soll dann die Vereidigung stattfinden.

Mittwoch: 26.07.2000 Morgen soll nun eine neue Übergangsregierung ernannt und am Freitag vereidigt werden. Inwieweit das zu einer Normalisierung im Land beiträgt ist schwer zu sagen.

Das war auch bis zu Stunde alles was es an Neuigkeiten gibt
.

Dienstag: 25.07.2000 Neue Übergangsregierung?
Um Suva haben inoffizielle Treffen in Bezug auf die „neue” Übergangsregierung stattgefunden. Man nimmt an, daß diese Morgen bekannt gegeben werden soll. Ebenso haben sich derzeitiger Premierminister Qarese und sein Kabinett beraten und auch George Speights Gruppe ist erneut zusammen getroffen.
Es wird angenommen, daß beide Gruppen von Repräsentanten des Präsidenten über die mögliche Neuaufstellung der Übergangsregierung informiert wurden.

Wahrscheinlich hat es aufgrund dieser ganzen Handlungen auch so gut wie keine Nachrichten in den letzten Tagen gegeben.
Und das waren auch schon wieder alle offiziellen Meldungen im Zusammenhang mit der Situation / Krise für heute.

Montag: 24.07.2000 An der allgemeinen Situation hat sich nichts geändert und wieder gab es kaum neue Nachrichten:

Die Stromeinschränkungen in Suva und Umgebung dauern an. Die Grundbesitzer des Monasavu Staudamms (von dem diese Bereiche versorgt werden) wollen jetzt Speight und einige seiner Leute bei weiteren Verhandlungen mit der Elektrizitätsge- sellschaft FEA dabei haben.
Ein Sprecher der Gundbesitzer wirft der Regierung vor eine Pachtschuld von 23 Mio. Dollar zu haben und diese fordere man jetzt ein. Das wäre der Grund warum sie „ihr” Land nun zurück haben wollen und bevor das nicht alles geklärt ist, geben sie das Elektrizitätswerk am Staudamm nicht frei.
Diese Frage war allerdings schon seit einigen Jahren vor Gericht verhandelt und im Mai diesen Jahres abgeschlossen worden.
Die FEA hat für die Übergangszeit weiterhin etliche Dieselgeneratoren im Einsatz. Und die betroffenen Gegenden haben abwechselnd alle 2 Stunden Strom zur Verfügung.
Weitere Verhandlungen sollen noch in dieser Woche stattfinden.

Neuseeland:
Neuseeland hat heute 2 Fidschianische Marine Offiziere zurück geschickt und weitere 40 Ingenieure und Offiziere werden folgen.

Man diskutierte heute auch über den heutigen „Constitution Day”, den es ja eigentlich nicht mehr gibt.

  Zwischenmeldung zur wirtschaftlichen Lage:
Die Auswirkungen der politischen Krise, die aus der Geiselnahme hervorging, in Zahlen:
Die gesamten Auswirkungen werden 2 - 3 Mal schlimmer eingeschätzt als 1987. Diese Zahlen wurden vom ständigen Finanzsekretär, Savenaca Narube, zusammen gestellt, nachdem die Gewerkschaften behauptet hatten, daß das Finanzministerium überreagiere.
Die wirtschaftliche Wachstumsrate fällt 15% ins Minus, was die Position der Wirtschaft auf den Stand von 1991 zurückwirft.
Die Arbeitslosenzahl durch die Situation hat die 7.000 weit überschritten.
Man erwartet einen Anstieg der Arbeitslosen auf über 20.000  und irreparable Schäden wenn es zu den angezeigten internationalen Sanktionen, Embargos und Investitionsstreichungen kommt. Am meisten davon betroffen sind Textil- und Tourismusindustrie.

Sonntag: 23.07.2000 Auch heute wieder Stillschweigen im Radio.
Da heute Sonntag ist und morgen ein Feiertag, können wir uns telefonisch leider keine Informationen beschaffen.

Wir wundern uns nur über den morgigen Feiertag:

„CONSTITUTION DAY” = Tag der Verfassung
die es ja eigentlich gar nicht mehr gibt ?!!?

Samstag: 22.07.2000 Es gab heute keine neuen Nachrichten zur Sachlage:
  • das Dorf Kalabu wird immer noch von den Rebellen besetzt

  • weiterhin Stromeinschränkungen in Suva

  • es wurden weitere 5 Waffen an das Militär zurück gegeben, 12 fehlen immer noch

  • ansonsten scheint es ruhig zu sein

Freitag: 21.07.2000 Aktuelle Meldungen des heutigen Abends:
Gegen kurz nach 21:00 Uhr wurde das aktuelle Radioprogramm für folgende Meldung unterbrochen:

Kurz nach 21:00 Uhr gab es Warnschüsse an einem militärischen Kontrollpunkt in Nausori. 5 Leute, vermutlich Anhänger Speights, hatten versucht diesen Kontrollpunkt zu übernehmen. Daraufhin feuerten einige der Soldaten Warnschüsse ab.

Nähere Einzelheiten darüber sind uns noch nicht bekannt.

Freitag: 21.07.2000 Zur Zeit bewegt sich hier nicht allzu viel, zumindest nicht öffentlich. Unsere Meinung zu dem Ganzen finden Sie:

in unserer Korrespondenz mit Herrn Leistner

15:35 Uhr:
Bewohner verlassen ihr Dorf

Gestern hatten die Grundbesitzer Kalabus Speight und seine Anhänger aufgefordert das Dorf zu verlassen und die Schule wieder zu übergeben.
Heute verlassen viele Bewohner ihre Heimat, weil die Rebellen sich immer noch dort aufhalten.

So kämpft George Speight für die Rechte der einheimischen Fidschianer?!?!?

09:00 Uhr:
Dem Interims-Präsidenten, Ratu Josefa Iloilo geht es wieder besser. Er nimmt an weiteren Treffen mit dem Interims-Premierminister und dem Kabinett teil.

„Die „Erkrankung” Iloilos wurde unserer Meinung nach nur auf Druck von Speight und seinen Leuten ausgelöst.”

Donnerstag: 20.07.2000
ab Mittag
17:00 Uhr:
Treffen in Sorokoba beendet

Eine Versammlung der vom Volk gewählten Regierung (The People's Coalition) ist gerade eben im Dorf Sorokoba in der westlichen Provinz Ba zu Ende gegangen. Es haben alle Mitglieder der ehemaligen Chaudhry-Regieruung teilgenommen. Man konnte noch keine Lösung finden und wird sich morgen um 09:00 Uhr wieder zusammen setzten.
Die Chaudhry-Regierung soll im Westen wieder eingesetzt werden, womit aber nicht zu verstehen ist, daß das Land gespalten wird.

„Allerdings kursieren im Westteil der Hauptinsel Gerüchte über die Ausrufung eines eigenen Staates.”

Es wurden 3 Ausschüsse gebildet, die sich mit den Rechten der "Ur"-Fidschianer, der Indo-Fidschianer und den Medien befassen sollen.
Morgen sollen in einer Pressemitteilung nähere Einzelheiten erläutert werden.

15:25 Uhr:
Vertreter des Interimspräsidenten treffen sich mit den Rebellen und Qarese - näherer Grund des Treffens ist nicht bekannt.

15:15 Uhr:
Neuseeland

Der Bevollmächtigte Fidschis, Isimeli Bainimara traf heute den Neuseeländischen Außenminister, Phil Goff. Goff will Bainimara die Position Neuseelands zur Krise in Fidschi darstellen.
Goff sagte, es sei eine Tragödie, daß die Beziehung zwischen Neuseeland und Fidschi so abgekühlt ist.
Alles werde wieder hergestellt werden, sobald es wieder eine Demokratie in Fidschi gebe, die menschlichen Rechte geachtet werden und eine nicht rassistische Verfassung besteht.
Inzwischen hat Neuseeland Mahendra Chaudhry und seiner Familie angeboten, in Neuseeland Zuflucht zu suchen.
Chaudhry erkennt dieses Angebot an, aber er ist in Fidschi geboren und hat sein Leben hier verbracht, bezeichnet sich selbst als Fidschianer und wird das Land nicht so schnell verlassen.

Goff erwartet ebenfalls, daß viele Indo-Fidschianer nach Neuseeland kommen werden, sie werden keine besonderen Privilegien genießen, sondern den normalen Einwanderungs- prozeß durchlaufen.

Goff glaubt nicht, das den Terroristen, die vorgenommenen Sanktionen nichts ausmachen.

Goff: „Noch einmal zur Erinnerung, George Speight hat seine Aufenthaltsgenehmigung in Australien verloren. Er wird weder als Tourist noch als Bewohner einreisen können, obwohl er Kinder dort hat. Die Sanktionen und Einreiseverbote werden von einigen Ländern ( USA etc.) unterstützt und man hofft damit eine direkte Wirkung auf die Verantwortlichen ausüben zu können.”

Donnerstag: 20.07.2000 12:30 Uhr:
Einschränkungen bei der Stromversorgung in Suva gehen weiter

Während gestern noch ein baldiges Ende angekündigt wurde, bleiben die Einschränkungen bei der Stromversorgung bis auf weiteres bestehen.
Am Staudamm sollte heute ein Treffen der FEA (Fiji Electricity Authority) und den Grundbesitzern stattfinden - ein Termin wurde jedoch nicht vereinbart. Es sollte die Rückgabe des Elektrizitätswerkes an die FEA verhandelt werden.
Der Manager der FEA sagt, daß es nichts mit den gestrigen Ereignissen am Parlament und der Übernahme der Schule in Kalabu zu tun hätte.

11:20 Uhr:
Die Grundbesitzer Kalabus wollen Speight nicht

Die Grundbesitzer von Kalabu geben bekannt, daß sie weder Speight und seine Anhänger noch die Übernahme der Schule unterstützen.
Eine Grundebesitzer Familie forderte die Rebellen auf, die Schule zu verlassen.
Die Ausbildung der Kinder sei dadurch noch mehr eingeschränkt. Aufgrund der Schließungen zwischen dem 19.05. + 17.07.00 seien schon viele Examen ausgefallen, dieses beträfe rund 1.000 Studenten, die diese Schule (College) besuchen.

09:00 Uhr:
Downer "Aufstehen und Kämpfen"

Der Australische Außenminister, Alexander Downer, drängt Fidschi sich gegen George Speight zustellen und drohte weitere Sanktionen an, falls Speight oder seine Anhänger in die neue Regierung integriert würden.
Der Sydney Morning Herald meldet, daß diese Äußerungen Downers nach der Absage der Vereidigungszeremonie kamen.
Auf einer Pressekonferenz sagte er, die Bürger Fidschis müßten Speight den Rücken zukehren.
Downer: „Wir müssen uns gegen die Rebellen erheben.” Er ist der Meinung, daß die Amnestie für Speight und seine Leute diese geradezu ermutigt, herumzulungern und ihre illegalen Aktivitäten fortzusetzen.
Downer sagt, daß Speight hinter Schloß und Riegel müsse und drängt den Interimspräsidenten, Ratu Josefa Iloilo, den GCC und das Militär nicht weiter auf Speights Forderungen einzugehen.

09:00 Uhr:
Neuseeland denkt über rechtliche Schritte nach

Die Zeitung „The New Zealand Herald” meldet, daß die Neuseeländische Regierung überlegt wie sie den Fidschianern mit Neuseeländischen Verbindungen durch legale Aktionen gegen Speight bzgl. der angerichteten Schäden helfen kann.

09:00 Uhr:
Nachdem die Sport- und Rugbyteams Fidschis von Australien und Neuseeland verbannt wurden, versuchen sie nun in der nördlichen Hemisphäre Fuß zu fassen. Bob Challenor ist zur Zeit in Irland und wird in England, Irland, Wales und Schottland um Spiele für dieses oder das nächste Jahr bitten.

Mittwoch: 19.07.2000 Nachrichten des heutigen Tages bis 23:30 Uhr

Bis zur Stunde gibt es keine weitere Meldungen.

15:10 Uhr:
Neuseeland greift zu härteren Maßnahmen
  • 41 Fidschianer im Militärdienst werden innerhalb einer Woche nach Fidschi zurück geschickt.
  • 2 Neuseeländische Soldaten in Fidschi werden sofort zurückgeholt
  • die Suspendierungen den Sport betreffend werden bis Ende des Jahres verlängert.
  • dem Fidschianischen Botschafter werden morgen in Wellington in Neuseeland die Erklärungen der verschiedenen Sanktionen überreicht.

Die Premierministerin Neuseeland, Helen Clark, sagt, daß ihre Regierung der Meinung war, daß es nötig war ein weiteres Signal zu geben, da von Fidschi kein Beweis käme, die Demokratie wieder herzustellen.
Die Verzögerungen zur Vereidigung der neuen Regierung könne allerdings als kleines Zeichen gedeutet werden - es herrsche immer noch der Zustand der Unsicherheit.

15:00 Uhr:
Übernahme der Schule in Kalabu von 300 bis 400 Anhängern von Speight.

14:40 Uhr:
Erklärung zur Verschiebung der Vereidigung

Mit keinem Wort wird erwähnt nun die Vereidigung der neuen Interimsregierung stattfindet.
Interimspremierminister Laisenia Qarase, sagt, daß die Vereidigung heute nicht stattfand, weil sich der Interimspräsident, Ratu Josefa Iloilo nicht gesund fühlt.
Die Mitglieder aus Speights Gruppe, sowie zwei andere waren nicht erschienen.
Der offizielle Sekretär, Jo Browne, des Präsidentenbüros sagte, er selber habe erst 5 Minuten bevor die Zeremonie stattfinden sollte, von deren Absage erfahren.

14:40 Uhr:
Rebellen verlassen das Parlament

George Speight und seine Anhänger haben den Parlamentskomplex verlassen und sind nun in das Dorf Kalabu zwischen Nausori und Suva gezogen. Das Militär bestätigt den Transport organisiert zu haben. Als Reporter des Radiosenders zum Parlamentsgebäude kamen, fanden sie nur noch den offiziellen Wagen des Premierministers unzerstört auf dem Parkplatz.
In der Zwischenzeit war Militärsprecher Filipo Tarakinikini nicht gewillt Auskunft über eine neu errichtete Straßensperre in Naitasiri zu berichten. Dieser ist aller Wahrscheinlichkeit nach Vergeltung für die neu ernannte Interimsregierung, die, entgegen der vorher gehenden Meldungen, nur vier Anhänger Speights als Mitglieder hat.
Tarakinini gibt nun alle Fragen an das Büro des Präsidenten, Ratu Josefa Iloilo weiter, den dieser sei nun die leitende Autorität. Auf die Frage, ob es noch Überlegungen zur Amnestie der Rebellen gibt, ob sie alle Waffen zurück haben und warum es noch Straßensperren gibt, sagte er, daß Militär habe nicht mehr die Macht.
Mittlerweile steht fest, daß am morgen 7 Fahrzeuge vor dem Parlamentsgebäude von Speights Leuten ausgebrannt wurden. Sie hörten erst damit auf als die Vereidigungszeremonie abgesagt wurde. Das einzige Fahrzeug was unberührt war, war das des Premierministers.

11:35 Uhr:
Reaktionen der Vereinten Nationen

Ein Einschreiten der UNO erwarte man zur Zeit nicht. Man habe aber Rebellenführer George Speight vor kurzem gewarnt, daß er das Land in absolute Isoliertheit führe, wenn nicht die demokratisch gewählte Regierung wieder eingestellt würde. Dieses scheint nicht erhört worden zu sein.
Man habe die Freilassung der Geiseln begrüßt und nimmt nicht an, daß die Situation Einfluß auf Fidschi als Mitgliedsstaat habe.
Fidschi ist aktiver Teilnehmer an UNO Friedensicherungsaktionen und hat mehrere 100 Soldaten in den Gebieten: Ost Timor, Bougainville, Südlicher Libanon, Bosnien und Kuwait.

11:20 Uhr:
Vereidigung verschoben

Aufgrund einer Unpässlichkeit des Präsidenten, Ratu Josefa Iloilo wurde die für 11:00 Uhr geplante Vereidigungszeremonie der 32 neuen Interimsregierungsmitglieder auf ein späteres, nicht genanntes, Datum verschoben. Des Weiteren waren 9 der Mitglieder nicht erschienen, die meisten von ihnen waren Speights Anhänger.

10:00 Uhr:
Immer noch werden Waffen vermißt

Insgesamt 17 Waffen verschiedener Ausführungen werden noch vermißt.

10:00 Uhr:
International wird gehandelt

Neuseeland und Groß Britannien passen sich Australien an und rufen ihre Bevollmächtigten zurück.
Außenminister Neuseelands, Phil Goff sagt, daß dies zeigen soll wie sehr man bedauert, daß einige der Interimsregierungsmitglieder, die um 11:00 Uhr vereidigt werden sollen, aus Speights Gruppe stammen.
Es werden von ihm zahlreiche Sanktionen angekündigt.

Von Australien werden fast alle nicht humanitären Hilfen infolge des Coups sanktioniert.
Der Außenminister Australiens, Alexander Downer, sagte, daß alle gemeinsamen militärischen Übungen suspendiert werden. Ebenso wird das nationale Fidschianische Sportteam abgelehnt. An der Olympiade in Sydney darf Fidschi noch teilnehmen. Auch werden andere Länder aufgefordert geplante Treffen in andere Länder zu verlegen. Eine Reihe wirtschaftlicher Sanktionen sind geplant.

9:30 Uhr:
Speight ist enttäuscht über die neu ernannte Interimsregierung

In der letzten Nacht wurden 2 Fahrzeuge vor dem Parlament in Brand gesteckt. Die Reporter des Radios vermuten Speights Leute hinter der Brandstiftung, da diese nicht mit der Interimsregierung, die heute morgen vereidigt werden sollte, einverstanden ist.
Speights Anhänger wollen noch heute das Parlamentsgebäude verlassen.
Speight war enttäuscht weil kaum einer der neu ernannten Kabinettsmitglieder gesagt hatte, daß er die Rechte der einheimischen Fidschianer unterstützen werde. Speight meint, daß diese nur ernannt wurden, um die internationale Gemeinschaft zu beschwichtigen und weitere Sanktionen zu stoppen.

Mittwoch: 19.07.2000 Zusammenfassung der Meldungen der letzten Tage:

18.07.2000:

Bekanntgabe der neuen Interimsregierung (im Original)

Der Vorsitzende des großen Rates, Sitiveni Rabuka, vereidigte heute den Interimspräsidenten und seinen Stellvertreter.
Er sagte, diese beiden würden die neue Interimsregierung aus ehemaligen Mitgliedern, Unterstützern Speights und aus der vorangegangenen Interimsregierung wählen.

Eine Stellungnahme des vereidigten Interimspräsidenten, Ratu Josefa Iloilo vor den Medien (im Original)

Von Neuseeland wurde Fidschi bereits einige Sanktionen aufgezwungen.Außenminister, Phil Goff: Fidschi wir nun statt 5 Mio. Dollar, wie vorher immer, nur noch 2,5 Mio. Hilfe erhalten.
Beidseitige Verteidigungsverbindungen werden eingestellt und die schwarze Liste, derer, die nicht mehr nach Neuseeland reisen dürfen wurde auf 300 Personen erhöht.
Goff sagte, daß die Kinder derer, die an der Geiselnnahme beteiligt waren, keinen Anspruch mehr auf Stipendien oder Unterstützungen für das Studieren in Übersee haben.

17.07.2000:
Am Dienstag, 18.06.2000 sollen der Interimspräsident Ratu Josefa Iloilo und sein Stellvertreter, Ratu Jope Senilolo, vereidigt werden.

Die Rückgabe des Monasavu-Staudamms wird spätestens zum kommenden Wochenende erwartet.

Die übernommenen Polizeiwachen in Labasa und Korovou wurden an die Polizei zurückgegeben.

16.07.2000:
Schulen sollen ab 17.07.00 nun endgültig wieder geöffnet werden.

Das Militär hofft - weitere Waffen zu finden
Das Militär hat fast alle Waffen aus dem Parlamentsgebäude zurückbekommen. Man nimmt an, daß die fehlenden Waffen während der Krise nach Levuka verschifft wurden. Tarakinikini sagte, daß es nun in ihrer Verantwortung läge, zusammen mit der Polizei die Waffen wieder zu beschaffen.

Die in Suva weiter bestehende nächtliche Ausgangssperre wurde gelockert: 22:00 - 05:00 Uhr. Dieses wurde von Militär bestätigt.

15.07.2000:
Am Samstag gab es eine Pressekonferenz mit einigen der Geiseln und Ex-Premierminister Mahendra Chaudry. Dieser sagte zu lokalen und internat. Medien:

„The People's Coalition Government (die vom Volk gewählte Regierung) hat weiter die Unterstützung der Mehrheit Fidschis und auch international.”
„Seine Regierung ist immer noch die demokratisch gewählte Regierung und sollte wieder eingestellt werden.”
Er betont das George Speights Anhänger eine Minderheitengruppe seien.

14.07.2000 (abends):
Am Freitag abend wurde um 21:00 Uhr noch der Sicherheitserlaß für das Jahr 2000 bekannt gegeben:

Immunity Decree 2000 (im Original)
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