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Seite 3 (03.06. - 11.06.2000):
 
Sonntag: 11.06.2000 22:00 Uhr 17:00 Uhr:
Marsch: Lautoka nach Suva

Der Sohn einer der Geiseln hat zu einem Marsch von Lautoka nach Suva aufgerufen. Der Marsch ist genehmigt und das Militär sorgt für die Sicherheit.
Start des Marsches ist am Montag 10:00 Uhr in einem Park und Ziel ist das Parlamentsgebäude am Mittwoch abend.
13:00 Uhr:
Die Chiefs der nördlichen Division denken ebenfalls über eine eigene Regierung nach

In der nächsten Woche ist ein Treffen der Chiefs der nördlichen Provinzen geplant, sie wollen über eine eigene Regierung auf Vanua Levu beraten.
Das Treffen von einem der Chiefs dringend einberufen, soll auf Taveuni stattfinden.

Sonntag: 11.06.2000 12:00 Uhr Zusammenfassung der gestrigen Nachrichten:
  • Die Schulen sollen in der nächsten Woche wieder starten.
  • Die Geschäfte in Suva sollen ebenfalls ab der nächsten Woche wieder alle geöffnet werden.
  • Es gibt weder aus dem Parlament noch vom Militär Äußerungen über die gestrigen Treffen mit den Chiefs.
  • Das Café / Bistro Light House etwas außerhalb von Suva wurde bis auf die Grundmauern niedergebrannt - man ermittelt einen Zusammenhang in Bezug auf die derzeitige Situation.
  • Die Nachrichten des heutigen Tages waren umfangreich, jedoch aber Wiederholungen der letzten Tage.
Samstag: 10.06.2000 23:45 Uhr Es gab heute zwar einige Meldungen im Radio, aber wir möchten sicher gehen und warten ab bis sie uns in Schriftform vorliegen.

Samstag: 10.06.2000 11:00 Uhr Nachtrag zum Freitag:
Diese Nachrichten erreichten uns nach dem Update:
22:30 Uhr:
Es sind zu wenig Bauern zur Ernte bereit

Eine Umfrage ergab, daß es einige Bauern gibt, die bereit sind zu Ernten. Der Manager, Grish Maharaj, sagte es seien jedoch zu wenige, um die Zuckermühlen in Betrieb zu nehmen.

Es wird das Problem der Fiji Sugar Corporation sein, einzuschätzen ob es wirtschaftlich und finanziell für sie tragbar ist, die Arbeit der Zuckermühlen, trotz der geringen Lieferungen von Zuckerrohr, zu starten. Er sagte, daß sich zu viele Bauern erst dann wieder zur Ernte bereiterklärten, wenn die Krise gelöst sein.

Der Vorsitzende der Sugar Commission, Gerald Barrack, sagte, daß die internationalen Belieferungen nicht eingehalten werden können, wenn die Mühlen nicht bis zum 13. dieses Monats mit der Arbeit beginnen. Fidschi konnte wegen der Krise schon zwei Ladungen nicht versenden.

Nun wartet man auf die Ergebnisse der Umfrage bei den Bauern im Labasa auf Vanua Levu.

22:00 Uhr:
Das Militär schätzt die Bemühungen der westlichen Oberhäupter, gibt aber keinen Kommentar dazu

Der Kopf der Militärregierung, Frank Bainimarama, daß er die Anstrengungen der westlichen Oberhäupter, zu einen Lösung zu kommen, würdigt. Aber es wäre weder eine Entscheidung getroffen noch eine erwartet. Geleitet wurde die Delegation von Ratu Osea Gavidi und Apasai Tora.

Vorher trafen die Chiefs im Parlament mit Speight zusammen und forderten ihn auf, ihre Wahl  (Ratu Josefa Iloilo als Präsidenten) zu akzeptieren und nicht auf seinen Kandidaten, Ratu Jope Seiniloli zu bestehen.

Bis zur Stunde ( Samstag - 10.06 / 11:00 Uhr) haben sich Speight und seine Gruppe noch nicht zu dem Treffen geäußert.

Samstag: 10.06.2000 0:30 Uhr In den letzten Nachrichten gab es keine neuen Meldungen.

Freitag: 09.06.2000 23:00 Uhr 23:00 Uhr:
Keine Neuigkeiten aus dem Parlament und den Barracks.


17:00 Uhr:
Noch immer kein Wort aus dem Parlament

Bis zur Stunde hat man noch keine Nachrichten aus dem Parlamentskomplex, wo eine Delegation der westlichen Chiefs mit dem Kidnapper George Speight zusammen getroffen ist.
Im Anschluß daran wird sich diese Delegation mit den Repräsentanten des Militärs in den Queen Elizabeth Barracks treffen.

16:00 Uhr:
Der Einzelhandels Verband von Suva kündigte an bis zum Äußersten zu gehen und einen Queen's Council einzustellen, um ihre Ansprüche durchzusetzen. Die Schäden durch die Plünderungen am 19. Mai belaufen sich auf rund F$ 30 Mio.

15:00 Uhr:
Die Arbeiter der Textilunternehmen bitten FTUC

Die Arbeiter von Ranjit-Textilien kündigten eine Petition an, die sie dem Generalsekretär, Felix Anthony, vom FTUC (Fiji Trade Union Congress) am kommenden Dienstag übergeben wollen. Sie wollen ihn darin um Aufhebung des Handelsverbotes in Australien bitten.
Sie klagen auch an, daß ein Dollar jeder Bezahlung an den FTUC geht und daß seit Anfang der Krise noch kein Mitglied des FTUC sie besucht hat.

12:00 Uhr:
Die Delegation der westlichen Chiefs trifft beim Parlament ein

Eine Delegation der westlichen Chiefs traf gerade eben am Parlamentskomplex ein, um seine gestern (s. 08.06. - 16:00 Uhr) getroffene Entscheidung zu unterbreiten.
Der Militärrat hat sich getroffen, um das Treffen mit den Chiefs zu bestätigen.

11:00 Uhr:
Militär streitet die Abweisung des Commonwealth ab

Wir haben die Commonwealth Gruppe nicht abgewiesen, sagte Militärsprecher Filipo Tarakinikini. Er gab damit eine Antwort auf eine Pressemitteilung der Zeitung „New Zealand Morning Herald”. Das Militär hätte der Delegation des Commonwealth gesagt, sie sollen nicht von Ende der nächsten Woche nach Fidschi kommen, um nicht zu stören.

Laut der neuseeländischen Zeitung seien das Militär, die Oberhäupter und die älteren Leiter enttäuscht, daß der Commonwealth Fidschi wegen der anhaltenden poltischen Krise bestraft und hätten deshalb nur zu einem Treffen frühestens Ende nächster Woche zugestimmt.

Der Australische Außenminister, Phill Goff und der Außerminister Neuseelands, Alexander Downer wären eigentlich heute zusammen mit Vertretern von Botswana und Malaysia in Suva eingetroffen. Sie wollten den vorrübergehenden Ausschluß Fidschis, aufgrund der Ereignisse seit dem 19.05.00 und der militärischen Übernahme, aus dem Commonwealth begründen.

Goff bestätigte gestern abend, daß der Generalsekretär des Commonwealth ihm geraten habe, diesen Besuch in Fidschi abzusagen.

Die Delegation des Commonwealth will Fidschi nun eine Frist setzen, zur Demokratie zurückzukehren . Außerdem will man die Fidschianer offiziell über die Entscheidung des Commonwealth unterrichten, die zur Suspendierung aus dem Commonwealth und zum Stillstand technischer Hilfen in der Zukunft, führte.

08:00 Uhr:
Termin für die Zuckerernte

Noch heute soll bekannt gegeben werden, wann die Zuckermühlen in der nächsten Woche ihre Arbeit aufnehmen werden. Man erwartet Berichte der verschiedenen Erntebereiche bis gegen Mittag. Wenn die Bauern zur Ernte bereit sind, kann die Arbeit in der Mühle beginnen. Wenn die Bauern nicht zur Ernte bereit sind, muß die FSC (Fiji Sugar Corporation) auch noch Entscheidungen über ihre Angestellten treffen.

Sollte die Zuckerrohrernte weiterhin boykottiert werden, so steigt das Defizit, welches wir gestern aufgelistet haben, noch einmal um 9% (200 Mio).

Donnerstag: 08.06.2000 23:45 Uhr 23:00 Uhr:
Delegation der westlichen Chiefs will Bainimarama und Speight treffen

Eine Delegation der westlichen Chief, geleitet von Ratu Josefa Iloilo, will morgen mit George Speight und danach mit Commodore Frank Bainimarama zusammen treffen, um Ihnen den Beschluß Ihres zweitägigen Treffens vorzulegen.

Sprecher, Ratu Osea Gavidi, sagte, sie wollen beide über ihre Vereinbarung zur Gründung eines vierten Staates und über die Rückkehr Fidschis zu einer zivilen Übergangsregierung informieren.

„Die Priorität für das Militär die Herrschaft über Fidschi an eine zivile Regierung abzutreten. Sie versuchen einen Präsidenten zu ernennen, der das Vorrecht hat eine Übergangsregierung zu bestimmen”, sagte Osea Gavidi.

Er sagte, die Chiefs sind nicht für eine separate Regierung im Westen, aber eine 25 köpfige Abordnung der West-Provinzen wird die Durchführbarkeit dieser Idee überprüfen.

„Wir werden die Durchführbarkeit prüfen. Nach 3 Staatsstreichen im Land ist es nun an der Zeit den Westen zu schützen. Ich meine, es gibt im Westen Tausende von Menschen verschiedener Rassen. Wir beugen vor, damit bei einem weiteren Staatsstreich in dieser Nation der Westen nicht darunter zu leiden hat”, sagte Ratu Osea Gavidi.

Das zweitägige Treffen wurde heute Abend beendet.

21:00 Uhr:
IMG (Interim Military Government) veröffentlicht wirtschaftliche Übersicht

Das IMG veröffentlichte heute kurz- und mittelfristige Maßnahmen, um mit den schlechten Zukunftsaussichten Fidschis zurecht zukommen. Diese resultieren aus internationalen Sanktionen, die aufgrund der anhaltenden Geiselnahme im Parlament festgesetzt wurden.

Das RFMF sagt, um die Fremdwährungsreserven zu schützen, soll als kurzfristige Maßnahme eine straffere Kontrolle über Kapital, Kredithöchstgrenzen und Zinsen durchgeführt werden. Außerdem wird die Regierung angehalten Ausgaben auf wichtige Sachen zu begrenzen, um den Haushalt zu stabilisieren.

Mittelfristig soll eine Erhöhung des Werbeetats für Tourismus, sowie direkte Gespräche mit Hauptinvestoren durchgeführt werden. Um die touristische Infrastruktur zu verbessern, denkt das IMG über verschiedene Investions-Projekte nach. Eine große Rolle spielen das Fiji Visitor Bureau und das FTIB (Fidschi Island Trade and Investment Board), um Investions-Initiativen und angelaufene Projekte aufrechtzuerhalten und die Tourismus-Industrie vor einer weiteren Verschlechterung zu bewahren. Über diese Maßnahmen wurde auf einem Treffen zwischen Frank Bainimarama und der Finanzverwaltung nachgedacht. Sollten Handelssanktionen aufgrund der fortdauernden Krise verhängt werden, ist mit einer Verschlechterung der Lage zu rechnen......
  • Handelsembargos werden das Bruttoinlandsprodukt um ca. 13%  verschlechtern, d.h. ein Verlust von über F$ 400 Mio.
  • sollte die Zuckerrohrernte boykottiert werden, könnte das Bruttoinlandsprodukt um ca. 22% fallen. Dieses würde den Betrag um weitere F$ 200 Mio. erhöhen.
  • die Staatseinnahmen werden um F$ 200 Mio. fallen, durch höhere Ausgaben, Arbeitslose .....
  • der Export würde einen ca. 22%igen und der Import einen ca, 20%igen Verlust erleiden.
  • Ein Anstieg der Inflation auf ca. 5% würde durch steigende Importpreise verursacht.
  • Die Arbeitslosenrate wird sich um ca. 6% erhöhen. Diese Zahlen würden auf ca. 20% ansteigen, sollte der Boykott auch die größten Arbeitgeber (Textilindustrie) treffen. Dies würde die ganze Angelegenheit weiter verschlechtern.
Commodore Bainimarama appellierte an die Bevölkerung  gemeinsame Anstrengungen zu unternehmen, um eine weitere Verschlechterung der Wirtschaft und Teilungen in der Gesellschaft zu vermeiden.

16:00 Uhr:
Die Delegation der RA-Provinz-Chiefs präsentiert Ihren Vorschlag

Eine Delegation der RA-Chiefs, geführt von Ratu Peni Waqa präsentiert ihren Vorschlag bei dem Treffen der westlichen Chiefs. Sie wollen das Fidschi ein christlicher Staat wird. Sie schlagen vor das Tui Vuda* und Vize Präsident Ratu Josefa Iloilo Präsident wird und das die westlichen Provinzen eine vierte Konföderation werden.
Sie geben dem Militär ihre Unterstützung und wollen dafür sorgen, daß die Zuckerrohrernte weiter geht.

Man will ein Treffen mit dem Militär und den Kidnappern im Parlament-Komplex vereinbaren.

* Tui Vuda ist die Bezeichnung einer Position im Rat der Chiefs

Donnerstag: 08.06.2000 10:00 Uhr Ansonsten: NICHTS NEUES

Mittwoch, 23:00 Uhr:
Das Militär sagt: „Zuckerrohrernte”

Das Militär hat bestritten, die Zuckerrohrbauern zur Ernte zwingen zu wollen.
Aber man hofft auf Verständnis, denn wenn nicht geerntet wird, wird es Fidschi nach der Krise noch schwerer wieder hochzukommen. Die Gewerkschaft berät sich nun. Einige Auslieferungen sind geplant und werde festlegen wie viele Bauern ernten werden.

Ebenso wurde die Mitteilung, daß keine Gehälter an die sich in Geiselhaft befindende ehemalige Regierung gezahlt würden, korrigiert. Die Gehälter laufen weiter.

Mittwoch, 21:00 Uhr:
Die Chiefs der westlichen Provinzen fordern: „Laßt den GCC die Freilassung der Geiseln aushandeln!”

Die Chiefs des Westen sind der Meinung, daß das Militär dem Great Council of Chiefs die Verhandlungen zur Geiselbefreiung wieder übergeben sollte.
Es wurde klar und deutlich geäußert, die Verhandlungen wieder an die Chiefs zurück zugeben, die dann wieder mit Speight verhandeln wollen. Dies und anderes, wie es nach der politischen Krise und der Geiselbefreiung  in Fidschi weitergehen soll und wie der Westen mehr Einfluß erlangen kann. Es wurde vorgeschlagen dafür ein Komitee zu bilden.
Diese Diskussionen / Verhandlungen werden am Donnerstag - 08.06.00 - im Mocambo Hotel in Nadi fortgesetzt.

Mittwoch: 07.06.2000 23:45 Uhr

Bis zur Stunde liegen uns keine weiteren Neuigkeiten vor.

16:00 Uhr:
Fidschis Epson Cup-Spiele nach Apia (West-Samoa) verlegt

Fidschis nächste 2 Spiele wurde aufgrund der Situation nach Apia verlegt. Die Spiele gegen Kanada und USA sind für den 13. Juni geplant.
Dieses wurde auf einer Pressekonferenz der Fidschi Rugby Gewerkschaft bekannt gegeben.
Das nächste Spiel findet im Juli gegen Italien statt.

Unsere Meinung: Es ist schon traurig was eine Geiselnahme durch einen Terroristen wie George Speight für Auswirkungen auf Land und vor allem Leute hat.


15:00 Uhr:
Kreditrückzahlungen laufen weiter

Entgegen der heute Vormittag veröffentlichen Nachrichten, laufen die Bankrückzahlungen ganz normal weiter. Sollte jemand Schwierigkeiten haben, die regelmäßigen Zahlungen zu leisten, so muß er mit Bank-Management in Kontakt, die dann von Fall zu Fall beurteilen wie weiter verfahren wird.

14:00 Uhr:
Keine Regierung für den Westen

Auf der Versammlung der westlichen Chiefs wurde entschieden, daß eine getrennte Regierung als allerletzter Ausweg zu sehen sei. Sprecher der Chiefs, Ratu Osea Gavidi, sagte Radio FM96, daß die Chiefs weiter versuchen werden eine Lösung zur aktuellen politischen Krise zu finden. Sollten diese Versuche scheitern, so wird eine getrennte West-Regierung wieder in Betracht gezogen. Ebenso wurde entschieden, sich demnächst regelmäßiger zu treffen und um Probleme zu diskutieren und Entscheidungen zu treffen. Sie werden heute Nachmittag weiter über die aktuelle Situation sprechen.
Ein Bericht darüber liegt uns zur Zeit noch nicht vor.

Mittwoch: 07.06.2000  Nachtrag:
seit gestern (06.06.00) ist Fidschi vorübergehend aus dem Commonwealth ausgeschlossen und zwar solange, bis es wieder eine Demokratie gibt und Recht und Ordnung wieder hergestellt ist.

Mittwoch: 07.06.2000 13:00 Uhr 12:00 Uhr:
Örtliche Banken und Vergünstigungen für die Zeit der Krise

Für die Menschen, die zur Zeit keinen Lohn bekommen oder sogar Ihre Arbeit verloren haben, ist es schwer Kredite bei der Bank und Hypotheken auf Ihre Häuser abzubezahlen.
Die ANZ-Bank verzichtet vorübergehend auf alle Kredit- Rückzahlung. Sie benötigen dazu Bestätigungen der Arbeitgeber.
Die Westpac Bank, Colonial National Bank und die Bank of Hawaii prüfen von Fall zu Fall, ob ein zeitweiliger Verzicht gewährt werden kann.

12:00 Uhr:
Die Olympische Fackel kommt auf Umwegen nach Fidschi

Nachdem die Übergabe der Olympischen Flamme, aufgrund der anhaltenden Situation gescheitert ist, wurde die Fidschianische Läuferin, Miriama Tuisorisori Chambault, als einzige Vertreterin von Fidschi, nach Rarotonga (Cook Islands) eingeladen, um die Fackel zu präsentrieren.
Am Freitag wird die Fackel dann dem Fidschianischen Museum überreicht.

11:00 Uhr:
Keine Gehälter für Chaudhrys ehemalige Regierung

Die Gehaltszahlungen für die ehemalige Regierung wurden, nach  Aussagen des Finanzministeriums, am vergangenen Freitag eingestellt.

09:00 Uhr:
Es wurde geschossen

Soldaten am Checkpoint der Ratu Sukuna Road bestätigen, heute morgen gegen 08:45 Uhr Warnschüsse abgegeben zu haben. Diese richteten sich an Gruppe Jugendliche, die versuchten in einige Häuser nahe einer Schule einzubrechen.

Nach den Schüssen rannte die Gruppe zurück zum Parlamentskomplex wo auch einige von Speights Leuten Warnschüsse abgaben.
Lt. eines Reporters vor Ort sei es seitdem wieder still in der Gegend.

Mittwoch: 07.06.2000
0:15 Uhr
In Suva ist es zur Zeit ruhig und es tut sich absolut gar nichts.

Es ist der 18te Tag der Geiselnnahme und viele Arbeiter und Angestellte werden nach Hause geschickt.
Der Großteil der Entlassenen kommt aus Textil- und Schuhfabrikation.

Die Verhandlungen sind weiterhin unterbrochen. Das vom Militär gesetzte Ultimatum (06.06.00 - 15:00 Uhr), wurde von 3 der übergelaufenen Soldaten genutzt, zurückzukehren. Das Militär erklärte weiter, daß die, sich noch unter den Geiselnehmern befindlichen Soldaten, seit 15:00 Uhr ihren militärischen Status verloren haben und nur noch als normale Bürger zu betrachten sind.

Nach Aussagen der Geiselnehmer um George Speight würden die zur Zeit anstehenden Sanktionen ihre Entscheidung nicht beeinflußen. Fidschi könne auch ohne internationale Unterstützung überleben. Es gäbe dafür genügend Beispiele.

Dienstag: 06.06.2000 10:00 Uhr Keine weiteren Neuigkeiten:
Es ist ruhig und die Situation unverändert.


Aufgrund der Sanktionen von Australien und Neuseeland, so wurde im Radio berichtet, werden in den kommenden Wochen ca. 20.000 Menschen ihre Arbeit verlieren. Es können keine Rohmaterialien zur Weiterverarbeitung importiert werden. Fertiggestellte Waren können nicht exportiert werden, da keinerlei Handelsaustausch zwischen Australien und Fidschi stattfindet.
Ebenso entlassen immer mehr Hotels eine große Anzahl ihrer Mitarbeiter.

Ist es das, was Speight für die einheimische Bevölkerung will???

Montag: 05.06.2000 23:30 Uhr 22:00 Uhr:
„ Keine Verhandlungen mehr” sagt das Militär

Die RFMF sagte, daß keine weiteren Verhandlungen zwischen dem Militär und George Speight über die Geiselnahme stattfinden werden.
Militärsprecher, Colonel Filipo Tarakinikini, sagte, daß die militärische Delegation und George Speights Gruppe schon früher in dieser Woche einen gemeinsamen Standpunkt gefunden hätten. Aber Tarakinikini sagte, daß die Forderungen Speights sich geändert hätten. Außerdem verweigerte er weitere Kommentare über die nächsten Schritte.

20:30 Uhr:
Speight lehnt militärische Forderungen zurück

Kidnapper George Speight verkündete, daß er den militärische Forderungen nicht nachkommen wird und wies das Ultimatum des Armee-Kommandanten von heute Nachmittag zurück.

Auf einer Pressekonferenz am frühen Abend sagte Speight, daß er keine Militärregierung bis zur nächsten Wahl akzeptieren werde. Außerdem will er, daß die Befehlsgewalt auf den GCC übergeht. Die Chiefs sollen dann eine zivile Übergangsregierung bestimmen, die das Land führt. Weiterhin sagte er, daß es dann Sache der Chiefs sei, ob sie Mitglieder seiner Gruppe in der Regierung wünschen. Die Geiseln blieben solange in seiner Gewalt bis das Militär seine Einstellung verstehen werde.
Speight sagte, daß er nun zu seinen Anhängern zurückgehen werde um mit ihnen die nächsten Schritte zu besprechen.

16:00 Uhr:
Militär setzt Ultimatum

Armee-Kommandant Commodore,  Frank Bainimarama, hat George Speight und seinen Anhängern ein Ultimatum gesetzt.
Dies geschah nachdem die Gespräche zwischen den Parteien an einem toten Punkt angelangt waren. In einer nationalen Ansprache sagte Frank Bainimarama, daß das Militär keine weiteren Forderungen Speights annehmen wird. Er befahl Speight die Geiseln freizulassen und die Waffen niederzulegen. Im Gegenzug werde das Militär George Speight und seinen Männern Amnestie gewähren. Armee-Kommandant Commodore, Frank Bainimarama, sagte, daß das Militär den Auftrag habe Normalität in das Leben aller Fidschianer zurückzubringen.

Außerdem wieß er darauf hin, daß weder George Speight noch einer seiner Männer Mitglied in der Übergangsregierung sein könne. Nach Frank Bainimarama wäre das aufgrund der internationalen und nationalen Reaktionen unmöglich. Er bat auch um die Unterstützung der Chiefs. Versuche dazu einen Kommentar von Speight und seinen Anhängern zu bekommen, blieben bis jetzt erfolglos.

Montag: 05.06.2000 08:15 Uhr Es wurden mittlerweile schon etliche Leute festgenommen, die die Ausgangssperre mißachtet hatten. Es werden für Fidschi recht hohe Geldbeträge als Strafe verhängt.

08:00 Uhr:
Positive Zeichen

Die Gespräche zwischen dem Militär und Speights Gruppe werden heute morgen gegen 09:00 Uhr fortgesetzt.
Militärsprecher, Colonel Filipe Tarakinikini sagt, daß sich die Parteien auf alles, bis auf eine militärische Übergangsregierung, geeinigt haben.
Armee-Kommandant Commodore, Frank Bainimarama, wiederholt, daß das Militär an seinen Beschlüssen festhält, die da sind: Freilassung der Geiseln, Herausgabe sämtlicher Waffen an das Militär, bevor Straffreiheit für George Speights Team, welches direkt am Zivilen Coup vom 19. Mai beteiligt ist, gewährt wird.

Er wünscht ebenso eine Anstandsfrist von 3 Monaten, nach Freilassung der Geiseln und Herausgabe der Waffen, bis der GCC (Great Council of Chiefs) erneut zusammen trifft. Er meint diese Zeit würde es dem Militär ermöglichen die Nation Fidschi zu stabilisieren. Er wieß auch eindringlich darauf hin, daß Speight nicht die Autorität besitzt eine Versammlung des GCC zu fodern.

Sonntag: 04.06.2000 22:30 Uhr 13:00 Uhr:
Die Gespräche sind wieder in Gang

Das Militär ist zuversichtlich, daß Gespräche zwischen ihnen und der Gruppe um George Speight weitergeführt werden.
Sprecher, Colonel Filipe Tarakinikini, sagte, daß das Militär zuversichtlich ist, zu einer Lösung gelangen. Aber er schwieg sich über die Art der Gespräche aus. Einzige Aussage von ihm war, daß das Militär weiterhin fest zu seiner ursprünglichen Haltung steht.

Die Gespräche werden in den Queen-Elisabeth-Barracks in Nabua fortgesetzt.

12:30 Uhr:
Ruhiger Sonntag:

Einen Tag nachdem die Forderungen des selbstproklamierten Führers George Speight sich wieder geändert haben, ist der Sonntag in Fidschi ruhig.
Nachdem er noch am Freitag zugestimmt hatte, die Mitglieder der ehemaligen Regierung, die er als Geiseln hält, freizulassen, änderte Speight am Samstag wieder einmal seine Haltung. Nun fordert er direkte Verhandlungen mit dem GCC (Great Council of Chiefs) und will Ratu Jope Seniloli als Präsidenten. Danach soll Seniloli eine Übergangsregierung bestimmen, welche eine neue Verfassung beschließen soll. Weiterhin fordert er Straffreiheit für jeden, der an der Aktion (Kidnapping / versuchter Staatsstreich) beteiligt ist. Auch für die Bande seiner Anhänger um das Parlament und diejenigen, die für den Mord an einen Polizisten verantwortlich gemacht werden.

In der letzten Nacht wurde vom Militärrat ein Aufruf an alle Fidschianer gemacht, sich zu vereinigen und an ihre Nation und deren Zukunft zu denken. Im selben Aufruf erklärte das Militär zum ersten Mal, daß eine von George Speight aufgestellte Regierung den Fidschianern NICHT die Zukunft bringt, die sie sich wünschen. Und das Speights Pläne für die Nation nicht „ausgegoren” sind. Nach den vorliegenden Berichten scheint das Militär die aktuelle Verfassung zu unterstützen. Colonel Filipe Tarakinikini von der RFMF sagt, daß es unklar ist ob die Verfassung oder die Regierung gescheitert ist. Er sagt auch, daß viele Menschen in der Nation, speziell junge Fidschianer, nicht berücksichtigt wurden und das Fidschi zukünftig eine unbestechliche Regierung benötigt, die diese Probleme beheben  und eine Nation ohne Randgruppen schaffen kann.

Die große militärische Präsenz bleibt rund um das Parlamentsgebäude in Veiuto bestehen, wo George Speight und seine Revolverhelden immer noch mehr als 30 Mitglieder der ehemaligen Regierung als Geiseln halten.

Leider wurde die Rede nicht in Schriftform veröffentlicht, Sie können aber, wenn Ihr Browser die Vorrichtung dafür hat, oder Sie über einen Mediaplayer verfügen, die Rede im Originalton (Englisch) hören:

Leider existiert dieser Link mittlerweile nicht mehr

Samstag: 03.06.2000 23:00 Uhr Gerade eben wurde im Radio eine Rede der Militärregierung, durch deren Sprecher, Colonel Filipe Tarakinikini, gehalten. Die sich zusammengefaßt folgende Ausgabe ergibt:

„NUR GEMEINSAM SIND WIR STARK!”

Sobald wir diese Rede in Schriftform vorliegen haben, werden wir Auszüge übersetzen und sie im Original zur Verfügung stellen.

Samstag: 03.06.2000 22:30 Uhr 18:30 Uhr:
Verhandlungen stehen still

Die Gespräche zwischen George Speight und dem Militär scheinen zu einem Stillstand gekommen zu sein.
Beide Parteien haben heute widersprüchliche Behauptungen aufgestellt. Beide bestreiten Ihre Haltung geändert zu haben und beschuldigen sich gegenseitig Ihren „sogenannten Deal” gebrochen zu haben.
Militärsprecher,Colonel Filipe Tarakinikini , berichtet, daß man sehr überrascht war, daß die Delegation Speights auf nur einen Vertreter reduziert wurde und neue Forderungen stellte.
Inzwischen behauptet Speight, daß Vereinbarungen, die Anfang der Woche von beiden Parteien ausgehandelt wurden, vom Militär nicht eingehalten würden. Dies ist der Grund warum die Geiseln nicht freigelassen würden.

12:00 Uhr:
Dreist schlägt Speight sich als Premier-Minister

Zunehmend zu all der Gesetzlosigkeit außerhalb des Parlamentarischen Komplexes, sagt der Mann , der innerhalb behauptet der Retter der Rechte der einheimischen Bevölkerung Fidschis zu sein, zum Sydney Morning Herold, er kann Fidschi führen.

Unsere Frage dazu: WOHIN???


Samstag: 03.06.2000 12:00 Uhr Nach aktuellen Radiomeldungen war der angeschossene junge Mann einer von ca. 80 Leuten, die trotz Abriegelung durch das Militär aus dem Parlamentsgebäude gekommen waren, angeblich um für Lebensmittelnachschub zu sorgen. Sie haben es dann auch geschafft, nach dem Tumult, wieder ins Gebäude zurück zu gelangen, indem sie mit weiteren Steinwürfen Richtung Gebäude auf sich aufmerksam machten.

Gerade eben finden weitere Verhandlungen statt - ansonsten keine Neuigkeiten.

Samstag: 03.06.2000 01:30 Uhr Zusammenfassung des gestrigen Tages:
Sanktionen gegen Fidschi verhängt durch Australische und Internationale Unionen
Schiffe aus Fidschi, die Australien anlaufen, werden lediglich entladen. Die entladenen Container werden nur gelagert, nicht weiter bearbeitet. Der Frachter, Direct Kookaburra, der Sydney heute erreichte, wurde nur entladen und muß morgen leer zurück nach Fidschi fahren.
Die Australischen Unionen teilen mit, daß all ihre Sanktionen nun in Kraft getreten werden.

Mann angeschossen
Ein 26 jähriger wurde heute durch zwei Kugeln verwundet. Es wurde bestätigt, daß die Schüsse sein rechtes Bein sowie den rechten Unterarm trafen. Die Schüsse fielen als der Verletzte Steine auf verschiedene Ziele in der Vuya Road warf. Nach Aussagen eine Arztes ist Mann in stabilen Zustand.
Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Speights Gruppe erhielt Drohanrufe
Im Parlamentskomplex wurde ca. 19:45 Uhr sämtliche Beleuchtung abgeschaltet, nachdem die Kidnapper Drohanrufe erhalten hatten.
FM96-Reporter, Tukini Cama, berichtete Speights Männer hätten bei einer Überprüfung 5 Schüsse in die Luft gefeuert. Mit dieser Überprüfung wollte man feststellen, ob Leute in die besetzte Zone eindringen wollten.
Wie auch immer die Beleuchtung wurde wieder eingeschaltet.

Nach Annahme von Radio FM96 befinden sich außerhalb des Parlamentsgebäudes Leute, die Steine in den Komplex schmeißen.
Nach Aussage des Militärheadquarters befindet sich eine Gruppe Soldaten vor Ort.

Ärzte besuchen die Geiseln
Nach Aussagen von Dr. Bhaghat Ram, der die Geiseln heute besuchte, geht es den Festgehaltenen den Umständen entsprechend.
Er wurde zu einer Untersuchung gerufen, da sich einige der Gefangenen in den letzten Tagen nicht wohlfühlten. Dr. Ram verordnete einige Medikamente und wird morgen weitere Untersuchungen vornehmen.

Viele Menschen verlieren Ihren Job durch die momentane Krise
300 Dorfbewohner aus Namosi verloren heute ihren Job.
Die Firma Sandolars Ltd., die Kokosnußölseife und -lotion herstellt und exportiert, mußte diese heute, aufgrund der Sanktionen entlassen. Das Gleiche gilt auch für viele andere Firmen in Fidschi.
Diese Firmen informierten ihre Mitarbeiter, daß sei während der andauernden Krise nicht länger benötigt würden. Es kann davon ausgegangen werden, daß weitere Mitarbeiter von anderen Firmen von Entlassungen bedroht sind.

Ein Kommentar von uns:
Leider sind immer die die Leidtragenden, die am Wenigsten zu dieser Situation beigetragen haben.
Kidnapper George Speight brüstet sich damit, dies alles für und im Namen der einheimischen Bevölkerung zu tun. Welchen Schaden er mit seiner Aktion Fidschi und der Bevölkerung, die er ja angeblich vertritt, damit anrichtet, scheint ihm absolut nicht klar zu sein.


Speight: „Freilassung der Geiseln noch vor Tagung des BLV”
Es besteht die Möglichkeit, daß die von George Speight und seiner Gruppe gefangen gehaltenen Geiseln noch an diesem Wochenende freigelassen werden.
Speight sagte Reportern von FM96, im Parlamentkomplex, heute morgen, daß er bereit außerdem bereit sei, die Waffen niederzulegen, wenn sich das Militär aus den landesweiten Checkpoints zurückzieht.
Diese Vereinbarung wurde zwischen ihm und dem Armee-Kommandant Commodore, Frank Bainimarama, bei ihrem Treffen in der letzten Nacht getroffen.
Allerdings sagte Speight, habe er seine Chiefs zu informieren, bevor irgendeine dieser Entscheidungen erfüllt werden kann.
Versuche dieses von der RFMF bestätigt zu bekommen, blieben erfolglos.
Beide Parteien erwarten, daß sie ihre Vorschläge dem BLV am Montag übergeben können, wenn dieser über das weitere Schicksal der Fidschianischen Regierung entscheiden wollen.
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