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Seite 5 (29.06. - 14.07.2000):
 
Freitag: 14.07.2000 Straßensperren und Waffen
Fast alle Straßensperren wurden mittlerweile aufgehoben.

Alle Waffen, die im Besitz der Terroristen waren, wurden heute Nachmittag an das Militär zurückgegeben.
Lt Oberst Filipo Tarakinikini überprüfte die Waffen und kontrollierte deren Verladung auf einen Militär LKW.

GCC - Beschlüsse
Der Great Council of Chiefs faßte einstimmig die folgenden 4 Beschlüsse:
  1. Ernennung von Tui Vuda Ratu Josefa Iloilo als Übergangspräsident und Ratu Jope Seniloli als Übergangs-Vize-Präsident.
  2. GCC Vorsitzender Sitiveni Rabuka kommentierte die Ernennung Ratu Josefas als Präsident als angemessen, da er vorher unter Ratu Sir Kamisese Mara Vize-Präsident war.
    Rabuka sagte, nachdem Ratu Mara aus dem Rennen war, ist es nur natürlich, daß Tui Vuda seine Nachfolge antrat.
  3. Der dritte Beschluß bezieht sich auf die Beseitung sämtlicher Straßenblockaden sowie die Rückgabe sämtlicher besetzter Polizeiwachen, Kasernen, Flughäfen und den Monasavu Hydro-Staudamm. Rabuka sagte, wenn dieses nicht geschehe, sei es Aufgabe der Präsidenten und Vize-Präsidenten dieses zu lösen.
In der Zwischenzeit ist eine Militär Delegation unter Leitung von Lt Oberst Filipo Tarakinikini, begleitet vom Naitasiri High Chief, Na Turaga Qaranivalu, auf dem Weg zum Parlament, um die Beendigung von Straßensperren und Übernahmen zu fordern.
  1. Der vierte Beschluß war die Bestätigung des Entwurfs der Übergangsregierung (s.u.), welcher dem GCC vom Übergangspremierminister, Laisenia Qarase, übergeben wurde. Rabuka enthüllte, daß dieser Entwurf spezielle Wege für die Förderung einheimischer Fischdianer enthielt.
Weiterhin wurde beschlossen einen Ausschuß zu berufen, der ein Programm für eine Dankesfeier für den vorherigen Präsidenten, Tui Nayau Ratu Mara, planen soll. Rabuka sagte, dieses soll die Dankbarkeit des Landes für Ratu Maras Einsatz, als Präsident des Landes zeigen.
In Bezug auf die Ernennung einer Übergangsregierung, sagte Rabuka, daß der GCC darüber keinen Beschluß faßte. Diese Angelegenheit würde von Ratu Josefa und Ratu Jope beschlossen. Für die Ernennung einer Übergangsregierung dieser Beiden wurde kein Zeitrahmen gesetzt, da dies respektlos wäre. In der Zwischenzeit führt die vom Militär eingesetzte Übergangsregierung unter Laisenia Qarase, die Regierungsgeschäfte weiter.

Internationale Reaktionen
Die Neuseeländische Regierung will sich bis zur Bekanntgabe der zivilen Übergangsregierung abwartend verhalten.
Außenminister Phil Goff im Gespräch mit Independent Radio News in Neuseeland:
„Wenn sie den demokratischen Weg wählen, unterstützen wir sie, wenn nicht....”
Goff sagte, es werde nicht erwartet, daß Geiselnehmer George Speight und Leute seiner Gruppe demnächst nach Neuseeland reisen werden.
„Es gibt keinen Grund unsere Position zu ändern. Die Leute, die diese terroristische Aktion durchführten, sind eindeutig schuldig. Und da ist kein Grund warum wir sie in Neuseeland haben wollen, auch dann nicht wenn sie Familie und Freunde hier haben.”

Australiens Premierminister, John Howard, begrüßte die Freilassung der Geiseln. Er bezeichnete ihre Gefangennahme als kriminelle Tat, die einer demokratisch gewählten Regierung das verfassungsmäßige Recht, im Interesse  der Fidschianischen Bevölkerung zu regieren, verweigert.
Howard sagte, die Australische Regierung ist tief beunruhigt durch die Außerkraftsetzung der Fidschianischen Verfassung und die rassistisch basierte Einstellung künftiger verfassungsmäßiger Vereinbarungen.

Ein Sprecher des Australischen Außenministers, Alexander Downer, sicherte den Geiseln jede medizinische Behandlung zu, die sie vor Ort nicht erhalten können.

Donnerstag: 13.07.2000 22:45 Uhr:
Ein Entwurf zur Protektion der Fidschianer wurde dem GCC vom Interims-Premierminister vorgelegt:
==> Blueprint (Entwurf) für die Protektion der Fidschianer in Originalfassung

Auf Anordnung des GCC (Great Council of Chiefs) wurden die Straßenblockaden am Nachmittag sofort aufgehoben.
Morgen sollen nun alle Waffen der Geiselnehmer an das Militär zurückgegeben werden.
Der Rat der Chiefs wird morgen ab 10:00 Uhr weiter tagen und einen Interims-Vize-Präsidenten, sowie die neue Interims-Regierung ernennen.

Mahendra Chaudhry

Die Geiseln wurden nach Ihrer Freilassung von Ärzten des Roten Kreuzes untersucht und nach Hause zu Ihren Familien entlassen. Es geht allen den Umständen entsprechend gut. Sie sind sehr erschöpft, aber auch überglücklich.

Donnerstag: 13.07.2000 AKTUELLE MELDUNG IM RADIO um 17:22 Uhr (Ortszeit):

Die letzten 18 Geiseln wurden soeben freigelassen:
Der GCC hatte seine Verhandlungen unterbrochen und eine Delegation zum Parlament geschickt. Diese erinnerten den Terroristen George Speight und seine Anhänger an den unterzeichneten Muanikau Vertrag vom Sonntag. Sie machten die sofortige Entlassung der Geiseln zur Bedingung der Fortsetzung der Sitzung des GCC.


Mehr darüber, sobald uns Details vorliegen.

Bekanntgabe des GCC um 18:25 Uhr:
Neuer Interims-Präsident ist:   Tui Vuda Ratu Josefa Iloilo

Donnerstag: 13.07.2000 Das Treffen des Großen Rates dauert an und es gibt zur Stunde keine neuen Nachrichten.

12:00 Uhr:
Mehr Proteste und Übernahmen durch Grundbesitzer auf Taveuni und Ovalau. Die Grundbesitzer haben die Ländereien vor etlichen Jahren für viel Geld verkauft und fordern nun ihr Land zurück, da es ihnen ja „gehören” würde.

11:00 Uhr:
Friedlicher Protest der Arbeiter der öffentlichen Verkehrsunternehmen in Lautoka.

10:00 Uhr:
Das Oberhaupt der Provinz Namosi hat die Bewohner aufgefordert in ihre Dörfer zurückzukehren und weitere Aktivitäten, wie Straßenblockaden etc. zu unterlassen. Der Vertrag sei unterzeichnet und man solle in diesem Sinne zusammenhalten.

9:00 Uhr:
Treffen des Boselevu Vakaturaga

Der GCC (Great Council of Chiefs - Große Rat der Chiefs) trifft heute in der Queen Elizabeth Kaserne in Nabua zusammen.
Unter Berücksichtigung des Muanikau haben sie den Präsidenten und der Vize-Präsidenten zu ernennen, so wie auch eine Interims-Regierung.

Mittwoch: 12.07.2000 9 Geiseln heute morgen um 4:00 Uhr freigelassen

Suva: Flughafen Nausori
Die Grundbesitzer von Nasilai in der Provinz Tailevu-Süd waren heute morgen auf dem Weg zum Flughafen in Suva/Nausori. Sie versicherten dem Radiosender, daß sie nicht die Absicht haben den Flughafen zu übernehmen. Sie möchten dem Lilitär nur eine Petition übergeben.
Chiefs-Meeting

Der Rat der Distrikt Chiefs tagte um 19:30 Uhr immer noch.
21:00 Uhr: Die Namen und Ämter der von ihnen und dem Terroristen George Speight vorgeschlagenen neuen Regierung wurden bekannt gegeben.

9 Geiseln frei
Neun der 27, seit dem 19. Mai festgehaltenen Geiseln wurden heute morgen um 4:00 Uhr im Schutz der Dunkelheit freigelassen. Nach einer Untersuchung durch das Rote Kreuz wurde alle in einem stabilen Zustand nach Hause entlasssen.
Familienangehörigen sind erleichtert und überglücklich.
Die Geiseln gaben später am Tag noch ein Interview:

Hier die Originalversionen:

Out after 54 days thanks to your support that was the message to the people of Fiji by four of the nine hostages who were released early this morning when they
attended the Daily Vigil at Suva's Holy Trinity Anglican Cathedral this afternoon.

The four who attended the vigil were Leo Smith, William Aull, Anup Kumar and Anand Singh.

The four shared their feelings with the people in church. Former Commerce Minister, Anup Kumar had a message to the people from the 18 hostages still in
parliament.

„Let me bring to you greetings from my collegues still in parliament complex. Without being emotional and if I do become emotional and it is because of the good things you have done for us. You know when you are close to the edge, it is only the prayers and the best wishes of people that go with you and that gives you strength and courage and there were angels sent by you in for of Red Cross Director John Scott and the messages that you sent kept us going. The worst of our
enemies, if I were ever to wish them anything nasty I would never wish that they should go through whatever we have been through but there are no ifs in our friends returning. They will join us some time later.”

Former government backbencher, William Aull also thanked everyone for their support.

„I would like to thank the ladies, the wives for getting together and supporting one another, coming down to the Red Cross everyday. Also thank Mr John Scott from the Red Cross, boy his done a wonderful job. And to all the ladies sending us parcels and letters, we surely appreciated that. You know a bar of chocolate, it was like gold to us, a banana, that was something. I thank you again for supporting us when we were in there.”
Meanwhile Former Attorney General, Anand Singh says the Indo Fijian hostages were very pleased yesterday when they were united with their Fijian collegues.
Singh says they played cards and drank yaqona catching up with each after 54 days.

𔄮We also spent time in prayer and talking and basically enjoyed the fact that we could talk with each other.”

Singh refused to comment about the hostage situation but was positive that the remaining 18 hostages will be released by tomorrow.

"I believe the comments ought to be made by the leader when he comes out tomorrow hopefully. Iam absolutely certain that the 18 hostages will be out tonight or tomorrow."

  Neueröffnung der Cultural Centres in Pacific Harbour durch den Interims-Premierminister: Lasenie Qarese und Gespräch mit ihm.
Der Premierminister hatte es ziemlich eilig, da er noch zu einigen Wahlveranstaltungen zwecks Neuwahlen mußte. Trotzdem hat er sich einen Moment Zeit genommen, um meine Fragen zu beantworten. Alles was mit dem Coup und seinem derzeitigen Amt zu tun hat blieb leider unbeantwortet. Nur allgemeine Fragen wurden beantwortet und eine Weile später bekam ich dann folgdenden Brief:



weitere Nachrichten
Dienstag: 11.07.2000
Zusammenfassung weiterer Nachrichten des gestrigen Tages:

Goff sagt, daß Fidschi Sanktionen riskiert

Neuseeland hat Fidschi gewarnt, als das Militär nach der Geiselnahme die Macht übernahm.
Wie der New Zealand Morning Herold berichtet, hat der Außenminister Goff eine Reihe von Sanktionen angekündigt, die Fidschi auferlegt werden wenn auch nur einer von Speights Leuten in der neuen Verwaltung sein würde.
Zukünftige Verbindungen zwischen Fidschi und Neuseeland wären dann ziemlich trostlos.
Dieses würde Auswirkungen auf humanitäre Hilfe, militärische Kooperation und die diplomatischen Verbindungen haben. Wirtschaftliche Sanktionen wurden ebenfalls von Goff angekündigt.
  • Die Telekommitarbeiter haben ihren Streik aufgehoben und sind zur Arbeit zurückgekehrt.
  • Die Provinz Rewa unterstützt die Unterzeichnung des Muanikau Vertrages durch das Militär.
  • Am Mittwoch soll im Parlament ein weiterer Rat (Bose ni Turaga) tagen. Dieser wurde von Speight einberufen. Es handelt sich hierbei um die Chiefs der Distrikte, die eigentlich keinerlei Stimmengewalt haben und überhaupt erst zum dritten Mal seit 1987 und 1991 zusammentreffen.
  • Einige Mitarbeiter der Telecom Fiji protestieren immer noch auf dem Parkplatz der Hauptverwaltung. Sie wollen das 7 Angestellte indischer Abstammung herausgeschmissen werden. - In der Filiale in Labasa ist es ähnlich.
Dienstag: 11.07.2000 AKTUELLE MELDUNG der 14:00 Uhr Nachrichten:

Haupt-Zentrale der Telecom Fiji in Suva

Einige Anhänger Speights haben den Parkplatz gesperrt, sind aber noch nicht weiter vorgedrungen. Die Anzahl der bewaffneten Soldaten wurde hier zur Sicherheit erhöht. Noch funktioniert der Telefonservice.

Geiseln im Parlament
Aus welchen Gründen auch immer wurden die Geiseln indischer Abstammung nun mit den Fidschianer zusammen in eine Raum gebracht. Laut Aussagen der Radioreporter sahen die Geiseln erschöpft aus, waren aber auch erleichtert darüber endlich wieder zusammen zu sein. Es wurde den Reportern nicht erlaubt mit den Geiseln zu sprechen.

Übernahme des Telecom Fiji Büros in Labasa
Wie Militärsprecher,  Major Howard Politini, mitteilt, haben einige Dorfwohner das Büro der Telecom Fiji in Labasa unter ihre Kontrolle gebracht. Man weiß aber zur Stunde noch nicht wieviele Mitarbeiter sich zu der Zeit dort befanden.

Andere Verhandlungen dauern noch an
Die Verhandlungen einiger Provinzräte mit den Leuten von Speights dauern noch an. Es geht hierbei um die Freilassung der Polizisten in Korovou und die Freigabe des Staudammes.

EU will Entwicklungshilfe stoppen
Das europäische Parlament in Straßburg hat aufgrund der Krise in Fidschi einen besonderen Beschluß verfaßt.
Dieser soll in Kraft treten wenn es nicht bald zur Wiederherstellung der Demokratie in Fidschi kommt und die Geiseln nicht freigelassen werden.
Fidschi bekommt Millionen von Dollars Entwicklungshilfe von der EU und es gibt eine spezielle Vereinbarung für den Ankauf Fidschianischen Zuckers.
Man hat auch die Interimsregierung gedrängt die Demokratie wieder herzustellen und die Geiselnahme zu beenden.
Ansonsten würde man geeignete Maßnahmen ergreifen.

Wichtige Meldung des Tages - Flughafen in Nadi
Die Grundbesitzer des Gebietes, des Internationalen Flughafens in Nadi versicherten dem Militär und der Polizei, daß es hier keine Übernahme geben wird. So sei der internationale Flugverkehr nicht beeinträchtigt.
Diese Mitteilung wurde gemacht, nachdem das Radio etliche Anrufe aus der Öffentlichkeit bzgl. der Sicherheit des Flughafens erhalten hatte.

Montag: 10.07.2000 Weitere Nachrichten des heutigen Tages in Zusammenfassung:

Das Militär erklärt seine Entscheidung, die Wahl einer Interimsregierung, des Präsidenten und dessen Vertreter an den GCC abzugeben: "Die Entscheidung des GCC sei wohl die einzige, die ein Großteil der Gesellschaft akzeptieren wird.
Die Unterzeichnung des Vertrages zwischen dem Militär und den Geiselnehmern soll die Freilassung der Geiseln beschleunigen und es sei nun Sache des GCC eine Interimsregierung zu ernennen.

Amnestie für....
Amnestie wurde vom Militär denen zugesagt, die unmittelbar an der Geiselnahme beteiligt waren, also Speights Leute im Parlament. Nun wird geklärt inwieweit auch den Leuten, die jetzt Straßensperren errichten, Polizeistationen unter Kontrolle usw. Amnestie gewährt werden soll.

Treffen des GCC am Donnerstag
Militärsprecher Filipo Tarakinikini berichtet, daß das Treffen des GCC am Donnerstag stattfinden soll. Diese Aussage wird von dem Vorsitzenden, des Rates, Sitiveni Rabuka bestätigt.

Schließung der Polizeistationen in Labasa
Aufgrund der Vorkommnisse in Labasa wurde nun angeordnet, daß alle Polizeiwachen geschlossen werden, um weiter Übernahmen zu verhindern.

Gerüchte kursieren in Suva
Wegen einiger Gerüchte, die in Suva kursieren, wurden die Schulen wieder auf unbestimmte Zeit geschlossen. Geschäfte, die die Gerüchte ernst nahmen, haben mittlerweile wieder geöffnet.
Die Gerüchte (welcher Art wird nicht bekannt gegeben) wurden vom Radiosender überprüft und als unwahr erklärt.

Montag: 10.07.2000 Weitere Nachrichten des heutigen Tages stellen wir Ihnen morgen zur Verfügung.

Übernahme einer Fischfabrik durch Dorfbewohner auf Ovalau
Bewohner eines Bergdorfes auf Ovalau haben die Kontrolle über die Fischfabrik auf Ovalau übernommen und die Arbeiter nach Hause geschickt.
Einer der Dorfbewohner sagt, man wolle damit George Speight und seine Gruppe unterstützen. Als man sie fragte, warum sie dieses trotz des unterzeichneten Vertrages tun, äußerten sie: sie würden weiter machen bis eine neue Interimsregierung ernannt würde.

Ca. 70 Leute rannten um ca. 4:30 Uhr brüllend durch die Stadt Levuka. Sie brannten ein Haus nieder und versuchten erfolglos ein Militärkamp zu übernehmen. Sie zerbrachen einige Schaufenster, plünderten jedoch nicht.
Das Militär habe alles unter Kontrolle.
Die Schulen in Levuka wurden sofort bis auf Weiteres geschlossen.

Sonntag: 09.07.2000 22:00 Uhr:
Der Vertrag ist unterschrieben.

Wenn Sie den Vertrag im Original (Englisch) lesen möchten, dann klicken Sie hier:
==>THE MUANIKAU ACCORD FOR THE RELEASE OF HOSTAGES HELD AT THE PARLIAMENT COMPLEX VEIUTO (Original)

21:30 Uhr - Unterzeichung des Vertrages steht bevor
George Speight kam mit seinen Anhängern und einem riesigem Medienspektakel (seine Anhänger sangen und feierten ihn) vom Parlamentskomplex zum Unterzeichnungsort.
Es wird erwartet, daß die Unterzeichnung nun vollzogen wird.

20:25 Uhr - Übernahme der Polizeistation in Savusavu

Heute Nachmittag um 17:00 Uhr wurde die Polizeistation in Savusavu auf Vanua Levu von 4 Soldaten und ein paar Dorfbewohner übernommen. Man weiß nicht wer diese Leute sind. Ein Militärsprecher bestätigt dieses und sagt es sei nicht feindselig.
Bewohner von Savusavu sagten aus, daß in der Stadt ansonsten alles normal wäre.
Versuche, des Radiosenders, mit der Polizeiwache in Kontakt zu treten, scheiterten - die Belagerer ließen das Telefon klingeln.

Um 19:00 Uhr wurde auf Vanua Levu eine weitere Polizeistation von 39 Leuten unter Kontrolle genommen. Das Militär geht dieser Meldung noch nach.

Vertragsunterzeichnung!!!
Laut Meldungen, soll der Vertrag zwischen dem Militär und den Geiselnehmern heute Abend gegen 20:00 Uhr unterschrieben werden.

Internationale Hilfe
Der ICFI (Internationale Kongreß Fidschianischer Inder), der aller Inder Fidschianischen Ursprungs vertritt, fordert Commodore Frank Bainimarama auf internationale Hilfe der Vereinten Nationen und des Commonwealth zu erbieten.
Die Krise sei an einem Punkt angelangt, wo das Militär wohl auch nicht mehr weiterkommt. Das Militär solle einsehen, daß es die geforderte Sicherheit nicht mehr bieten kann und um Unterstützung bitten.

Das Treffen der Geiselnehmer mit dem Militär wurde auf heute Nachmittag 16:00 Uhr verschoben. Die Geiselnehmer seien optimistisch, daß diese Verhandlung endlich zum Ende der Krise führen werde. Das Militär schweigt sich aus.

Das Dorf Korovou wird weiterhin belagert - nun schon den zweiten Tag.

Sonntag: 09.07.2000
bis Mittag
Einer der Anhänger Speights, der letzten Dienstag bei der Schießerei verletzt wurde, ist letzte Nacht seinen Verletzungen erlegen.

Die Straßensperren wurde teilweise entfernt, so daß wenigstens ein Spur genutzt werden kann. Die Geiseln in Korolevu (16 Polizisten, 9 Soldaten und 3 Staatsbeamte) werden weiter festgehalten. Es wird abgeraten in diese Gegend zu fahren. Steht immer noch unter Kontrolle der Bewohner.

Rebellen stimmen weiteren Verhandlungen zu
Das Treffen zwischen den Geiselnehmer und dem Militär endete spät in der letzten Nacht. Man will Commodore Frank Bainimarama einen neuen / weiteren Vorschlag zur Lösung unterbreiten.
Speights Gruppe, so scheint es, hat dem GCC (Great Council of Chiefs) zugestanden einen neuen Präsidenten zu ernennen. Im Gegenzug will das Militär nun allen Beteiligten Amnesty gewähren. Was bedeutet, daß niemand der Unterstützer Speights, egal was er gemacht hat (Geiselnahme, Plünderung, Straßensperren etc.) dafür bestraft werden wird.

Es wird erwartet das der GCC am kommenden Mittwoch zusammentrifft und das noch am gleichen Tag die Geiseln freigelassen werden.

Samstag: 08.07.2000 Im Großen und Ganzen gab es über den Tag nichts Neues.
Überall wird verhandelt, Straßensperren von Dorfbewohnern werden kurzfristig aufgehoben, dann werden die Straßen doch wieder geschlossen. Die militärische Sperrzone um das Parlament wurde auch erst einmal wieder aufgehoben, weil es die Verhandlungen negativ beeinflussen würde. Also ein ständiges Hin und Her.

US Regierung und Krise in Fidschi
Der US-Botschafter wurde hinsichtlich der Krise in Fidschi von den vereinigten Staaten zurückgerufen. Man diskutiert intensiver über die Situation und zieht  verschiedene Schritte zusammen mit anderen Nationen in Betracht, die ernste Folgen für Fidschi haben könnten.

Samstag: 08.07.2000 12:45 Uhr Die letzten Meldungen im Radio:
Straßensperren in mehreren Bereichen im östlichen Bereich der Hauptinsel.

Statt einzelne Nachrichten zu bringen, möchten wir nun unsere Meinung dazu schreiben:
Die Situation eskaliert langsam. Es werden überall Straßensperren von Dorfbewohnern aufgebaut. Die gesamte Polizeistation und einige Soldaten vom Check Point in Korovou wurden in Geiselhaft genommen. Es handelt sich um ca. 30 Leute, die von 150 Dorfbewohnern gefangen halten werden.
Dieses alles richtet sich nicht gegen Touristen, aber uns ist es heute nicht möglich, die Hauptstraßen der Insel ohne Probleme zu befahren.


Sämtliche Verhandlungen verlaufen unserer Meinung nach im Sand. Im Radio teilt man immer wieder mit, daß das Militär weiterhin alles unter Kontrolle hat. Dieses kann aufgrund der Meldungen nicht sein. Es ist einfach widersprüchlich.

Die Nacht war ruhig, auch in der militärischen Sperrzone rund um das Parlament.

Freitag: 07.07.2000 Zusammenfassung der Nachrichten:

Die einzelnen Nachrichten sind mittlerweile so umfangreich, daß wir uns auf das Wichtigste beschränken.

Nach Beendigung der Verhandlungen kehren die Anhänger Speights zurück ins Parlament, um darüber zu diskutieren. Am Abend sollen dann wieder Verhandlungens stattfinden.
Laut Militärsprecher Tarakinikini tragen die Verhandlungen Früchte.

Die Gespräche in der Queen Elizabeth Kaserne, zwischen Speights Leuten und dem Militär werden fortgesetzt. Man hofft endlich eine Lösung zu erzielen.
QaraseInterimspremierminister Qarase ist optimistisch
Es sagt, daß er und sein Interimskabinett eine schnelle, friedlich Befreiung der Geiseln herbeiführen wollen, sofern dies möglich ist.
Das Ausarbeiten einer neuen Verfassung würde einige Zeit in Anspruch nehmen.
Er stellte fest das die Schäden in der Wirtschaft jetzt schon drei Mal größer sind als bei dem Coup 1987.
Um das Land wieder aufzubauen sei viel Unterstützung von Außen nötig.

Es sollen wieder Treffen / Verhandlungen zwischen dem Geiselnehmer Speight und dem Militär stattfinden. Der Chief der Provinz, zu der der Staudamm gehört, soll daran teilnehmen. Er will über die Freilassung der Geiseln und der Situation am Staudamm verhandeln.

Zwischenzeitlich gab es aufgrund des Stromausfalles heute morgen keine internationale Internetanbindung. Diese Störung wurde jedoch am Nachmittag beseitigt.

Die Situation in Fidschi sein ruhig, abgesehen von den Stromausfällen. Die FEA versucht diese Zeit auch mit dem Einsatz von Dieselgeneratoren zu überbrücken.
Die Bewohner in der Parlamentsgegend haben noch 10 Stunden Zeit diesen Bereich zu verlassen. Die, die dort bleiben wollen, haben keine Sicherheitsgarantie durch das Militär.

Die Verhandlungen der Elektrizitätsgesellschaft FEA mit den Gurndbesitzern des Staudamms gehen weiter. Für die Zeit, bis eine Lösung erreicht wird, wird es in etlichen Gebieten Stromrationierungen geben. Das heißt alle 2 Stunden sollen die Gebiete, die mit Strom versorgt werden, gewechselt werden.

Freitag: 07.07.2000 Die Nachrichten des heutigen Tages werden wir morgen für Sie bereitstellen, da wir heute in Suva waren.
Unser Eindruck:
Es ist sehr ruhig, an großen Kreuzungen, vor allem in der Nähe des Parlamentes (hier verstärkt) gibt es immer noch Militärkontrollpunkte.
Das sonst Freitags übliche Verkehrschaos gab es nicht und die Stadt war im Gegensatz zu "normalen" Wochentagen ziemlich leer.
Die allgemeine Stimmung war bedrückend, aber das bemerkt man nur wenn man die Stadt kennt.


Donnerstag: 06.07.2000 Scheinbar gibt es nun an einigen Stellen des Landes kleinere Unruhen, die den Tourismus jedoch nicht beeinträchtigen. Wir fassen die Meldungen zusammen:

23:55 Uhr:
Störungen der Wasserversorgung während des Stromausfalls
Die Menschen, die in Suva und Umgebung leben, werden aufgefordert sich Wasserreserven zu schaffen, da es aufgrund der Stromausfälle zu Problemen bei der Wasserversorgung kommen kann. Ebenfalls sollte das Trinkwasser vorsichtshalber abgekocht werden.

19:00 Uhr:
Die Verhandlungen zur Aufhebung der Straßensperre in Namosi halten an.

18:50 Uhr:
Monasavu Staudamm übernommen
Die Grundbesitzer des Landes, zu dem der Staudamm gehört, haben laut Chef der Elektrizitätsgesellschaft FEA, das Land und sämtliche Elektrizitätsanlagen übernommen. Die Arbeiter der FEA halte man gefangen.
Dieses sei die Ursache des Stromausfalles auf fast der gesamten Hauptinsel. Die Tore des Dammes wurden geschlossen und so gibt es nicht genug Wasserdruck um Strom zu produzieren.
Eine militärische Delegation wird mit den Grundbesitzern verhandeln.

18:50 Uhr:
Die Straßensperre bei Namosi wurde erneut errichtet und das Militär versucht die Situation zu lösen.

18:00 Uhr: Eine Delegation der Chiefs der Provinzen Naitasiris übergaben dem Militär im Hauptquartier eine Petition, deren Inhalt nicht bekannt gegeben wurde.

17:50 Uhr:
In einer halben Stunde soll es wieder Strom in Suva geben.

16:35 Uhr:
Laut der Elektrizitätsgesellschaft läge das Problem des Stromausfalls an einer der Hauptleitungen und der Fehler würde bis 19:00 Uhr behoben sein.

16:30 Uhr:

das Militär versichert der Öffentlichkeit, daß es noch alles unter Kontrolle habe und das man weit von der Katastrophe entfernt sei, mit der gerechnet wurde. Man sei nicht von der Welt abgeschnitten und halte den Kontakt zu den Nachbarländern aufrecht.

16:25 Uhr:
Eine weitere Straßensperre bei einem kleineren Dorf wurde aufgelöst und ein Militärkontrollpunkt wurde dort errichtet.

15:15 Uhr:
Stromausfall in der Mitte und dem östlichen Bereich Viti Levus
Im westlichen Teil gibt es bereits wieder Strom. Die örtliche Elektrizitätsgesellschaft untersucht woran es liegen könnte.

Wir selber können einen Stromausfall (hier in Pacific Harbour) zwischen 15:00 und 15:15 Uhr bestätigen.

14:10 Uhr:
Straßensperre in Namosi

Um 14:00 Uhr wurde berichtet das etwa 200 Leute die Zufahrtsstraße Nabukavesi gesperrt haben. Gegen 14:10 wurde diese Meldung bereits korrigiert. Die Straßensperre bestand aus 15 Leute und hatte zur Folge, daß die Schulen in diesem Gebiet um die Mittagszeit wieder geschlossen wurde. Mittlerweile, so die Polizei aus Navua, sei die Straßensperre wieder aufgehoben. Die Leute wollten mit dieser Sperren gegen die Geschehnisse vom Dienstag protestieren.

13:15 Uhr:
Die Grundbesitzer in Labasa schließen nicht aus, den Flughafen wieder zu schließen, wenn die Gespräche zwischen dem Militär und George Speight ohne Erfolg verlaufen.
Die Verhandlungen zwischen einer Delegation des Militärs und Speights Leuten haben am Morgen begonnen und werden zur Stunde fortgesetzt.

13:05 Uhr:
Proteste bei Kontrollcenter für den Landtransport (Busse etc.)
Dieses Kontrollcenter soll am 04.09.00 in Privatbesitz übergehen. Da sich der jetzige Chef und der Nachfolger über die Arbeitsweise nicht einig sind und somit Verwirrung beim Personal stiften, hat dieses heute protestiert.

12:00 Uhr:
Der Flughafen in Labasa ist wieder in Betrieb und gegen 12:50 Uhr wird eine Maschine aus Suva erwartet.

11:30 Uhr:
Der Flughafen in Labasa war von 9:00 - 10:45 Uhr heute morgen geschlossen. Alle lokalen Fluglinien haben ihre Flüge dorthin für den heutigen Tag gestrichen.

Donnerstag: 06.07.2000 Weitere Anhänger Speights in Labasa angekommen
Gestern Abend sind weitere Leute, die Speight unterstützen wollen, in der Sukanaivalu Kaserne in Labasa, eingetroffen und es wird versucht die Meuterei fortzusetzen.
Der Flughafen in Labasa ist geschlossen und alle Flüge dorthin wurden eingestellt.

Weiteres ist zur Stunde nicht bekannt

Mittwoch: 05.07.2000 Stabilität in Labasa hängt von erfolgreichen Verhandlungen mit den Chiefs ab
Entgegen der letzten Meldungen des heutigen Tages ist in Labasa auf Vanua Levu doch noch nicht alles geklärt. Die Waffen wurden zurückgegeben, daß ist richtig und man versicherte dem Hauptquartier in Nabua, daß keine Waffen aus der Kaserne entwendet werden können. Man will nichts weiter unternehmen bis alle Chiefs der Region informiert sind.

Sperrgebiet rund um das Parlament
Ab heute Nacht 0:00 Uhr wird das Gebiet um den Parlamentskomplex „Sektor 1” zum militärischen Sperrgebiet erklärt. Dieses wurde heute Nachmittag von Militärsprecher, Filipo Tarakinikini, bekannt gegeben.
Genaue Anweisungen und Gebietsbeschreibungen werden den dort lebenden Menschen mitgeteilt. Diese müssen nun innerhalb von 24 Stunden ihre Häuser etc. verlassen. Dazu gehören auch etliche auswärtige Botschafter (USA, Frankreich etc.)

Neue Wendung zur Meuterei in Labasa
Nachdem heute morgen die Nachforschungen in Labasa weitergingen, verkündet Militärsprecher, Filipo Tarakinikini, daß das Problem auf Vanua Levu noch heute gelöst werden soll.
Die Soldaten gehen wieder ihren militärischen Pflichten in Labasa nach und die Waffen wurden wieder zurückgegeben. Diese Meuterei sei aber nun ein Teil einer Handlung gewesen, man verhandelt nun mit einigen einflußreichen Leuten und mit den drei beteiligten Oberhäuptern. man ist der Ansicht, daß mehr dahinter steckt und versucht dieses jetzt zu klären, indem man auch die Menschen in der Gegend befragt.

Eine Vereinigung von Leuten kritisiert die Interimregierung
Als unnötig, undemokratisch und verfassungswidrig bezeichnen die ehemaligen Mitglieder der Volkskoalition die Interimsregierung. Eine Behauptung, die von dem ehemaligen Ausbildungsminister , Pratap Chand, und dem stellvertretenden Leiter der Fijian Association Partei, Dr. Isimeli Cokanasiga bestätigt wird. Sie sagen die Befreiung der Geiseln hätten vom Militär vorrangig und mit höchster Priorität behandelt werden müssen. Stattdessen hätte das Militär durch die Bestimmung einer Interimsregierung nun die Freilassung der Geiseln weiter hinausgezögert und entgegen der Verfassung von 1997 gehandelt.

Reporter geschlagen
Gestern wurde ein Reporter der Zeitung „Fiji Sun” von Speights Anhängern geschlagen - sie dachten es wäre ein Fotograf der Polizei. Sie nahmen ihm die Kamera und die Geldbörse ab. Der Verleger, Tony Singh, der Zeitung wird keine Reporter mehr zum Parlament schicken, auch wenn deren Sicherheit garantiert wird.

Dienstag: 04.07.2000
ab Mittag
Schulen wieder geschlossen (Viti Levu + Vanua Levu)
Die Schulen, die seit Montag wieder geöffnet waren, sind nun wieder für einige Tage geschlossen - was für viele Schüler und Studenten ein großer Verlust ist. Die Studenten verlieren ein ganzes Semester.

Fünf Zivilisten verletzt und sechs werden vermißt
Fünf von Speights Anhängern wurden niedergeschossen (einer von ihnen ist schwer verletzt), von den beteiligten Soldaten wurde keiner verletzt.
Die Gruppe von ca. 300 Anhängern ist mittlerweile zurück im Parlament, zwei der Verletzten wurden in ein Krankenhaus gebracht und die Geiselnehmer halten eine Konferenz ab. Nach dem 15 minütigen Schußwechsel ist es nun wieder ruhig.
Unter den bewaffneten Speight Anhängern befanden sich sogar Kinder. Die Geiselnehmer vermissen noch sechs ihrer Leute.

Feuerpause wird ausgehandelt

George Speights Gruppe verhandelt mit dem Militär über eine Feuerpause.
Im Moment wird nicht mehr geschossen. Die Bewohner der Gegend hatten sich in ihren Häusern versteckt und von ihnen ist niemand zu Schaden gekommen.

Schüsse im Parlament
Gegen 15:30 Uhr fand ein Schußwechsel zwischen Speights Leuten und einigen Soldaten um das Parlamentsgebäude statt.
Ein Reporter, der die Szene beobachtete, konnte nicht sagen ob Menschen getötet wurden.
Laut des Reporters kam es zu diesem Schußwechsel als sich 300 bewaffnete und unbewaffnete Leute aus dem Parlament dem Checkpoint näherten.

Übernahme des Militärhauptquartiers in Labasa
Soldaten in der Vaturekuka Kaserne in Labasa auf Vanua Levu warfen ihren Oberbefehlshaber, Pauliasi Rokoluiu hinaus.
Militärsprecher, Filipo Tarakinikini sagte, daß dieses nun untersucht würde, aus Labasa war niemand zu einer Stellungnahme bereit.
Es handelte sich um Gruppe Rebellen, die vom ehemaligen SVT Parlamentarier und Informationsminister, Ratu Josefa Dimuri und zwei Soldaten angeführt wird. besteht. Man wolle damit George Speight unterstützen.
In den Kasernen von Labasa herrschte Uneinigkeit. Etwa die Hälfte der Soldaten sprach ihre Loyalität dem Commodore Frank Bainimarama aus, die anderen standen auf Speights Seite. So nutzte Ratu Josefa Dimuri, die Abwesenheit des Oberbefehlshabers, um die Kaserne zu übernehmen.
Sie wollen jetzt mit Speight in Kontakt treten und haben für 18:00 Uhr eine Pressekonferenz einberufen.
Vier Mitglieder des Militärs kamen aus Suva nach Labasa. Sie trafen um kurz nach 18:00 Uhr dort ein, um die angebliche Meuterei aufzulösen. Sie wurden mit einer traditionellen Fidschianischen Zeremonie Willkommen geheißen und den Reportern wurde der Zugang zu der Kaserne verweigert.
Kurze Zeit später wurden die Waffen nach erfolgreichen Verhandlungen zurückgegeben. Der Anführer der Rebellen, so stellte sich heraus, stammte aus der Taukei Region, in der Speight aufgewachsen ist.
Dieses wurde vom Militärsprecher bestätigt. Auch das Militär gegen die beteiligten Soldaten etwas unternehmen wird.

Premierminister Qarases erstes Zusammentreffen mit den Medien
Nachdem am Morgen die Mitglieder der Interimsregierung in der Königin Elizabeth Kaserne vereidigt wurden, sprach der Interimsminister Laisenia Quarase auf einer Pressekonferenz das erste Mal zur Nation.
Er appellierte an das nationale Bewußtsein der Bevölkerung: Jeder solle helfen das Land zu rehabilitieren und wieder aufzubauen, so daß das letztendlich alle Menschen etwas davon haben. Das wäre der Grund warum er und die anderen Kabinettsmitglieder ihr Amt angenommen hätten.
Die Interimsgerierung werde sich in den nächsten Tagen und Wochen zusammensetzten und die wichtigsten Punkte, die wieder zur Normalität führen sollen, beraten. Ebenso soll ein Haushaltsetat ab 01.08.00 und für das Jahr 2001 zusammengestellt werden.
Oberste Priorität hätte jedoch die Freilassung der Geiseln, die Rückgabe der Waffen, die Sicherheit der Bürger und des Landes.
Dienstag: 04.07.2000
bis Mittag
Speights Antwort auf die zivile Interimsregierung
Geiselnehmer Speight sagt, daß er die Interimsregierung so nicht anerkennt und fordert  Commodore Frank Bainimarama auf diese sofort wieder aufzulösen und Tui Vuda, Ratu Josefa Iloilo als Präsidenten zu ernennen. Speight die Interimsregierung strikt ab.
Speights Worte:
„Wir sehen sie als Opportunisten, als politische Opportunisten. Der Großteil der Posten ist mit Leuten besetzt, die eine große Liebe zu Fidschi haben. Dieses sei zu begrüßen, jedoch nur in normalen Zeiten und nicht in Zeiten einer Krise. Hier wären Profis gefragt.”
Speight hat Vergeltung angedroht, wenn das Militär seine Forderungen nicht erhört.
Weiterhin behauptet Speight, daß Militär ignoriere seine Forderungen und die Wünsche vieler Menschen.

Um 10:30 Uhr werden die Profile der einzelnen Minister und Kabinettsmitglieder bekannt gegeben. Diese Kurzlebensläufe dürften für Sie nicht weiter interessant sein.
Kaum im Amt, wird das neue Kabinett wird auch sofort wieder kritisiert:
Die neue Regierung besteht nur aus Fidschianern und nur aus Männern, was einige Menschen hier schon wieder einen sexistischen Hintergrund vermuten läßt.

Eine Gruppe von Frauen ist der Meinung, daß der Beitrag der Frauen zur Entwicklung Fidschis völlig außer Acht gelassen wird.

Montag: 03.07.2000 Büro von Frank Bainimarama 

Hier in diesem Haus im Militärkamp Nabua wurden die Mitglieder der zivilen Interimsregierung heute Nachmittag bekannt gegeben
 
 

Commodore Frank Bainimarama



In einer Pressekonferenz am Nachmittag gab



Commodore Frank Bainimarama ---->

die zivile Interimsregierung bekannt:


Diese 19 neu ernannten Minister und Kabinettmitglieder werden morgen um 10:00 Uhr vereidigt:

Premierminister and Minister of Information: Laisenia Qarase

Deputy Prime Minister and Minister for Fijian Affairs: Ratu Epeli Nailatikau

Finance: Rt Jone Kuboubola

Agriculture: Luke Ratuvuki

Foreign Affairs and Sugar: Kaliopate Tavola

Home Affairs: Rt Talemo Ratakele

Education: Nelson Delailomaloma

Attorney General: Alipate Qetaki

Labour and Industrial Relations: Hector Hatch

Infrastructure and Energy: Joketani Cokanasiga

Housing: John Teiawa

Transport and Tourism: Jone Koroitamana

Rural Development: Fatiaki Misau

Health: Peter Nacuva

Youth and Sports: Keni Dakuidreketi

Lands: Rt Josua Toganivalu

Women and Culture: Paula Sotutu

Business, Trade and Commerce: Tomasi Vuetilovoni

Asst Minister Fijian Affairs: Rt Suliano Matanitobua

Wie auch immer, Oberhaupt der Militärregierung Commodore Frank Bainimarama sagt, daß er für die Regierung und das Kabinett verantwortlich ist, bis vom GCC ein neuer Präsident ernannt wird. Er betont, daß der GCC erst dann zusammentrifft, wenn die 27 Geiseln befreit sind, die Waffen dem Militär zugegeben wurden und Recht und Ordnung wieder hergestellt ist.

Noch heute sollen die Mitglieder der zivilen Interims-Regierung bekannt gegeben werden
Das Militär versucht nun so schnell wie möglich eine zivile Interims Regierung zusammenzustellen. Die Veiuto-Gegend wurde nun zur militärischen Sperrzone erklärt, was aber lt. Militärsprecher Filipo Tarakinikini nicht bedeutet, daß man irgendwelche militärischen Aktionen unternehmen will. Man wolle lediglich die Sicherheit in diesem Gebiet gewährleisten.

Militärisches Sperrgebiet rund um den Parlamentskomplex
Der Plan, das Gebiet rund um den Parlamentskomplex zum militärischen Sperrgebiet zu erklären nimmt Formen an. Etwa 300 Familien sollen evakuiert werden, wurde am Wochenende in den Medien bekannt gegeben. 48 Stunden bevor es soweit ist, werden die Familien informiert.
Denen, die bleiben wollen, gibt das Militär keine Sicherheitsgarantie. Es soll sich niemand mehr dort aufhalten, sämtliche Büros und Geschäfte dort werden geschlossen, keine Fahrzeuge hineingelassen, die Wasserversorgung sowie Telekommunikationsmöglichkeiten etc. werden stark eingeschränkt werden.
Den betroffenen Familie wird jede mögliche Unterstützung seitens des Militärs zugesagt.
Weiter wurden nur die genauen Gebiete der Zone bekanntgegeben.

  Am Samstag und am Sonntag war es ruhig. Es gab keine besonderen Vorkommnisse.

Freitag: 30.06.2000 10 Maori auf dem internationalen Flughafen festgehalten
Heute Mittag wurde in den Nachrichten verkündet, daß eine Gruppe Maori, Verfechter von Rechten der Einheimischen, in Nadi angekommen sei.
Ihr Anführer Tamae Iti äußerte, daß man Speight bedingungslos mit allen Mitteln unterstützen werde. Jede erdenkliche Hilfe wolle man Speight entgegenbringen, auch Finanzielle. Er biete dieses von sich aus an und sei nicht von Speight darum gebeten worden.
Diese 10 Maori wurde sofort des Landes verwiesen und mußten mit dem nächsten Flugzeug nach Neuseeland zurückkehren.
Dieses Flugzeug wurde nach einigen bekannt gewordenen Drohung noch einmal nach Nadi zum Flughafen zurückgerufen und einer Sicherheitsüberprüfung durch das Miltär unterzogen.

Die australische Handelssperre wurde gestern um 14:00 Uhr aufgehoben
Man hofft, daß nun alle Leute, die Ihre Arbeit dadurch verloren haben, diese wieder bekommen.

Speights Forderungen und Gegenforderungen
Der Geiselnehmer Speight sagt, daß die gegenwärtige ausweglose Situation nur aufgrund der Interims-Militärregierung bestünde und gelöst werden kann wenn Ratu Josefa Iloilo zum Interims-Präsidenten ernannt wird.
Sobald diese Frage geklärt sei, würde er die Geiseln freilassen. Speight behauptet, daß das Militär Ratu Josefa Iloilo nicht ernennen will, weil sie weiterhin wollen, daß Ratu Sir Kamisese Mara in seiner Position als Präsident bleibt. Dieses wurde vom Militär konsequent abgestritten.
Laut Speight wäre es gar nicht erst soweit gekommen, wenn das die Militärregierung Ratu Mara die leitende Position nicht entzogen hätte. er erklärt auch, daß sie einige der Beschlüsse des GCC (Great Council of Chiefs) angenommen hätten. Zum Beispiel, daß Ratu Mara noch für ca. 6 Monate Präsident bleiben soll. Bevor jedoch der Große Rat alle anderen darüber hätte informieren können, hätte das Militär die Macht übernommen und Ratu Mara die Präsidentschaft entzogen.
Weiterhin behauptet er, daß das Militär nicht ehrlich zu ihm gewesen sei. So sagt es aber auch das Militär von ihm.


Wir werden bald nicht mehr schlau aus den ganzen Meldungen, vor allem nicht aus den Aussagen die Speight macht.

Die letzte Meldung vom Donnerstag Abend:

Journalisten im Parlament aufgehalten
Etwa 20 Journalisten, nationale und internationale, wurden heute Abend für ca. 1 1/2 Stunden im Parlamentskomplex festgehalten. Laut Aussage von Speight und seinen Leuten, zur Sicherheit der Journalisten.
Wie die Reporter des Radiosenders berichteten, waren sie zu einer Pressekonferenz um 18.30 Uhr geladen. Ihnen wurde von Speight mitgeteilt, daß sie im Gebäude bleiben müssen, da in Veiuto ( Umgebung des Parlamentes), wie Speight von seinen Leuten gehört hatte, einige „lustige” (vermutlich angetrunken) Soldaten umherfahren. Man sagte ihnen, daß dieses zu ihrer eigenen Sicherheit geschehe.
Als die Journalisten dann gegen 21:30 Uhr das Parlamentsgebäude verließen, stellten sie nichts Außergewöhnliches fest. Die Soldaten an den Check Points waren noch die gleichen, die schon bei ihrem Eintreffen dort im Einsatz waren.
Die 4 Reporter des Radiosenders stellten bei ihrem Aufenthalt im Parlament keine Veränderung oder gar Einschüchterung Speights und seiner Anhänger fest. Sie scheinen an ihrem Vorhaben festzuhalten.

Donnerstag: 29.06.2000 Dieses war die letzte Nachricht von ca. 16:00 Uhr

Das Militär trifft Vorsichtsmaßnahmen
Das Militär plant das Parlamentsgebäude zu isolieren. Es soll zwar in den nächsten Stunden eine Entscheidung zwischen Speight und dem Militär getroffen werden. Wenn es dazu kommt wird der Plan, das Parlament zu isolieren nicht in Kraft treten. - Eine reine Vorsichtsmaßnahme.
Nach Plan würde die gesamte Umgebung des Parlamentkomplexes zur militärischen Zone erklärt. Diese Vorsichtsmaßnahme würde für die Zeit, in der die Interimsregierung ernannt würde, gelten. Man würde den Bewohnern dort 48 Stunden Zeit lassen, sich aus den bekannt gegebenen Gebieten zurückzuziehen.

Diese Aussagen wurden von Filipo Tarakinikini bestätigt. Diese Gebiete dürften dann nur noch mit Genehmigung des Militärs betreten werden.

Märsche in den nächsten Tagen
Für die nächsten Tage sind eine Reihe Märsche von Frauenorganisationen, der Kirche etc. geplant. Einige sind schon genehmigt. Einer der in Richtung Parlamentsgebäude gehen soll, muß noch von der Polizei abgesegnet werden.
Auch in Neuseeland soll es Märsche für Fidschi geben.

Die Australische Handelssperre gegen Fidschi soll aufgehoben werden

So haben Hersteller und Arbeitgeber entschieden, es habe schon zu viele Arbeitslose dadurch gegeben. Noch heute Nachmittag soll die Handelssperre Australiens aufgehoben werden - so einer Entscheidung letzter Nacht. Man will das Militär bewegen endlich eine Entscheidung zu treffen, die zur Befreiung der Geiseln führt.

Militär gibt Entscheidung bekannt
Das 24 stündige Ultimatum ist abgelaufen und das Militär zieht nun in Betracht eine Interimsregierung für 24 Monate zu ernennen. Diese soll die Verfassung prüfen, die Wirtschaft verbessern und eine Wahl organisieren.
Weiterhin gab der Militärsprecher Filipo Tarakinini bekannt, daß Ratu Josefa Iloilo es abgelehnt hat die Präsidentschaft zu übernehmen wenn es eine Interimsregierung geben sollte.
Speight äußerte gegenüber dem Radiosender, daß er die Geiseln freilassen wird, sobald Iloilo zum Präsidenten ernannt wurde.

Ratu Josefa Iloilo schwieg sich zu diesen Äußerungen aus.
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Letzte Aktualisierung: 15. Mai 2008
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