Straßensperren
und Waffen
Fast alle Straßensperren
wurden mittlerweile aufgehoben.
Alle Waffen, die im Besitz der Terroristen
waren, wurden heute Nachmittag an das Militär zurückgegeben.
Lt Oberst Filipo Tarakinikini überprüfte die Waffen und kontrollierte
deren Verladung auf einen Militär LKW.
GCC - Beschlüsse
Der Great Council of Chiefs faßte einstimmig
die folgenden 4 Beschlüsse:
Ernennung von Tui Vuda Ratu Josefa Iloilo als Übergangspräsident
und Ratu Jope Seniloli als Übergangs-Vize-Präsident.
GCC Vorsitzender Sitiveni Rabuka kommentierte
die Ernennung Ratu Josefas als Präsident als angemessen, da
er vorher unter Ratu Sir Kamisese Mara Vize-Präsident war.
Rabuka sagte, nachdem Ratu Mara aus dem Rennen war, ist es
nur natürlich, daß Tui Vuda seine Nachfolge antrat.
Der dritte Beschluß bezieht sich auf die Beseitung
sämtlicher Straßenblockaden sowie die Rückgabe sämtlicher besetzter
Polizeiwachen, Kasernen, Flughäfen und den Monasavu Hydro-Staudamm.
Rabuka sagte, wenn dieses nicht geschehe, sei es Aufgabe der
Präsidenten und Vize-Präsidenten dieses zu lösen.
In der Zwischenzeit ist eine Militär Delegation
unter Leitung von Lt Oberst Filipo Tarakinikini, begleitet vom
Naitasiri High Chief, Na Turaga Qaranivalu, auf dem Weg zum Parlament,
um die Beendigung von Straßensperren und Übernahmen zu fordern.
Der vierte Beschluß war die Bestätigung des
Entwurfs der Übergangsregierung (s.u.), welcher dem GCC vom Übergangspremierminister,
Laisenia Qarase, übergeben wurde. Rabuka enthüllte, daß dieser
Entwurf spezielle Wege für die Förderung einheimischer Fischdianer
enthielt.
Weiterhin wurde beschlossen einen Ausschuß zu
berufen, der ein Programm für eine Dankesfeier für den vorherigen
Präsidenten, Tui Nayau Ratu Mara, planen soll. Rabuka sagte, dieses
soll die Dankbarkeit des Landes für Ratu Maras Einsatz, als Präsident
des Landes zeigen.
In Bezug auf die Ernennung einer Übergangsregierung,
sagte Rabuka, daß der GCC darüber keinen Beschluß faßte. Diese
Angelegenheit würde von Ratu Josefa und Ratu Jope beschlossen.
Für die Ernennung einer Übergangsregierung dieser Beiden wurde
kein Zeitrahmen gesetzt, da dies respektlos wäre. In der Zwischenzeit
führt die vom Militär eingesetzte Übergangsregierung unter Laisenia
Qarase, die Regierungsgeschäfte weiter.
Internationale Reaktionen
Die Neuseeländische Regierung
will sich bis zur Bekanntgabe der zivilen Übergangsregierung
abwartend verhalten.
Außenminister Phil Goff im Gespräch mit Independent Radio News
in Neuseeland:
„Wenn sie den demokratischen Weg wählen, unterstützen wir sie, wenn nicht....”
Goff sagte, es werde nicht erwartet, daß Geiselnehmer George Speight
und Leute seiner Gruppe demnächst nach Neuseeland reisen werden.
„Es gibt keinen Grund unsere Position zu ändern. Die Leute, die diese
terroristische Aktion durchführten, sind eindeutig schuldig. Und da ist kein
Grund warum wir sie in Neuseeland haben wollen, auch dann nicht wenn sie Familie
und Freunde hier haben.”
Australiens Premierminister, John Howard, begrüßte
die Freilassung der Geiseln. Er bezeichnete ihre Gefangennahme
als kriminelle Tat, die einer demokratisch gewählten Regierung
das verfassungsmäßige Recht, im Interesse der Fidschianischen
Bevölkerung zu regieren, verweigert.
Howard sagte, die Australische Regierung ist tief beunruhigt durch
die Außerkraftsetzung der Fidschianischen Verfassung und die rassistisch
basierte Einstellung künftiger verfassungsmäßiger Vereinbarungen.
Ein Sprecher des Australischen Außenministers,
Alexander Downer, sicherte den Geiseln jede medizinische Behandlung
zu, die sie vor Ort nicht erhalten können.
Auf Anordnung des GCC (Great Council of Chiefs)
wurden die Straßenblockaden am Nachmittag sofort aufgehoben.
Morgen sollen nun alle Waffen der Geiselnehmer an das Militär zurückgegeben
werden.
Der Rat der Chiefs wird morgen ab 10:00 Uhr weiter tagen und einen
Interims-Vize-Präsidenten, sowie die neue Interims-Regierung ernennen.
Die Geiseln wurden nach Ihrer Freilassung von Ärzten
des Roten Kreuzes untersucht und nach Hause zu Ihren Familien entlassen.
Es geht allen den Umständen entsprechend gut. Sie sind sehr erschöpft,
aber auch überglücklich.
Donnerstag: 13.07.2000
AKTUELLE MELDUNG IM RADIO
um 17:22 Uhr (Ortszeit):
Die letzten 18 Geiseln wurden
soeben freigelassen:
Der GCC hatte seine
Verhandlungen unterbrochen und eine Delegation zum
Parlament geschickt.
Diese erinnerten den Terroristen George Speight und
seine Anhänger an den unterzeichneten Muanikau Vertrag
vom Sonntag. Sie machten die sofortige Entlassung der
Geiseln
zur Bedingung
der Fortsetzung der Sitzung des GCC.
Mehr darüber, sobald uns Details vorliegen.
Bekanntgabe des GCC um 18:25
Uhr:
Neuer Interims-Präsident
ist: Tui Vuda Ratu Josefa Iloilo
Donnerstag: 13.07.2000
Das Treffen des Großen Rates dauert an und
es gibt zur Stunde keine neuen Nachrichten.
12:00 Uhr:
Mehr Proteste und Übernahmen durch
Grundbesitzer auf Taveuni und Ovalau. Die Grundbesitzer haben die
Ländereien vor etlichen Jahren für viel Geld verkauft und fordern
nun ihr Land zurück, da es ihnen ja „gehören” würde.
11:00 Uhr:
Friedlicher Protest der Arbeiter
der öffentlichen Verkehrsunternehmen in Lautoka.
10:00 Uhr:
Das Oberhaupt der Provinz Namosi
hat die Bewohner aufgefordert in ihre Dörfer zurückzukehren und
weitere Aktivitäten, wie Straßenblockaden etc. zu unterlassen.
Der Vertrag sei unterzeichnet und man solle in diesem Sinne zusammenhalten.
9:00 Uhr:
Treffen des Boselevu Vakaturaga
Der GCC (Great Council of Chiefs - Große
Rat der Chiefs) trifft heute in der Queen Elizabeth Kaserne in
Nabua zusammen.
Unter Berücksichtigung des Muanikau haben sie den Präsidenten und
der Vize-Präsidenten zu ernennen, so wie auch eine Interims-Regierung.
Suva: Flughafen Nausori
Die Grundbesitzer von Nasilai
in der Provinz Tailevu-Süd waren heute morgen auf dem Weg
zum Flughafen in Suva/Nausori. Sie versicherten dem Radiosender,
daß sie nicht die Absicht haben den Flughafen zu übernehmen.
Sie möchten dem Lilitär nur eine Petition übergeben.
Der Rat der Distrikt Chiefs tagte um 19:30 Uhr immer noch.
21:00 Uhr: Die Namen und Ämter der von ihnen und dem Terroristen
George Speight vorgeschlagenen neuen Regierung wurden bekannt gegeben.
9 Geiseln
frei
Neun der 27, seit dem 19.
Mai festgehaltenen Geiseln wurden heute morgen um 4:00
Uhr im Schutz der Dunkelheit freigelassen. Nach einer Untersuchung
durch das Rote Kreuz wurde alle in einem stabilen Zustand
nach Hause entlasssen.
Familienangehörigen sind erleichtert und überglücklich.
Die Geiseln gaben später am Tag noch ein Interview:
Hier die Originalversionen:
Out after 54 days thanks
to your support that was the message to the people of Fiji
by four of the nine hostages who were released early this
morning when they
attended the Daily Vigil at Suva's Holy Trinity Anglican Cathedral
this afternoon.
The four who attended the vigil were Leo Smith, William Aull, Anup
Kumar and Anand Singh.
The four shared their feelings with the people in church. Former
Commerce Minister, Anup Kumar had a message to the people from
the 18 hostages still in
parliament.
„Let me bring to you greetings
from my collegues still in parliament complex. Without being emotional
and if I do become emotional and it is because of the good things
you have done for us. You know when you are close to the edge,
it is only the prayers and the best wishes of people that go with
you and that gives you strength and courage and there were angels
sent by you in for of Red Cross Director John Scott and the messages
that you sent kept us going. The worst of our
enemies, if I were ever to wish them anything nasty I would never
wish that they should go through whatever we have been through
but there are no ifs in our friends returning. They will join us
some time later.”
Former government backbencher, William Aull also thanked everyone
for their support.
„I would like to thank
the ladies, the wives for getting together and supporting
one another, coming down to the Red Cross everyday. Also
thank Mr John Scott from the Red Cross, boy his done a
wonderful job. And to all the ladies sending us parcels
and letters, we surely appreciated that. You know a bar
of chocolate, it was like gold to us, a banana, that was
something. I thank you again for supporting us when we
were in there.”
Meanwhile Former Attorney General, Anand Singh says the Indo Fijian
hostages were very pleased yesterday when they were united with
their Fijian collegues.
Singh says they played cards and drank yaqona catching up with
each after 54 days.
We also spent time in prayer
and talking and basically enjoyed the fact that we could
talk with each other.”
Singh refused to comment about the hostage situation but was positive
that the remaining 18 hostages will be released by tomorrow.
"I believe the comments ought to be made by the leader when he comes out
tomorrow hopefully. Iam absolutely certain that the 18 hostages will be out tonight
or tomorrow."
Neueröffnung der Cultural Centres in Pacific Harbour
durch den Interims-Premierminister: Lasenie Qarese und Gespräch mit
ihm.
Der Premierminister hatte es ziemlich eilig, da er noch zu einigen
Wahlveranstaltungen zwecks Neuwahlen mußte. Trotzdem hat
er sich einen Moment Zeit genommen, um meine Fragen zu beantworten.
Alles was mit
dem Coup und seinem derzeitigen Amt zu tun hat blieb leider unbeantwortet.
Nur allgemeine Fragen wurden beantwortet und eine Weile später
bekam ich dann folgdenden Brief:
Zusammenfassung weiterer
Nachrichten des gestrigen Tages:
Goff sagt, daß Fidschi Sanktionen
riskiert
Neuseeland hat Fidschi
gewarnt, als das Militär nach der Geiselnahme die Macht übernahm.
Wie der New Zealand Morning Herold berichtet, hat der Außenminister
Goff eine Reihe von Sanktionen angekündigt, die Fidschi auferlegt
werden wenn auch nur einer von Speights Leuten in der neuen Verwaltung
sein würde.
Zukünftige Verbindungen zwischen Fidschi und Neuseeland wären dann
ziemlich trostlos.
Dieses würde Auswirkungen auf humanitäre Hilfe, militärische Kooperation
und die diplomatischen Verbindungen haben. Wirtschaftliche Sanktionen
wurden ebenfalls von Goff angekündigt.
Die Telekommitarbeiter haben ihren Streik aufgehoben
und sind zur Arbeit zurückgekehrt.
Die Provinz Rewa unterstützt die Unterzeichnung
des Muanikau Vertrages durch das Militär.
Am Mittwoch soll im Parlament ein weiterer Rat
(Bose ni Turaga) tagen. Dieser wurde von Speight einberufen.
Es handelt sich hierbei um die Chiefs der Distrikte, die eigentlich
keinerlei Stimmengewalt haben und überhaupt erst zum dritten
Mal seit 1987 und 1991 zusammentreffen.
Einige Mitarbeiter der Telecom Fiji protestieren
immer noch auf dem Parkplatz der Hauptverwaltung. Sie wollen
das 7 Angestellte indischer Abstammung herausgeschmissen werden.
- In der Filiale in Labasa ist es ähnlich.
Dienstag: 11.07.2000
AKTUELLE MELDUNG der 14:00 Uhr
Nachrichten:
Haupt-Zentrale der Telecom Fiji in Suva
Einige Anhänger Speights haben
den Parkplatz gesperrt, sind aber noch nicht weiter vorgedrungen.
Die Anzahl der bewaffneten Soldaten wurde hier zur Sicherheit erhöht.
Noch funktioniert der Telefonservice.
Geiseln im Parlament
Aus welchen Gründen auch
immer wurden die Geiseln indischer Abstammung nun mit den
Fidschianer zusammen in eine Raum gebracht. Laut Aussagen
der Radioreporter sahen die Geiseln erschöpft aus, waren
aber auch erleichtert darüber endlich wieder zusammen zu
sein. Es wurde den Reportern nicht erlaubt mit den Geiseln
zu sprechen.
Übernahme des Telecom Fiji Büros
in Labasa
Wie Militärsprecher, Major
Howard Politini, mitteilt, haben einige Dorfwohner das
Büro der Telecom Fiji in Labasa unter ihre Kontrolle gebracht.
Man weiß aber zur Stunde noch nicht wieviele Mitarbeiter
sich zu der Zeit dort befanden.
Andere Verhandlungen dauern noch
an
Die Verhandlungen einiger
Provinzräte mit den Leuten von Speights dauern noch an.
Es geht hierbei um die Freilassung der Polizisten in Korovou
und die Freigabe des Staudammes.
EU will Entwicklungshilfe stoppen
Das europäische Parlament
in Straßburg hat aufgrund der Krise in Fidschi einen besonderen
Beschluß verfaßt.
Dieser soll in Kraft treten wenn es nicht bald zur Wiederherstellung
der Demokratie in Fidschi kommt und die Geiseln nicht freigelassen
werden.
Fidschi bekommt Millionen von Dollars Entwicklungshilfe von der
EU und es gibt eine spezielle Vereinbarung für den Ankauf Fidschianischen
Zuckers.
Man hat auch die Interimsregierung gedrängt die Demokratie wieder
herzustellen und die Geiselnahme zu beenden.
Ansonsten würde man geeignete Maßnahmen ergreifen.
Wichtige Meldung des Tages -
Flughafen in Nadi
Die Grundbesitzer des Gebietes,
des Internationalen Flughafens in Nadi versicherten dem
Militär und der Polizei, daß es hier keine Übernahme geben
wird. So sei der internationale Flugverkehr nicht beeinträchtigt.
Diese Mitteilung wurde gemacht, nachdem das Radio etliche Anrufe
aus der Öffentlichkeit bzgl. der Sicherheit des Flughafens erhalten
hatte.
Montag: 10.07.2000
Weitere Nachrichten des heutigen Tages in Zusammenfassung:
Das Militär erklärt seine Entscheidung, die
Wahl einer Interimsregierung, des Präsidenten und dessen Vertreter
an den GCC abzugeben: "Die Entscheidung des GCC sei wohl die
einzige, die ein Großteil der Gesellschaft akzeptieren wird.
Die Unterzeichnung des Vertrages zwischen dem Militär und den Geiselnehmern
soll die Freilassung der Geiseln beschleunigen und es sei nun Sache
des GCC eine Interimsregierung zu ernennen.
Amnestie für....
Amnestie wurde vom Militär denen
zugesagt, die unmittelbar an der Geiselnahme beteiligt waren, also
Speights Leute im Parlament. Nun wird geklärt inwieweit auch den
Leuten, die jetzt Straßensperren errichten, Polizeistationen unter
Kontrolle usw. Amnestie gewährt werden soll.
Treffen des GCC am Donnerstag
Militärsprecher Filipo
Tarakinikini berichtet, daß das Treffen des GCC am Donnerstag
stattfinden soll. Diese Aussage wird von dem Vorsitzenden,
des Rates, Sitiveni Rabuka bestätigt.
Schließung
der Polizeistationen in Labasa
Aufgrund der Vorkommnisse
in Labasa wurde nun angeordnet, daß alle Polizeiwachen
geschlossen werden, um weiter Übernahmen zu verhindern.
Gerüchte
kursieren in Suva
Wegen einiger Gerüchte,
die in Suva kursieren, wurden die Schulen wieder auf unbestimmte
Zeit geschlossen. Geschäfte, die die Gerüchte ernst nahmen,
haben mittlerweile wieder geöffnet.
Die Gerüchte (welcher Art wird nicht bekannt gegeben) wurden vom
Radiosender überprüft und als unwahr erklärt.
Montag: 10.07.2000
Weitere Nachrichten des heutigen Tages stellen
wir Ihnen morgen zur Verfügung.
Übernahme einer Fischfabrik durch
Dorfbewohner auf Ovalau
Bewohner eines Bergdorfes
auf Ovalau haben die Kontrolle über die Fischfabrik auf
Ovalau übernommen und die Arbeiter nach Hause geschickt. Einer der Dorfbewohner sagt, man wolle damit
George Speight und seine Gruppe unterstützen. Als man sie fragte,
warum sie dieses trotz des unterzeichneten Vertrages tun, äußerten
sie: sie würden weiter machen bis eine neue Interimsregierung ernannt
würde.
Ca. 70 Leute rannten um ca. 4:30 Uhr brüllend
durch die Stadt Levuka. Sie brannten ein Haus nieder und versuchten
erfolglos ein Militärkamp zu übernehmen. Sie zerbrachen einige
Schaufenster, plünderten jedoch nicht.
Das Militär habe alles unter Kontrolle. Die Schulen in Levuka wurden sofort bis auf
Weiteres geschlossen.
21:30 Uhr - Unterzeichung des
Vertrages steht bevor
George Speight kam mit seinen Anhängern
und einem riesigem Medienspektakel (seine Anhänger sangen und feierten
ihn) vom Parlamentskomplex zum Unterzeichnungsort.
Es wird erwartet, daß die Unterzeichnung nun vollzogen wird.
20:25 Uhr - Übernahme der Polizeistation
in Savusavu
Heute Nachmittag um
17:00 Uhr wurde die Polizeistation in Savusavu auf
Vanua Levu von 4 Soldaten und ein paar Dorfbewohner übernommen.
Man weiß nicht wer diese Leute sind. Ein Militärsprecher
bestätigt dieses und sagt es sei nicht feindselig.
Bewohner von Savusavu sagten aus, daß in der Stadt ansonsten alles
normal wäre.
Versuche, des Radiosenders, mit der Polizeiwache in Kontakt zu
treten, scheiterten - die Belagerer ließen das Telefon klingeln.
Um 19:00
Uhr wurde
auf Vanua Levu eine weitere Polizeistation von 39 Leuten
unter Kontrolle genommen. Das Militär geht dieser Meldung
noch nach.
Vertragsunterzeichnung!!!
Laut Meldungen, soll der Vertrag
zwischen dem Militär und den Geiselnehmern heute Abend gegen 20:00
Uhr unterschrieben werden.
Internationale Hilfe
Der ICFI (Internationale Kongreß Fidschianischer
Inder), der aller Inder Fidschianischen Ursprungs vertritt, fordert
Commodore Frank Bainimarama auf internationale Hilfe der Vereinten
Nationen und des Commonwealth zu erbieten.
Die Krise sei an einem Punkt angelangt, wo das Militär wohl auch
nicht mehr weiterkommt. Das Militär solle einsehen, daß es die
geforderte Sicherheit nicht mehr bieten kann und um Unterstützung
bitten.
Das Treffen der Geiselnehmer
mit dem Militär wurde auf heute Nachmittag 16:00 Uhr verschoben.
Die Geiselnehmer seien optimistisch, daß diese Verhandlung endlich
zum Ende der Krise führen werde. Das Militär schweigt sich aus.
Das Dorf Korovou wird weiterhin belagert - nun schon den zweiten
Tag.
Sonntag: 09.07.2000
bis Mittag
Einer der Anhänger Speights, der letzten Dienstag
bei der Schießerei verletzt wurde, ist letzte Nacht seinen Verletzungen
erlegen.
Die Straßensperren wurde teilweise entfernt,
so daß wenigstens ein Spur genutzt werden kann. Die Geiseln in
Korolevu (16 Polizisten, 9 Soldaten und 3 Staatsbeamte) werden
weiter festgehalten. Es wird abgeraten in diese Gegend zu fahren.
Steht immer noch unter Kontrolle der Bewohner.
Rebellen stimmen weiteren Verhandlungen
zu
Das Treffen zwischen den Geiselnehmer
und dem Militär endete spät in der letzten Nacht. Man will
Commodore Frank Bainimarama einen neuen / weiteren Vorschlag
zur Lösung unterbreiten.
Speights Gruppe, so scheint es, hat dem GCC (Great Council of Chiefs)
zugestanden einen neuen Präsidenten zu ernennen. Im Gegenzug will
das Militär nun allen Beteiligten Amnesty gewähren. Was bedeutet,
daß niemand der Unterstützer Speights, egal was er gemacht hat
(Geiselnahme, Plünderung, Straßensperren etc.) dafür bestraft werden
wird.
Es wird erwartet das der GCC am kommenden Mittwoch
zusammentrifft und das noch am gleichen Tag die Geiseln freigelassen
werden.
Samstag: 08.07.2000
Im Großen und Ganzen gab es über
den Tag nichts Neues.
Überall wird verhandelt,
Straßensperren von Dorfbewohnern werden kurzfristig aufgehoben,
dann werden die Straßen doch wieder geschlossen. Die militärische
Sperrzone um das Parlament wurde auch erst einmal wieder
aufgehoben, weil es die Verhandlungen negativ beeinflussen
würde. Also ein ständiges Hin und Her.
US Regierung und Krise in Fidschi
Der US-Botschafter wurde
hinsichtlich der Krise in Fidschi von den vereinigten Staaten
zurückgerufen. Man diskutiert intensiver über die Situation
und zieht verschiedene Schritte zusammen mit anderen
Nationen in Betracht, die ernste Folgen für Fidschi haben
könnten.
Samstag: 08.07.2000 12:45 Uhr
Die letzten Meldungen im Radio:
Straßensperren in mehreren Bereichen im östlichen Bereich der Hauptinsel.
Statt einzelne Nachrichten zu bringen, möchten
wir nun unsere Meinung dazu schreiben:
Die Situation eskaliert langsam. Es werden überall Straßensperren
von Dorfbewohnern aufgebaut. Die gesamte Polizeistation und einige
Soldaten vom Check Point in Korovou wurden in Geiselhaft genommen.
Es handelt sich um ca. 30 Leute, die von 150 Dorfbewohnern gefangen
halten werden.
Dieses alles richtet sich nicht gegen Touristen, aber uns ist es
heute nicht möglich, die Hauptstraßen der Insel ohne Probleme zu
befahren.
Sämtliche Verhandlungen verlaufen unserer Meinung
nach im Sand. Im Radio teilt man immer wieder mit, daß das Militär
weiterhin alles unter Kontrolle hat. Dieses kann aufgrund der
Meldungen nicht sein. Es ist einfach widersprüchlich.
Die Nacht war ruhig, auch in der militärischen
Sperrzone rund um das Parlament.
Freitag: 07.07.2000
Zusammenfassung der Nachrichten:
Die einzelnen Nachrichten sind mittlerweile
so umfangreich, daß wir uns auf das Wichtigste beschränken.
Nach Beendigung der Verhandlungen kehren die
Anhänger Speights zurück ins Parlament, um darüber zu diskutieren.
Am Abend sollen dann wieder Verhandlungens stattfinden.
Laut Militärsprecher Tarakinikini tragen die Verhandlungen Früchte.
Die Gespräche in der Queen Elizabeth Kaserne,
zwischen Speights Leuten und dem Militär werden fortgesetzt. Man
hofft endlich eine Lösung zu erzielen. Interimspremierminister
Qarase ist optimistisch
Es sagt, daß er und sein Interimskabinett eine schnelle, friedlich
Befreiung der Geiseln herbeiführen wollen, sofern dies möglich
ist.
Das Ausarbeiten einer neuen Verfassung würde einige Zeit in Anspruch
nehmen.
Er stellte fest das die Schäden in der Wirtschaft jetzt schon drei
Mal größer sind als bei dem Coup 1987.
Um das Land wieder aufzubauen sei viel Unterstützung von Außen
nötig.
Es sollen wieder Treffen / Verhandlungen zwischen
dem Geiselnehmer Speight und dem Militär stattfinden. Der Chief
der Provinz, zu der der Staudamm gehört, soll daran teilnehmen.
Er will über die Freilassung der Geiseln und der Situation am Staudamm
verhandeln.
Zwischenzeitlich gab es aufgrund des Stromausfalles
heute morgen keine internationale Internetanbindung. Diese Störung
wurde jedoch am Nachmittag beseitigt.
Die Situation in Fidschi sein
ruhig, abgesehen von den Stromausfällen. Die FEA versucht diese
Zeit auch mit dem Einsatz von Dieselgeneratoren zu überbrücken.
Die Bewohner in der Parlamentsgegend haben noch 10 Stunden Zeit
diesen Bereich zu verlassen. Die, die dort bleiben wollen, haben
keine Sicherheitsgarantie durch das Militär.
Die Verhandlungen der Elektrizitätsgesellschaft
FEA mit den Gurndbesitzern des Staudamms gehen weiter. Für die
Zeit, bis eine Lösung erreicht wird, wird es in etlichen Gebieten
Stromrationierungen geben. Das heißt alle 2 Stunden sollen die
Gebiete, die mit Strom versorgt werden, gewechselt werden.
Freitag: 07.07.2000
Die Nachrichten des heutigen Tages werden wir
morgen für Sie bereitstellen, da wir heute in Suva waren. Unser Eindruck: Es ist sehr ruhig, an großen Kreuzungen, vor allem in der Nähe
des Parlamentes (hier verstärkt) gibt es immer noch Militärkontrollpunkte.
Das sonst Freitags übliche Verkehrschaos gab es nicht und die Stadt
war im Gegensatz zu "normalen" Wochentagen ziemlich leer.
Die allgemeine Stimmung war bedrückend, aber das bemerkt man nur
wenn man die Stadt kennt.
Donnerstag: 06.07.2000
Scheinbar gibt es nun an einigen Stellen des
Landes kleinere Unruhen, die den Tourismus jedoch nicht beeinträchtigen.
Wir fassen die Meldungen zusammen:
23:55 Uhr:
Störungen
der Wasserversorgung während des Stromausfalls
Die Menschen, die in Suva und Umgebung leben, werden aufgefordert
sich Wasserreserven zu schaffen, da es aufgrund der Stromausfälle
zu Problemen bei der Wasserversorgung kommen kann. Ebenfalls sollte
das Trinkwasser vorsichtshalber abgekocht werden.
19:00 Uhr:
Die
Verhandlungen zur Aufhebung der Straßensperre in Namosi halten
an.
18:50 Uhr:
Monasavu
Staudamm übernommen
Die Grundbesitzer des Landes, zu dem der Staudamm gehört, haben
laut Chef der Elektrizitätsgesellschaft FEA, das Land und sämtliche
Elektrizitätsanlagen übernommen. Die Arbeiter der FEA halte man
gefangen.
Dieses sei die Ursache des Stromausfalles auf fast der gesamten
Hauptinsel. Die Tore des Dammes wurden geschlossen und so gibt
es nicht genug Wasserdruck um Strom zu produzieren.
Eine militärische Delegation wird mit den Grundbesitzern verhandeln.
18:50 Uhr:
Die
Straßensperre bei Namosi wurde erneut errichtet und das Militär
versucht die Situation zu lösen.18:00 Uhr: Eine
Delegation der Chiefs der Provinzen Naitasiris übergaben dem
Militär im Hauptquartier eine Petition, deren Inhalt nicht bekannt
gegeben wurde.
17:50 Uhr:
In
einer halben Stunde soll es wieder Strom in Suva geben.
16:35 Uhr:
Laut
der Elektrizitätsgesellschaft läge das Problem des Stromausfalls
an einer der Hauptleitungen und der Fehler würde bis 19:00 Uhr
behoben sein.
16:30 Uhr:
das
Militär versichert der Öffentlichkeit, daß es noch alles unter
Kontrolle habe und das man weit von der Katastrophe entfernt
sei, mit der gerechnet wurde. Man sei nicht von der Welt abgeschnitten
und halte den Kontakt zu den Nachbarländern aufrecht.
16:25 Uhr:
Eine
weitere Straßensperre bei einem kleineren Dorf wurde aufgelöst
und ein Militärkontrollpunkt wurde dort errichtet.
15:15 Uhr:
Stromausfall
in der Mitte und dem östlichen Bereich Viti Levus
Im westlichen Teil gibt es bereits wieder Strom. Die örtliche Elektrizitätsgesellschaft
untersucht woran es liegen könnte.
Wir selber können einen
Stromausfall (hier in Pacific Harbour) zwischen 15:00 und
15:15 Uhr bestätigen.
14:10 Uhr:
Straßensperre
in Namosi
Um 14:00 Uhr wurde berichtet das etwa 200 Leute die Zufahrtsstraße
Nabukavesi gesperrt haben. Gegen 14:10 wurde diese Meldung bereits
korrigiert. Die Straßensperre bestand aus 15 Leute und hatte zur
Folge, daß die Schulen in diesem Gebiet um die Mittagszeit wieder
geschlossen wurde. Mittlerweile, so die Polizei aus Navua, sei
die Straßensperre wieder aufgehoben. Die Leute wollten mit dieser
Sperren gegen die Geschehnisse vom Dienstag protestieren.
13:15 Uhr:
Die
Grundbesitzer in Labasa schließen nicht aus, den Flughafen wieder
zu schließen, wenn die Gespräche zwischen dem Militär und George
Speight ohne Erfolg verlaufen.
Die Verhandlungen zwischen einer Delegation des Militärs und Speights
Leuten haben am Morgen begonnen und werden zur Stunde fortgesetzt.
13:05
Uhr:
Proteste
bei Kontrollcenter für den Landtransport (Busse etc.)
Dieses Kontrollcenter soll am 04.09.00 in Privatbesitz übergehen.
Da sich der jetzige Chef und der Nachfolger über die Arbeitsweise
nicht einig sind und somit Verwirrung beim Personal stiften, hat
dieses heute protestiert.
12:00 Uhr:
Der
Flughafen in Labasa ist wieder in Betrieb und gegen 12:50 Uhr
wird eine Maschine aus Suva erwartet.
11:30 Uhr: Der
Flughafen in Labasa war von 9:00 - 10:45 Uhr heute morgen geschlossen.
Alle lokalen Fluglinien haben ihre Flüge dorthin für den heutigen
Tag gestrichen.
Donnerstag: 06.07.2000
Weitere
Anhänger Speights in
Labasa angekommen
Gestern Abend sind weitere
Leute, die Speight unterstützen wollen, in der Sukanaivalu
Kaserne in Labasa, eingetroffen und es wird versucht die
Meuterei fortzusetzen.
Der Flughafen in Labasa ist geschlossen und alle Flüge dorthin
wurden eingestellt.
Weiteres ist zur Stunde nicht bekannt
Mittwoch: 05.07.2000
Stabilität in Labasa hängt
von erfolgreichen Verhandlungen mit den Chiefs ab
Entgegen der letzten Meldungen
des heutigen Tages ist in Labasa auf Vanua Levu doch noch
nicht alles geklärt. Die Waffen wurden zurückgegeben, daß ist
richtig und man versicherte dem Hauptquartier in Nabua,
daß keine Waffen aus der Kaserne entwendet werden können.
Man will nichts weiter unternehmen bis alle Chiefs der
Region informiert sind.
Sperrgebiet rund um das Parlament
Ab heute Nacht 0:00 Uhr
wird das Gebiet um den Parlamentskomplex „Sektor 1” zum
militärischen Sperrgebiet erklärt. Dieses wurde heute Nachmittag
von Militärsprecher, Filipo Tarakinikini, bekannt gegeben.
Genaue Anweisungen und Gebietsbeschreibungen werden den dort lebenden
Menschen mitgeteilt. Diese müssen nun innerhalb von 24 Stunden
ihre Häuser etc. verlassen. Dazu gehören auch etliche auswärtige
Botschafter (USA, Frankreich etc.)
Neue Wendung zur Meuterei in
Labasa
Nachdem heute morgen die
Nachforschungen in Labasa weitergingen, verkündet Militärsprecher,
Filipo Tarakinikini, daß das Problem auf Vanua Levu noch
heute gelöst werden soll.
Die Soldaten gehen wieder ihren militärischen Pflichten in Labasa
nach und die Waffen wurden wieder zurückgegeben. Diese Meuterei
sei aber nun ein Teil einer Handlung gewesen, man verhandelt nun
mit einigen einflußreichen Leuten und mit den drei beteiligten
Oberhäuptern. man ist der Ansicht, daß mehr dahinter steckt und
versucht dieses jetzt zu klären, indem man auch die Menschen in
der Gegend befragt.
Eine Vereinigung von Leuten kritisiert
die Interimregierung
Als unnötig, undemokratisch
und verfassungswidrig bezeichnen die ehemaligen Mitglieder
der Volkskoalition die Interimsregierung. Eine Behauptung,
die von dem ehemaligen Ausbildungsminister , Pratap Chand,
und dem stellvertretenden Leiter der Fijian Association
Partei, Dr. Isimeli Cokanasiga bestätigt wird. Sie sagen
die Befreiung der Geiseln hätten vom Militär vorrangig
und mit höchster Priorität behandelt werden müssen. Stattdessen
hätte das Militär durch die Bestimmung einer Interimsregierung
nun die Freilassung der Geiseln weiter hinausgezögert und
entgegen der Verfassung von 1997 gehandelt.
Reporter geschlagen
Gestern wurde ein Reporter
der Zeitung „Fiji Sun” von Speights Anhängern
geschlagen - sie dachten es wäre ein Fotograf der Polizei.
Sie nahmen ihm die Kamera und die Geldbörse ab. Der Verleger,
Tony Singh, der Zeitung wird keine Reporter mehr zum Parlament
schicken, auch wenn deren Sicherheit garantiert wird.
Dienstag: 04.07.2000
ab Mittag
Schulen wieder geschlossen (Viti
Levu + Vanua Levu)
Die Schulen, die seit Montag
wieder geöffnet waren, sind nun wieder für einige Tage
geschlossen - was für viele Schüler und Studenten ein großer
Verlust ist. Die Studenten verlieren ein ganzes Semester.
Fünf Zivilisten verletzt und
sechs werden vermißt
Fünf von Speights Anhängern
wurden niedergeschossen (einer von ihnen ist schwer verletzt),
von den beteiligten Soldaten wurde keiner verletzt.
Die Gruppe von ca. 300 Anhängern ist mittlerweile zurück im Parlament,
zwei der Verletzten wurden in ein Krankenhaus gebracht und die
Geiselnehmer halten eine Konferenz ab. Nach dem 15 minütigen Schußwechsel
ist es nun wieder ruhig.
Unter den bewaffneten Speight Anhängern befanden sich sogar Kinder.
Die Geiselnehmer vermissen noch sechs ihrer Leute.
Feuerpause wird ausgehandelt
George Speights Gruppe verhandelt
mit dem Militär über eine Feuerpause.
Im Moment wird nicht mehr geschossen. Die Bewohner der Gegend hatten
sich in ihren Häusern versteckt und von ihnen ist niemand zu Schaden
gekommen.
Schüsse im Parlament
Gegen 15:30 Uhr fand ein
Schußwechsel zwischen Speights Leuten und einigen Soldaten
um das Parlamentsgebäude statt.
Ein Reporter, der die Szene beobachtete, konnte nicht sagen ob
Menschen getötet wurden.
Laut des Reporters kam es zu diesem Schußwechsel als sich 300 bewaffnete
und unbewaffnete Leute aus dem Parlament dem Checkpoint näherten.
Übernahme des Militärhauptquartiers
in Labasa
Soldaten in der Vaturekuka
Kaserne in Labasa auf Vanua Levu warfen ihren Oberbefehlshaber,
Pauliasi Rokoluiu hinaus.
Militärsprecher, Filipo Tarakinikini sagte, daß dieses nun untersucht
würde, aus Labasa war niemand zu einer Stellungnahme bereit.
Es handelte sich um Gruppe Rebellen, die vom ehemaligen SVT Parlamentarier
und Informationsminister, Ratu Josefa Dimuri und zwei Soldaten
angeführt wird. besteht. Man wolle damit George Speight unterstützen.
In den Kasernen von Labasa herrschte Uneinigkeit. Etwa die Hälfte
der Soldaten sprach ihre Loyalität dem Commodore Frank Bainimarama
aus, die anderen standen auf Speights Seite. So nutzte Ratu Josefa
Dimuri, die Abwesenheit des Oberbefehlshabers, um die Kaserne zu übernehmen.
Sie wollen jetzt mit Speight in Kontakt treten und haben für 18:00
Uhr eine Pressekonferenz einberufen.
Vier Mitglieder des Militärs
kamen aus Suva nach Labasa. Sie trafen um kurz nach 18:00
Uhr dort ein, um die angebliche Meuterei aufzulösen. Sie
wurden mit einer traditionellen Fidschianischen Zeremonie
Willkommen geheißen und den Reportern wurde der Zugang
zu der Kaserne verweigert.
Kurze Zeit später wurden die Waffen nach erfolgreichen Verhandlungen
zurückgegeben. Der Anführer der Rebellen, so stellte sich heraus,
stammte aus der Taukei Region, in der Speight aufgewachsen ist.
Dieses wurde vom Militärsprecher bestätigt. Auch das Militär gegen
die beteiligten Soldaten etwas unternehmen wird.
Premierminister Qarases erstes
Zusammentreffen mit den Medien
Nachdem am Morgen die Mitglieder
der Interimsregierung in der Königin Elizabeth Kaserne
vereidigt wurden, sprach der Interimsminister Laisenia
Quarase auf einer Pressekonferenz das erste Mal zur Nation.
Er appellierte an das nationale Bewußtsein der Bevölkerung: Jeder
solle helfen das Land zu rehabilitieren und wieder aufzubauen,
so daß das letztendlich alle Menschen etwas davon haben. Das wäre
der Grund warum er und die anderen Kabinettsmitglieder ihr Amt
angenommen hätten.
Die Interimsgerierung werde sich in den nächsten Tagen und Wochen
zusammensetzten und die wichtigsten Punkte, die wieder zur Normalität
führen sollen, beraten. Ebenso soll ein Haushaltsetat ab 01.08.00
und für das Jahr 2001 zusammengestellt werden.
Oberste Priorität hätte jedoch die Freilassung der Geiseln, die
Rückgabe der Waffen, die Sicherheit der Bürger und des Landes.
Dienstag: 04.07.2000
bis Mittag
Speights Antwort auf die zivile
Interimsregierung
Geiselnehmer Speight sagt,
daß er die Interimsregierung so nicht anerkennt und fordert Commodore
Frank Bainimarama auf diese sofort wieder aufzulösen und
Tui Vuda, Ratu Josefa Iloilo als Präsidenten zu ernennen.
Speight die Interimsregierung strikt ab.
Speights Worte:
„Wir sehen sie als Opportunisten, als politische Opportunisten. Der Großteil
der Posten ist mit Leuten besetzt, die eine große Liebe zu Fidschi haben. Dieses
sei zu begrüßen, jedoch nur in normalen Zeiten und nicht in Zeiten einer Krise.
Hier wären Profis gefragt.”
Speight hat Vergeltung angedroht, wenn das Militär seine Forderungen
nicht erhört.
Weiterhin behauptet Speight, daß Militär ignoriere seine Forderungen
und die Wünsche vieler Menschen.
Um 10:30 Uhr werden die Profile der einzelnen
Minister und Kabinettsmitglieder bekannt gegeben. Diese Kurzlebensläufe
dürften für Sie nicht weiter interessant sein.
Kaum im Amt, wird das neue Kabinett wird auch sofort wieder kritisiert:
Die neue Regierung besteht nur aus Fidschianern und nur aus Männern,
was einige Menschen hier schon wieder einen sexistischen Hintergrund
vermuten läßt.
Eine Gruppe von Frauen ist der Meinung, daß der
Beitrag der Frauen zur Entwicklung Fidschis völlig außer Acht gelassen
wird.
Montag: 03.07.2000
Hier in diesem Haus im Militärkamp Nabua wurden
die Mitglieder der zivilen Interimsregierung heute Nachmittag bekannt
gegeben
In
einer Pressekonferenz am Nachmittag gab
Commodore Frank Bainimarama ---->
die zivile Interimsregierung bekannt:
Diese 19 neu ernannten Minister und Kabinettmitglieder
werden morgen um 10:00 Uhr vereidigt:
Premierminister and Minister of Information: Laisenia Qarase
Deputy Prime Minister and Minister for Fijian Affairs: Ratu Epeli Nailatikau
Finance: Rt Jone Kuboubola
Agriculture: Luke Ratuvuki
Foreign Affairs and Sugar: Kaliopate Tavola
Home Affairs: Rt Talemo Ratakele
Education: Nelson Delailomaloma
Attorney General: Alipate Qetaki
Labour and Industrial Relations: Hector
Hatch
Infrastructure and Energy: Joketani Cokanasiga
Housing: John Teiawa
Transport and Tourism: Jone Koroitamana
Rural Development: Fatiaki Misau
Health: Peter Nacuva
Youth and Sports: Keni Dakuidreketi
Lands: Rt Josua Toganivalu
Women and Culture: Paula Sotutu
Business, Trade and Commerce: Tomasi Vuetilovoni
Asst Minister Fijian Affairs: Rt Suliano Matanitobua
Wie auch immer, Oberhaupt der Militärregierung
Commodore Frank Bainimarama sagt, daß er für die Regierung und
das Kabinett verantwortlich ist, bis vom GCC ein neuer Präsident
ernannt wird. Er betont, daß der GCC erst dann zusammentrifft,
wenn die 27 Geiseln befreit sind, die Waffen dem Militär zugegeben
wurden und Recht und Ordnung wieder hergestellt ist.
Noch heute sollen die Mitglieder der zivilen
Interims-Regierung bekannt gegeben werden
Das Militär versucht nun
so schnell wie möglich eine zivile Interims Regierung zusammenzustellen.
Die Veiuto-Gegend wurde nun zur militärischen Sperrzone
erklärt, was aber lt. Militärsprecher Filipo Tarakinikini
nicht bedeutet, daß man irgendwelche militärischen Aktionen
unternehmen will. Man wolle lediglich die Sicherheit in
diesem Gebiet gewährleisten.
Militärisches
Sperrgebiet rund um den Parlamentskomplex
Der Plan, das Gebiet rund
um den Parlamentskomplex zum militärischen Sperrgebiet
zu erklären nimmt Formen an. Etwa 300 Familien sollen evakuiert
werden, wurde am Wochenende in den Medien bekannt gegeben.
48 Stunden bevor es soweit ist, werden die Familien informiert.
Denen, die bleiben wollen, gibt das Militär keine Sicherheitsgarantie.
Es soll sich niemand mehr dort aufhalten, sämtliche Büros und Geschäfte
dort werden geschlossen, keine Fahrzeuge hineingelassen, die Wasserversorgung
sowie Telekommunikationsmöglichkeiten etc. werden stark eingeschränkt
werden.
Den betroffenen Familie wird jede mögliche Unterstützung seitens
des Militärs zugesagt.
Weiter wurden nur die genauen Gebiete der Zone bekanntgegeben.
Am Samstag und am Sonntag
war es ruhig. Es gab keine besonderen Vorkommnisse.
Freitag: 30.06.2000
10 Maori auf dem internationalen
Flughafen festgehalten
Heute Mittag wurde in den
Nachrichten verkündet, daß eine Gruppe Maori, Verfechter
von Rechten der Einheimischen, in Nadi angekommen sei.
Ihr Anführer Tamae Iti äußerte, daß man Speight bedingungslos mit
allen Mitteln unterstützen werde. Jede erdenkliche Hilfe wolle
man Speight entgegenbringen, auch Finanzielle. Er biete dieses
von sich aus an und sei nicht von Speight darum gebeten worden.
Diese 10 Maori wurde sofort des Landes verwiesen und mußten mit
dem nächsten Flugzeug nach Neuseeland zurückkehren.
Dieses Flugzeug wurde nach einigen bekannt gewordenen Drohung noch
einmal nach Nadi zum Flughafen zurückgerufen und einer Sicherheitsüberprüfung
durch das Miltär unterzogen.
Die australische Handelssperre
wurde gestern um 14:00 Uhr aufgehoben
Man hofft, daß nun alle
Leute, die Ihre Arbeit dadurch verloren haben, diese wieder
bekommen.
Speights Forderungen und Gegenforderungen
Der Geiselnehmer Speight
sagt, daß die gegenwärtige ausweglose Situation nur aufgrund
der Interims-Militärregierung bestünde und gelöst werden
kann wenn Ratu Josefa Iloilo zum Interims-Präsidenten ernannt
wird.
Sobald diese Frage geklärt sei, würde er die Geiseln freilassen.
Speight behauptet, daß das Militär Ratu Josefa Iloilo nicht ernennen
will, weil sie weiterhin wollen, daß Ratu Sir Kamisese Mara in
seiner Position als Präsident bleibt. Dieses wurde vom Militär
konsequent abgestritten.
Laut Speight wäre es gar nicht erst soweit gekommen, wenn das die
Militärregierung Ratu Mara die leitende Position nicht entzogen
hätte. er erklärt auch, daß sie einige der Beschlüsse des GCC (Great
Council of Chiefs) angenommen hätten. Zum Beispiel, daß Ratu Mara
noch für ca. 6 Monate Präsident bleiben soll. Bevor jedoch der
Große Rat alle anderen darüber hätte informieren können, hätte
das Militär die Macht übernommen und Ratu Mara die Präsidentschaft
entzogen.
Weiterhin behauptet er, daß das Militär nicht ehrlich zu ihm gewesen
sei. So sagt es aber auch das Militär von ihm.
Wir werden bald nicht mehr schlau aus den ganzen Meldungen,
vor allem nicht aus den Aussagen die Speight macht.
Die letzte Meldung vom Donnerstag Abend:
Journalisten im Parlament aufgehalten
Etwa 20 Journalisten, nationale
und internationale, wurden heute Abend für ca. 1 1/2 Stunden
im Parlamentskomplex festgehalten. Laut Aussage von Speight
und seinen Leuten, zur Sicherheit der Journalisten.
Wie die Reporter des Radiosenders berichteten, waren sie zu einer
Pressekonferenz um 18.30 Uhr geladen. Ihnen wurde von Speight mitgeteilt,
daß sie im Gebäude bleiben müssen, da in Veiuto ( Umgebung des
Parlamentes), wie Speight von seinen Leuten gehört hatte, einige „lustige” (vermutlich
angetrunken) Soldaten umherfahren. Man sagte ihnen, daß dieses
zu ihrer eigenen Sicherheit geschehe.
Als die Journalisten dann gegen 21:30 Uhr das Parlamentsgebäude
verließen, stellten sie nichts Außergewöhnliches fest. Die Soldaten
an den Check Points waren noch die gleichen, die schon bei ihrem
Eintreffen dort im Einsatz waren.
Die 4 Reporter des Radiosenders stellten bei ihrem Aufenthalt im
Parlament keine Veränderung oder gar Einschüchterung Speights und
seiner Anhänger fest. Sie scheinen an ihrem Vorhaben festzuhalten.
Donnerstag: 29.06.2000
Dieses war die letzte Nachricht von ca. 16:00
Uhr
Das Militär trifft Vorsichtsmaßnahmen
Das Militär plant das Parlamentsgebäude
zu isolieren. Es soll zwar in den nächsten Stunden eine
Entscheidung zwischen Speight und dem Militär getroffen
werden. Wenn es dazu kommt wird der Plan, das Parlament
zu isolieren nicht in Kraft treten. - Eine reine Vorsichtsmaßnahme.
Nach Plan würde die gesamte Umgebung des Parlamentkomplexes zur
militärischen Zone erklärt. Diese Vorsichtsmaßnahme würde für die
Zeit, in der die Interimsregierung ernannt würde, gelten. Man würde
den Bewohnern dort 48 Stunden Zeit lassen, sich aus den bekannt
gegebenen Gebieten zurückzuziehen.
Diese Aussagen wurden von Filipo Tarakinikini
bestätigt. Diese Gebiete dürften dann nur noch mit Genehmigung
des Militärs betreten werden.
Märsche in den nächsten
Tagen
Für die nächsten Tage sind
eine Reihe Märsche von Frauenorganisationen, der Kirche
etc. geplant. Einige sind schon genehmigt. Einer der in
Richtung Parlamentsgebäude gehen soll, muß noch von der
Polizei abgesegnet werden.
Auch in Neuseeland soll es Märsche für Fidschi geben.
Die Australische Handelssperre
gegen Fidschi soll aufgehoben werden
So haben Hersteller und
Arbeitgeber entschieden, es habe schon zu viele Arbeitslose
dadurch gegeben. Noch heute Nachmittag soll die Handelssperre
Australiens aufgehoben werden - so einer Entscheidung letzter
Nacht. Man will das Militär bewegen endlich eine Entscheidung
zu treffen, die zur Befreiung der Geiseln führt.
Militär
gibt Entscheidung bekannt
Das 24 stündige Ultimatum
ist abgelaufen und das Militär zieht nun in Betracht eine
Interimsregierung für 24 Monate zu ernennen. Diese soll
die Verfassung prüfen, die Wirtschaft verbessern und eine
Wahl organisieren.
Weiterhin gab der Militärsprecher Filipo Tarakinini bekannt, daß Ratu
Josefa Iloilo es abgelehnt hat die Präsidentschaft zu übernehmen
wenn es eine Interimsregierung geben sollte.
Speight äußerte gegenüber dem Radiosender, daß er die Geiseln freilassen
wird, sobald Iloilo zum Präsidenten ernannt wurde.
Ratu Josefa Iloilo schwieg sich zu diesen Äußerungen
aus.