Der am Handgelenk angeschossene Englische Kameramann
wurde bereits nach Australien ausgeflogen.
Des weiteren wurde
berichtet, daß mehrere von
Speights bewaffneten Männern, die in einem Regierungsfahrzeug unterwegs
waren, in Nausori festgenommen wurden. Zwei dieser Männer konnten
fliehen, einer davon schwer bewaffnet.
Ein weiteres Zusammentreffen
des BLV ist für
den morgigen Nachmittag angesetzt. Und bringt hoffentlich eine
akzeptable Lösung und das Ende dieses Dramas.
Zur Information:
Bis heute wurden noch keine Flüge gestrichen, es werden lediglich einige
Flüge zusammen gestrichen. Es gibt keinerlei Einschränkungen für Touristen!
Es wird berichtet,
daß die internationale Presse
die Konferenzen mir Speight boykottieren will, die einheimischen
Reporter bekommen aufgrund der Situation geringere Gehälter und
setzen George Speight zu.
Wir werden diese Seite aktualisieren, sobald
es nennenswerte Neuigkeiten gibt.
Sonntag: 28.05.2000
19:30 Uhr
Zusammenfassung vom Samstag 27.05.00:
22:00 Uhr
Die Verhandlung ist beendet
Und es werden weitere Diskussionen folgen um eine Lösung zu
finden, die alle Beteiligten zufrieden stellen soll
19:00 Uhr
Um die Geiseln frei zu bekommen,
soll das amtierende Kabinett suspendiert werden, schlägt Präsident,
Ratu Sir Kamisese Mara, vor.
Eine mindestens 6 monatige Suspendierung des jetzigen Kabinetts soll
die Basis des Premier-Ministers Mahendra Chaudhry und seiner Kabinettsmitglieder
wieder herstellen.
Diesbezüglich soll am Montag ein weiteres Treffen einberufen werden.
Speight kann nicht als Premier-Minister ernannt werden, da er nicht Mitglied
des Parlamentes ist.
Ratu Sir Kamisese Mara will auch überdenken
7 von Speights Männern die Immunität zu gewähren. Er kann jedoch
nicht, wie von Speight gefordert, als Präsident zurücktreten, da
er vollste Unterstützung vom BLV, dem Militär, dem Staatsdienst
und der Polizei hat.
16:20 Uhr
Der Manager der Mehl-Mühlen von
Fidschi, Hari Punja, leitet bereits gerichtliche Schritte
ein, um seinen Ruf wieder herzustellen. Er wurde in der Presse
der Mittäterschaft und Verbundenheit der ganzen Aktion beschuldigt.
Dieses wurde in einem E-Mail verbreitet.
Seine Differenzen mit Premier-Minister Mahendra Chaudrys Regierung wurden
mit Verhandlungen vor Gericht gelöst.
Alle im E-Mail aufgeführten Punkte seien eine Verleumdung.
Sonntag: 28.05.2000
17:00 Uhr
Zusammenfassung vom Freitag 26.05.00:
23:30 Uhr
Die Verhandlungen mit George Speight
gehen weiter:
Die Spannung in Fidschi hält an, während die Verhandlungen mit Speight
und seinen Anhängern laufen. Premier-Minister Mahendra Chaudhry und die
gewählten Kabinettsmitglieder befinden sich immer noch in Geiselhaft.
Bei Einbruch der Dämmerung wurde die unbewaffnete
Polizei an den Checkpoints durch bewaffnetes Militär ersetzt. In
einer Pressekonferenz am Abend gab Police Commissioner Isikea Savua
an, daß er den Militäreinsatz unterstütze, da bewaffnete Männer
bei den Checkpoints gesehen wurden und er nicht will das Waffen
auf die unbewaffneten Polizisten gerichtet werden. Ebenso seien
Nahe Veiuto schwer bewaffnete Männer gesehen worden.
Nachdem die Armee
die Sicherheit gewährleisten
soll, sind einige Zivilisten zurückgewiesen oder aufgrund der Ausgangssperre
verhaftet worden.
Im Veiuto Komplex
hat sich im Laufe der letzten Woche eine größere Menschenmenge,
auch Frauen und Kinder, angesammelt. Die Soldaten lassen diese
Menschen gehen, aber niemanden mehr das
Gebiet betreten.
Speight fordert die
Absetzung des Präsidenten
Ratu Sir Kamisese Mara und des Premier-Ministers, da diese Ämter
nur Fidschianern zuständen und das ihm und seinen Anhängern Amnestie
gewährt werden muß.
Präsident Ratu Sir Kamisese Mara hält weiterhin
die Kontrolle über Fidschi, der Ausnahmezustand bleibt bestehen
und Polizei und Militär stehen voll hinter ihm.
21:00 Uhr
Die Bevölkerung wurde gewarnt Zuhause
und dem Parlamentsgebäude und näherer Umgebung fern zu bleiben.
Lt. Savua sind in
der Stadt schon einige bewaffnete Männer verhaftet worden und
die Kontrollpunkte werden mit mehr bewaffneten Soldaten besetzt,
da die unbewaffnete Polizei machtlos
gegen Bewaffnete ist.
Die Verhandlungen dauern an.
20:30 Uhr
Um das Regierungsgebäude ist es
weiter ruhig. Von Reportern wurde berichtet das im Parlament das
Treffen mit Speights Vermittlern und der Delegation des BLVs angefangen
hat.
Da im Laufe des Tages
die Kontrollen an den Checkpoints verschärft wurden, ging Speight mit seinen bewaffneten
Männern und einigen Reportern zu den Punkten, um den Soldaten Anweisung
zu geben, Zivilisten durchzulassen.
Die 15 unbewaffneten,
uniformierten Männer,
die sich zu Speight bekannten, gehören NICHT dem RFMF (Republic
Fijian Military Force) an! - dieses wurde vom Ministerium für Home
Affairs bestätigt.
17:00 Uhr
Die Delegation des BLVs ist noch
nicht im Parlament eingetroffen.
FVN-Reporter berichten von
15 unbewaffneten, jedoch uniformierten Männern, die sich im Parlamentsgebäude
eingefunden haben, um ihre Sympathie zu Speight zu bekunden.
Mittlerweile ist auch die Delegation des BLVs zu den Verhandlungen
mit Speights Vermittlern
eingetroffen. Es wird berichtet, daß es
Zivilisten durch das bewaffnete Militär an den Kontrollpunkten
schwerer gemacht wird ins Parlament zu gelangen.
16:00 Uhr
Sport in Fidschi - Auswirkungen
der Krise:
Nun sind die Sportler Fidschis auch Leidtragende dieser andauernden
Krise. Der
Manager Bob Challenor berichtet von Verhandlungen mit großen japanischen
Firmen als Sponsoren, die nun, aufgrund der Krise, zum Stillstand gekommen
sind. Spiele des Fidschianischen
Teams in Kanada, USA, Italien und Schottland stehen zur Zeit
auf Warteposition. Das Spiel am kommenden Wochenende in Neuseeland
gegen Air France 7's wird nicht boykottiert.
16:00 Uhr
International Verurteilung der
Krise:
Die Beschlüsse des BLV, die in der letzten Nacht vom Vorsitzenden, Sitiveni
Rabuka verlesen wurden, wurden international hart kritisiert. Neuseelands
Außenminister, Phil Geoff, verkündete, daß man die diplomatische
Verbindung mit Fidschi noch mal bedenken werde. Es gäbe sicherlich viele
Antworten von Neuseeland und anderen Ländern zu dieser undemokratischen
Lösung in Fidschi. Dieses werde die Beziehungen zu Fidschi deutlich abkühlen,
sagte Geoff. Die Reaktionen werden wirtschaftlicher
Natur sein. Und Gruppen wie die Europäische Union wird die Unterstützung
von Hilfsprogrammen wie zum Beispiel den Ankauf von Zucker zunächst
einmal einfrieren.
Andere werden den Sportbereich betreffen. Geoff weiß, daß die Neuseeländische
Rugby Union im Umgang mit Fidschi sehr vorsichtig sein wird, wenn Geiseln
zu Schaden kommen sollten und Fidschi eine undemokratische Lösung aufgezwungen
wird. Australiens Premier-Minister
John Howard zieht die Möglichkeit einer Suspendierung Fidschis
vom Commonwealth in Betracht, falls die Demokratie nicht wiederhergestellt
wird. Die Vereinigten Staaten haben
Sanktionen angedroht und Groß Britannien drückt seine Besorgnis
aus.
0:00 Uhr
Speight lehnt den Beschluß des
BLV ab!
Er will die Abschaffung der 1997er Verfassung, statt deren Änderung und
Amnestie für sich und seine Männer vom Präsidenten. Er erwartet neue
Vorschläge.
Samstag: 27.05.2000 22:45 Uhr
Es gibt einiges an Neuigkeiten.
Diese sind jedoch so umfangreich, daß wir sie erst überarbeiten
müssen, um keine Fehler einzubringen. Wir bitten Sie daher später
wieder reinzuschauen (gegen 11:00
Uhr Ortszeit / 01:00 Uhr in Deutschland)
Bitte haben Sie dafür Verständnis
- wir möchten
keine Gerüchte in die Welt setzen.
Samstag: 27.05.2000 13:00 Uhr / 13:30
Uhr
Ganz aktuell:
Nachtrag:
Laut Aussage eines Reuters-Mitarbeiters,
im hiesigen Radio, entwickelte sich die gesamte Sache wie folgt:
Einige von Speights Männern wollten dem Checkpoint Anweisungen geben,
Leute durchzulassen. Aus dieser Situation entwickelte sich ein Handgemenge,
bei dem Warnschüsse abgegeben würden, die, wie bereits berichtet, drei
Menschen verletzten.
Wie soeben im Radio mitgeteilt,
sind gegen 12:15 Uhr außerhalb
des Parlamentsgebäudes an einem Checkpoint Schüsse gefallen und
drei Menschen verletzt worden. Es ist noch unklar von wo die
Schüsse kamen und wer sie abgegeben hat.
Bei den Verletzten handelt es sich um einen Englischen Kameramann
der internationalen Presse sowie zwei Soldaten. Der Kameramann
und ein Soldat
wurden am Arm verletzt und der zweite Soldat erhielt einen Schuß ins
Bein.
Samstag: 27.05.2000 11:00 Uhr
Es ist ruhig um Suva und es gibt nichts Neues.
Die Delegation des BLV hat ein neues Treffen mit Speight für den
heutigen Nachmittag angesetzt.
Freitag: 26.05.2000 22:00 Uhr
Leider gibt es immer noch nichts Neues zu berichten.
Zur Stunde läuft immer noch ein Treffen von
Delegierten des BLVs mit Speight.
Australien und Neuseeland sind mit dem Beschluß des
BLVs nicht einverstanden, weil er nicht den demokratischen Regeln
entspricht und Amerika hat bereits Sanktionen angekündigt.
Wir bringen die Seite erst jetzt auf den aktuellen
Stand, weil es im Laufe des heutigen Tages nicht möglich war ins
Internet zu kommen. Die Leitungen waren gnadenlos überlastet.
Freitag: 26.05.2000 16:45 Uhr
Bis zur Stunde gibt es keine weitere Neuigkeiten.
Ein Treffen zwischen George
Speight und dem BLV hat noch nicht stattgefunden.
Freitag: 26.05.2000 02:00 Uhr
Nach letzten Meldungen
aus dem Regierungsgebäude
stimmt der Anführer der Geiselnehmer, George Speight, dem Beschluß des
BLV nicht zu.
Ein neuer Forderungskatalog
dieser Gruppe wird gerade vorbereitet und soll dem BLV morgen
früh um 10:00 Uhr vorgelegt
werden.
Unter anderem fordert
George Speight darin die Abschaffung der 1997er Verfassung und
Straffreiheit für sich
und seine Mittäter. Außerdem verlangt er die Absetzung des Präsidenten
und fordert die Einsetzung eines neuen Präsidenten aus seine Gruppe.
Weitere Informationen - sobald sie uns vorliegen.
Donnerstag: 25.05.2000 0:00 Uhr
Heute gegen 19:00 Uhr (Ortszeit)
ist die Entscheidung des großen Rates (BLV = Bose Levu Vakaturaga)
gefallen: Es wurde wie folgt beschlossen:
(frei übersetzt)
Der BLV unterstützt seine Exzellenz, den
Präsidenten der Republik der Fidschi Inseln, in seinen Bemühungen,
Fidschi zurück zur Normalität zu führen und den existierenden
Ausnahmezustandes zu beenden.
Der BLV vereinbart,
daß Änderungen in der
1997er Verfassung gemacht werden müssen und das diese Änderungen
alle Anliegen umfassen sollten, die vom Taukei (Opposition) gemacht
wurden.
Der BLV versichert
Ratu Sir Kamisese Mara, als Präsidenten der Republik Fidschi und Ratu Josefa Iloilo als
Vize-Präsidenten seine vollste Unterstützung.
Der BLV vereinbart,
daß ein Konzil von Beratern
berufen werden muß, um seine Exzellenz, Ratu Sir Kamisese Mara,
Präsident der Republik der Fidschi Inseln, als Vorsitzenden einer Übergangsregierung
zu unterstützen.
Der BLV vereinbart,
daß seine Exzellenz,
der Präsident, Ratu Sir Kamisese Mara, als Einziger befugt ist
den Konzil von Beratern zu festzulegen und einige dieser Berater
aus der Gruppierung um George Speight kommen müssen.
Der BLV vereinbart,
daß seine Exzellenz,
der Präsident, im Rahmen seiner Autorität alle Beteiligten an
der gewaltsamen Übernahme der Parlaments und der Geiselnahme
der Volks- Koalitions- Regierung begnadigt.
Der BLV fordert seine
Exzellenz, den Präsidenten,
auf, den Beschwerden/Klagen die von verschiedenen Taukei (Oppositionsgruppen), während
der letzten Protestmärsche erhoben wurden, vollste und dringliche
Aufmerksamkeit zu widmen. Weiterhin wird gefordert, daß die Positionen
des Präsidenten, des Premier-Ministers und verschiedener anderer
Regierungspositionen (nicht näher festgelegt) nur von einheimischen
Fidschianern oder Rotumern besetzt werden dürfen.
Der BLV fordert außerdem eine sofortige Freilassung
aller im Regierungsgebäude festgehaltenen Geiseln und die Übergabe
aller Waffen an die Polizei.
Der BLV vereinbart,
daß die Übergangsregierung
zeitlich begrenzt ist, sich auf die Zusätze zur 1997er Verfassung
konzentrieren soll und erforderliche Änderungen der Gesetzgebung
vornehmen muß.
Der BLV stimmt zu,
daß er auch in Zukunft
weitere Gespräche mit George Speight und seinen Anhängern führen
will, sofern die Notwendigkeit besteht.
Wir sind der Meinung,
daß die o.g. Punkte nicht
den demokratischen Regeln entsprechen, da eine vom Volk, unter der
1997er Verfassung, gewählte Regierung hiermit abgesetzt wird.
Donnerstag: 25.05.2000 15:30 Uhr
Noch immer keine Entscheidung - der Rat tagt immer noch!
Mittwoch: 24.05.2000 23:15 Uhr
Der große Rat der Chiefs
tagt zur Stunde immer noch und ist bis jetzt noch nicht zu einem
Ergebnis gekommen.
Die Repräsentanten des Commonwealth und der
Vereinten Nationen gaben heute Nachmittag, nach einem Gespräch
mit Speight, eine Pressekonferenz. Man versucht George Speight
klar zu machen welchen Schaden er in Fidschi schon angerichtet
hat und was das alles noch zur Folge haben wird.
Mittlerweile sollen
sich etwa 1.000 Personen, Anhänger Speights, im Regierungsgebäude. - Diese Mitteilung entnahmen
wir einem Bericht der Zeitung "The Fiji SUN" vom 24.05.00.
Mittwoch: 24.05.2000 12:00 Uhr
Mittlerweile herrscht Zuckerknappheit in Fidschi,
was die Geschäfte veranlaßt vorübergehend die Preise zu erhöhen.
Es werden größere Mengen von der Rarawai Zuckermühle geliefert.
Die
Olympische Flamme kommt vielleicht doch noch nach Fidschi ?!
FASANOC Präsident, Doktor Robin Mitchell sagt,
daß man noch abwarten wolle. Die Flamme ist zur Zeit in Ponpei -Vereinigte
Staaten von Mikronesien unterwegs. Eine Entscheidung gibt es in den nächsten
Tagen - Die Flamme wurde für Samstag erwartet.
Schulen und Geschäfte,
so nimmt man an, bleiben bis auf Weiteres geschlossen:
Das Ausbildungsministerium hat
angeordnet die Schulen in Suva, Nausori sowie in näherer Umgebung bis
auf Weiteres geschlossen zu lassen.
Prüfungen werden verschoben.
Es wird erwartet, daß die
Geschäfte in Suva geschlossen bleiben bis sich die aktuelle Situation
normalisiert hat. Fidschis Präsident des Einzelhandels bemerkt,
daß wegen der Straßensperren und der nächtlichen Ausgangssperre,
nicht mit einem Ansturm von Kunden zu rechnen ist.
Nach
aktuellen Aussagen wurden am vergangenen Freitag mehr
als 167 Geschäfte von den Plünderungen
in Mitleidenschaft gezogen und ca. 16 Läden brannten aus. Der Polizeipräsident
Isikia Savua schätzt den Schaden
auf mindestens 30 Millionen Fiji Dollar.
Eine weitere Tagung
des Rates findet heute Nachmittag statt. Hier wollen sich die
Chiefs beraten,
wie mit George Speight und seinen Leuten verfahren wird, wenn
dieser endlich wie gefordert, die Waffen niederlegt und die Geiseln
freigibt. Auch soll diskutiert werden ob ein Interimskabinett
gebildet werden soll.
Wir hoffen, am Abend (Ortszeit)
eine endgültige Entscheidung bekannt geben zu können, um dann
wieder zum normalen Leben zurückkehren zu können.
Dienstag: 23.05.2000 22:05 Uhr
Die Situation hier in Fidschi scheint sich
zu erspannen, nachdem der Great Council of Chiefs sich voll hinter
der Staatspräsidenten Ratu Sir Kamisese Mara stellt und die Wiederherstellung
von Recht und Ordnung verlangt.
Außerdem wird der Anführer der Kidnapper, George Speight, aufgefordert
die Geiseln freizugeben und die Waffen niederzulegen.
Der ehemalige Außenminister Neuseelands und
jetziger Generalsekretär des Commonwealth, Don McKinnon ist in
Begleitung eines Vertreters der Vereinten Nationen hier in Fidschi
eingetroffen, um Gespräche mit den Mitgliedern des GCC's (Great
Council of Chiefs) zu führen.
Dienstag: 23.05.2000 20:35 Uhr
Die Tagung der Chiefs
ist für heute beendet
und es wurde bekannt gegeben, daß der Rat der Chiefs voll hinter
dem Präsidenten steht.
Morgen wird ein weiteres
Zusammentreffen stattfinden, in dem man berät wie man weiter
vorgehen soll und wie mit Speight danach verfahren wird.
Im Laufe des heutigen
Tages wurde die nächtliche
Ausgangssperre auf den Bereich Suva, nähere Umgebung, Nausori und
Labasa (auf Vanua Levu) eingegrenzt und sie besteht nur noch zwischen
20:00 und 05:00 Uhr.
Des weiteren wurden weitere 4 Geiseln freigelassen:
2 Ärzte, die sich seit Sonntag im Parlamentsgebäude
befanden (man hatte sie gerufen, um den Gesundheitszustand
des Premier-Ministers zu prüfen.
Labasa MP: Nareish
Kumar
Lami MP: Michael
Columbus
Dienstag: 23.05.2000 11:30 Uhr
Seit 10:00 Uhr Ortszeit
tagt nun der Rat der Chiefs und im Anschluß daran wird es eine
Pressekonferenz geben.
Im Radio wurde vermeldet,
daß einer der Sicherheitsleute
Speights einen Warnschuß abgeben hat, weil er meinte jemanden vom
Militär in der Nähe des Parlamentsgebäudes gesehen zu haben.
Nach telefonischer Auskunft des deutschen Honorarkonsuls
Daryl Tarte (11:35 Uhr) ist es in
Suva zur Zeit ruhig.
Dienstag: 23.05.2000 01:45 Uhr
George Speight teilte
heute in einer weiteren Pressekonferenz mit, daß er mit der Tagung des Rates der Chiefs,
welche morgen stattfinden soll, nicht einverstanden ist. Es entspräche
nicht der Tradition Fidschis.
Es gibt weiterhin keine
Einschränkungen bei
nationalen und internationalen Flügen!!! Die Passagiere werden
lediglich aufgefordert frühzeitig einzuchecken.
In einem Fernsehinterview äußerte sich der
Manager des Sheraton Denarau Hotels positiv. Die Auslastung entspräche
der, der Saison = 80 % und es hätte bis jetzt keinerlei Einbußen
gegeben.
Die Ausgangssperre besteht
weiterhin, ansonsten gibt es aber für Touristen keine Einschränkungen.
Montag: 22.05.2000 23:45 Uhr
So
eben wurde im Radio bekannt gegeben, daß es weiteren 100 Personen erlaubt wurde das Regierungsgebäude
zu betreten - es handelt sich hierbei um Anhänger George Speights,
die sich schon länger vor dem Gebäude versammelt hatten.
Außerdem werden seine eigenen Leute mittlerweile zum Sicherheitsrisiko.
Wie vom Radio berichtet, hat einer der Sicherheitsleute Speights im betrunkenen
Zustand versucht mit allen Mitteln auf sich aufmerksam zu machen. Daraufhin
wurde dieser des Regierungsgebäudes verwiesen.
George Speight hatte gestern in einem Radiointerview bekannt
gegeben, daß er heute eine Liste mit Namen von Chiefs (Oberhäuptern)
vorlegen wolle, die hinter ihm stehen. Des weiteren wollte er mit
seinem neuernannten Kabinett heute in den Regierungsbüros die Arbeit
aufnehmen.
Beides ist bis zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht geschehen.
Wie vom Radiosender mitgeteilt wurde, kursieren zur
Zeit über 100 Gerüchte, über weitere Vorhaben, um Leuten Angst
zu machen. Es wird dringend geraten, aktuelle Informationen den
Medien wie TV, Radio und Zeitungen zu entnehmen und nicht auf Äußerungen
auf der Straße, Anrufe, Faxe, etc. zu reagieren.
Das Radio bestätigt nun nach jeder Information, deren
Richtigkeit und Prüfung durch eigene Journalisten, offizielle Stellen
oder vertrauenswürdige Quellen.
Montag: 22.05.2000 22:00 Uhr
Der
Präsident:
Ratu Sir Kamisese Mara forderte heute im TV das gesamte
Volk auf wenn irgendwie möglich zum normalen Tagesablauf zurückzukehren und der Arbeit
nachzukommen. Die Polizei und das Militär stehen hinter ihm, um Recht
und Ordnung aufrecht zu erhalten. Und er werde alles in seiner Macht
Mögliche tun, die Geiselnahme zu einem friedlichen Ende zubringen. „GEWALT IST NICHT
DER FIDSCHIANISCHE WEG”
Die öffentlichen Verkehrsverbindungen werden
morgen von fast allen Unternehmen wieder aufgenommen. Die Schulen
bleiben bis Mittwoch geschlossen. Die Banken bleiben teilweise geschlossen
und die Supermärkte lassen weiterhin nur eine begrenzte Personenzahl
auf einmal ein. Lebensmittel sind nur noch begrenzt zu erhalten,
wie wir heute selber erfahren mußten. Es gab weder Brot, Eier, Obst
noch Zucker. Und wenn, dann muß man lange dafür anstehen.
Entgegen den zuvor gemachten Angaben erhielten wir
heute eine genaue Liste der in Gefangenschaft gehaltenen
Kabinettsmitglieder,
deren Zahl
die bisherige bei weitem übersteigt. Einige der Geiseln sind bereits
am Sonntag morgen freigelassen worden - mit* gekennzeichnet:
Tourism Minister: Adi
Koila Nailatikau (Tochter des Präsidenten)
Sports Minister: Pomipate
Lesavua
Tabua MP: Anand Babla
*
Ba MP: Ami Chand *
Tavua MP: Pravin Singh*
Police Officer: Krishna
Naidu (Bodyguard des Prime Ministers) *
Privatsekretär: Rajendra
Chaudhry (Sohn des Prime Ministers) *
Home Affairs Minister: Jioji
Uluinakauvadra
Assistant Minister: Adi
Ema Tagicakibau
Assistant Agriculture Minister: Marieta
Rigamoto
Assistant Health Minister: Dr.
Gunasagaran Gounder
Assistanr Minister for Fijian Affairs: Isireli
Vuibau
Vuda MP: Vinod Maharaj
Nadi MP: Amjad Ali
Suva MP: Deo Narain
Laucala MP: Hikmat
Singh Verma
Labasa MP: Mattu Swamy
Labasa MP: Mohammed
Lateef Subedar
Deputy Speaker: Giyanendra
Prasad
Lami MP: Michael Columbus
Magodro MP: Jag Narain
Sharma
Nadi MP: Pardhuman
Raniga
Labasa MP: Nareish
Kumar
Macuta MP: Krishna
Dutt
Ra MP: Eloni Goneyali
Nadi MP: Bulou Akanisi
Koroitamana
Suva MP: William Aull
Northern MP: Leo Smith
Die indischen Mitglieder werden im Erdgeschoß und
die Fidschianischen im Sitzungssaal der Parlamentes gefangen gehalten.
Assistant Minister for Housing, John Ali sagte
nach seiner Freilassung:
(frei übersetzt)
„Mein Körper ist zwar frei, aber nicht mein
Geist wenn ich an die anderen Geiseln denke....................”
Montag: 22.05.2000 13:30 Uhr
Mittlerweile ist die
Anzahl der bewaffneten Geiselnehmer von 8 (inkl. Speight) auf 35
angestiegen. Wie das geschehen
konnte, ist für uns unvorstellbar.
Die meisten Geschäfte,
Poststellen etc. blieben heute geschlossen.
Die Aussagen in den
Medien sind sehr unklar, deshalb möchten wir bis heute Abend
von weiterer Berichterstattung Abstand halten.
Wir selber warten jetzt den morgigen Tag ab,
da dann der Rat der Chiefs tagt und hoffentlich zu einer Entscheidung
kommt.
Montag: 22.05.2000 0:25 Uhr
In den letzten Radiomeldungen kam es zu keinen
neuen Aussagen. Es gab eine Pressekonferenz, von Speight einberufen,
mit 16 internationalen Journalisten.
Die stellvertretende Premier-Ministerin Adi
Kuini Speed befindet sich zur Zeit zu einem Krankenhausaufenthalt
in Australien, von wo sie sich per Telefoninterview sehr betrübt
zu der Fidschi herrschenden Situation äußerte.
Die Schüsse aus dem Regierungsgebäude, über
die heute berichtet wurde, rührten aus einer Fehlbedienung der
Waffe eines der Geiselnehmer. Es kam niemand zu Schaden.
Sonntag: 21.05.2000 23:55 Uhr
An der Situation hier in Fidschi hat sich nichts
geändert, weiterhin ist es sehr ruhig.
Nach einem Anruf bei der Polizei wurde uns nun eine Ausgangssperre zwischen
19:00 und 06:00 Uhr für ganz Fidschi bestätigt.
Nun haben so gut wie alle Organisationen, Parteien
und Provinzoberhäupter (Chiefs) ihre Loyalität dem Präsidenten
Ratu Sir Kamisese Mara gegenüber öffentlich bestätigt.
Die Schulen bleiben am Montag: 22.05.00 geschlossen.
Es werden aber alle aufgefordert zur Arbeit zur gehen und dem normalen
Tagesablauf nachzukommen.
Der Präsident äußerte heute in einer Ansprache,
daß er zu einem Treffen mit Speight erst bereit ist, wenn dieser
die Geiseln freiläßt und auf seine Bedingungen eingeht. George
Speight versucht unter Androhung der Erstschiessung seiner Geiseln
ein Treffen mit dem Präsidenten zu erzwingen.
20 Angestellte des Parlaments wurden laut Radioaussagen
heute freigelassen.
Sonntag: 21.05.2000
14:40 Uhr
Es ist ruhig in Fidschi, es gab bis auf kleinere
Plünderungen von ein paar unreifen jugendlichen Rüpeln keine weiteren
Ausschreitungen.
Am Vormittag durften der Vorsitzende des Roten
Kreuzes von Fidschi Dr. Scott sowie der Vorstand der Fidschianischen
Methodisten-Kirche nach vorherigem Verbot das Regierungsgebäude
betreten. Sie bestätigten, daß sich der Premier-Minister Mahendra
Chaudhry und die anderen Kabinettsmitglieder in einem guten Gesundheitszustand
befinden und unverletzt sind.
Den Angehörigen der Geiseln wurde es erlaubt Essen, Kleidung zum Wechseln
und Toilettenartikel zum Regierungsgebäude zu bringen, die nach Prüfung
den Geiseln übergeben werden.
Um das Regierungsgebäude herum ist zur Zeit
ein Papier im Umlauf, dessen Schreiber unbekannt ist. In diesem
Papier wird ausgesagt, daß einige Parteien die Regierungsübernahme
unterstützen würden. Dieses Papier wurde mit Namen: "Joint
Committee of Fiji Parties" unterzeichnet.
Alle, die im Papier aufgeführten Parteien, widersprachen dieser Aussage.
Außerdem hatten diese Parteien bereits in vorherigen öffentlichen Stellungnahmen
ihre Loyalität zum Staatspräsidenten versichert und den Gewaltakt von
Speight verurteilt.
Ebenfalls findet in Neuseeland auch ein Protestmarsch
(ca. 3.000 Personen) gegen die gewaltsame Geiselnahme Speights
statt. Dieser Marsch hat das Ziel eine Notiz an den Neuseeländischen
Außerminister zu übergeben.
Zum näheren Verständnis:
Fidschi ist in 14 Provinzen mit je einem Chief (Oberhaupt) aufgeteilt,
diese zusammen bilden den Rat der Chiefs (Bose Levu Vakaturaga)
und wählen den Präsidenten.
Vorstand dieses
Rates ist der ehemalige Premier-Minister Sitiveni
Rabuka, er führte einen
Putsch 1987 an und versucht nun zwischen dem
Kidnapper George Speight und dem Präsidenten
zu vermitteln.
Sonntag: 21.05.2000
0:35 Uhr
Letzte Mitteilung:
Gerade eben wurde ein Krankenwagen vom Hinterausgang des Parlamentsgebäudes
angefordert. Nach unbestätigten Radiomeldungen hat Premier-Minister Mahendra
Chaudhry einen Kollaps erlitten. Angeblich wurde kein Angriff gegen ihn
getätigt.
Die vor einer halben Stunde angeforderten Krankenwagen
wurden kurz zuvor wieder abgezogen, so daß sich der Premier-Minister
noch in einem der Büros befindet. Über seinen Gesundheitszustand
gibt es zur Stunde noch keine weiteren Aussagen.
Sonntag: 21.05.2000
0:05 Uhr
AKTUELLE MELDUNG:
George Speight hat 3 Krankenwagen zum Parlamentsgebäude bestellt, was
annehmen läßt, daß er und sein Gruppe nervös werden und einen nächtlichen
Eingriff befürchten. Aus Sicherheitsgründen ließ er bereits bei Einbruch
der Dunkelheit die gesamte Beleuchtung des Gebäudes ausschalten. Es herrscht
völlige Ruhe und Dunkelheit in der Umgebung.
Parlamentsgebäude
Aus den westlichen Bezirken Viti Levus: Nadi,
Ba, Lautoka und Tavua vermeldet die Polizei Ruhe, während es heute
Nachmittag in Rakiraki zu kleineren Plünderungen kam.
Vermuteter Schaden, noch konnten nicht alle
Geschäftsleute befragt werden, liegt bei ca. 30 Millionen Fidschi
Dollar. Rund 176 Geschäfte wurden geplündert und zerstört, davon
rund 16 in Brand gesetzt.
Die Fiji Public Services Association ruft für
sämtliche Departments, aus Protest gegen diesen Gewaltakt, zu einem
Streik am Montag auf. Die Mitarbeiter aller Departments, außer
denen der Krankenversorgung, Wasserversorgung etc., werden gebeten
am Montag Zuhause zu bleiben. Auch der Sprecher dieser Organisation
sicherte dem Präsidenten in einem Radiointerview vollste Unterstützung
zu.
Samstag: 20.05.2000
23:30 Uhr
An der Situation hier in Fidschi hat sich bis
zur Stunde nicht viel geändert.
Der Präsident hat heute eine
Ansprache an das Volk im TV gehalten und später eine weitere
im Radio: (frei übersetzt - Auszug)
„Ich versichere
den Bürgern, daß ich alles in meiner Macht stehende
tun werde, um diesen Gewaltakt möglichst schnell zu
beenden, um Recht und Ordnung wieder herzustellen.
Auch habe ich die Unterstützung des Militärs und der
Polizei”
- dieses bestätigten deren Sprecher ebenfalls in den Fidschianischen
Medien. Außerdem, wie vorher schon
berichtet, erhält die Gruppe um den Rebellen George Speight keinerlei
Rückendeckung.
ALLE Organisationen,
Parteien und die Oberhäupter (Chiefs) der Provinzen
(14) versicherten dem PräsidentenRatu
Sir Kamisese Mara ihre
Loyalität und verurteilten die Handlungsweise George
Speights als illegal, verfassungswidrig und gegen jegliches
demokratisches Verständnis.
Weiterhin forderten die o.g. in Stellungnahmen über
das Radio George Speight auf, die Aktion sofort zu beenden und
die Geiseln freizugeben, so daß das, vor einem Jahr vom Volk gewählte,
Parlament seine Arbeit wieder aufnehmen kann.
Zum Hintergrund:
In Fidschi wird alle 5 Jahre ein
neues Parlament gewählt. So wurde vor fast genau vor einem Jahr
Mahendra Chaudhry von der Mehrheit des Volkes zum Premier-Minister
gewählt. Wir möchten mit unserem eigenen Eindruck noch
einmal herausstellen, was auch immer wieder in sämtlichen Medien
in Fidschi bestätigt wird:
George Speight ist alleine mit
seinen Rebellen!
Auch wenn er lt. "Fiji Times" meint, daß Fidschianische Volk
hinter sich zu haben, kann man sagen, daß dieses nicht zutrifft. Sämtliche
Parteien und Organisationen verurteilen diesen Gewaltakt gegen ein vom
Volk gewähltes Parlament und versichern dem Staatspräsidenten ihre vollste
Loyalität.
So eben erfuhren wir aus
dem Radio, daß es weiterhin keine Einschränkungen im internationalen
Flugverkehr gibt. Passagiere werden lediglich aufgefordert
etwas früher einzuchecken.
N A C H T R A G Z
U M F R E I T A G:
Entgegen der Veröffentlichungen in den internationalen Medien wurden
keine Kommunikationsleitungen gekappt.
Wir selber erhielten Faxe und Anrufe aus Deutschland, Bekannte telefonierten
nach Europa und auch die Internetverbindung stand. Es ist verständlich,
daß diese Verbindung nach außen teilweise überlastet war und auch zusammenbrach.
Samstag: 20.05.2000
14:45 Uhr
Letzte Meldungen (14:45
Uhr) aus
dem Radio:
George Speight bezeichnet sich nun als Premierminister, nachdem er sich
gestern noch als Präsident bezeichnete. Wie soeben im Radio verlesen
wurde, hält die Frauenbewegung „Woman of Change” George
Speight zur Aufgabe an. Außerdem distanziert sich die Familie
des gestern als Interims-Premierminister ernannten, Ratu
Timoci Silatolu, von George Speight
und ruft Ihren Bruder / Sohn ebenfalls auf sich zu distanzieren,
da die gesamte Aktion illegal ist. Unklar ist inwieweit sich
schon wieder Änderungen ergeben haben, da der o.g. Ratu Timoci
Silatolu, in den Medien gerade eben als stellvertretender Interims-Premierminister
bezeichnet wurde. Nach unserem Eindruck ist
es in Fidschi ruhig und wir sind der Meinung, daß die Gruppe
um George Speight auf ziemlich verlorenem Posten steht, da Polizei
und Militär weiterhin dem amtierenden Präsidenten Ratu
Sir Kamisese Mara als obersten
Befehlshaber anerkennen.
Unserer Meinung nach ist momentane Situation
hier in Fidschi kein Staatsstreich sondern lediglich eine Form
von Kidnapping durch George Speight und ca. 20 Bewaffneten.
Samstag: 20.05.2000
13:30 Uhr
Viel Neues gibt
es hier aus den Medien:
Eines ist sicher,
sollte George Speight mit seinem Vorhaben durchkommen, so wirft
dieses Fidschi um Jahrzehnte zurück. Da er aber keinerlei Unterstützung
(von Militär, Polizei, Oberhäuptern etc.) erhält, ist dieses recht
unwahrscheinlich.
Die Tochter, Adi Koila
Mara Nailatikau, des Präsidenten, Ratu
Sir Kamisese Mara, Ministerin
für Straßen, Verkehr und Tourismus, befindet sich ebenfalls unter
der Geiseln.
Nach Aussagen des hiesigen Radios
ließ man das Rote Kreuz ins Parlamentgebäude, um sicher zu stellen,
daß es den Geiseln gesundheitlich gut geht.
Wer ist überhaupt George
Speight?
In Deutschland würde man einfach sagen ein Versager
und Bankrotteur! Er ist Sohn eines
Parlamentsabgeordneten.
Noch am Montag stand er wegen diverser Delikte, z. B. auch Erpressung
vor Gericht.
Die mit dem Ausnahmezustand
verhängte Ausgangssperre (19:00 - 06:00 Uhr) wird auch in den
nächsten Tagen aufrecht erhalten. Diese
gilt entgegen einiger Mißverständnisse nur für ganz Suva und
Umgebung.
Die bewaffnete Gruppe um George
Speight scheint ohne jegliche Unterstützung von Außen zu agieren.
Wie aus zahlreichen Erklärungen verschiedener Organisationen, die
zur Zeit über das Radio abgegeben werden, hervorgeht, distanzieren
sich alle Gruppen von George Speight und bezeichnen dessen Handlungsweise
als illegal und nicht im Einklang mit der Verfassung.
Wie den heutigen Tageszeitungen zu entnehmen war, wurden in
Suva und Umgebung Schäden in nicht unerheblicher Höhe durch Plünderung und Brandstiftung
verursacht. Rund 262 kleinere Geschäfte und Restaurants wurden zerstört.
Etliche der Plünderer
wurden von der Polizei in Gewahrsam genommen und die zerstörten
Geschäfte wurden von der Polizei bewacht, um das noch Vorhandene
zu schützen:
Freitag: 19.05.2000
23:45 Uhr
Gegen
11:00 Uhr (Fidschizeit) heute morgen wurde das Regierungsgebäude
von mindestens 7 bewaffneten, maskierten Personen gestürmt.
Die zu der Zeit anwesenden Kabinettsmitglieder (8), unter anderem
auch der Premierminister Mahendra Chaudhry, wurden
als Geiseln genommen.
Der Anführer der bewaffneten Gruppe:
George Speight,
erklärte sich illegal zum Präsidenten der Republik Fidschi und proklamierte
einen Interims-Premierminister:
Ratu Timoci Silatolu
Zur
Zeit (22:30 Uhr -
Fidschizeit) werden weitere Interimsminister proklamiert. Einige
von Mr.
George Speight ernannten Minister
(die auch unter Premierminister
Mahendra Chaudhry amtieren) distanzieren
sich von einer Zusammenarbeit mit diesem selbsternannten Präsidenten.
Die gesamte obige Aktion erfolgte
im Rahmen eines Protestmarsches, an dem ca. 4.000 - 5.000 Personen,
meist Fidschianische Nationalisten, teilnahmen.
Da dieser Protestmarsch unter starker Polizeipräsenz stattfand, wird
vermutet das es sich um ein geplantes Ablenkungsmanöver handelt.
Laut Radiobericht fielen im Parlamentsgebäude
2 Schüsse, es wurde jedoch niemand verletzt. Im Anschluß an
den Protestmarsch kam es in einigen Teilen von Suva zu Unruhen, die
dazu führten, daß etliche Geschäfte geplündert wurden. Auch von Brandstiftung
war die Rede.
Aufgrund dieser
Vorkommnisse wurde vom amtierenden Präsidenten
Ratu Sir Kamisese Mara der Ausnahmezustand
verhängt. Im Rahmen dieses Ausnahmezustandes wurde für den Bereich
Suva eine Ausgangssperre von 18:00 - 06:00 Uhr ausgesprochen.
Wir haben zur Zeit Gäste in Lami,
einem Vorort von Suva, die sich heute morgen noch in der Stadt aufhielten.
Außer das sie zu Fuß ins Hotel zurückkehren mußten, da der gesamte
Verkehr still stand, berichteten sie über keine ungewöhnlichen Vorkommnisse.
Wie sie uns telefonisch mitteilten, waren sie zuvor noch am Regierungsgebäude.
Wir hoffen, daß es in den nächsten
Tagen zu einer Entspannung dieser Situation kommt und die vom Volk
gewählte Regierung ihre Arbeit wieder aufnehmen kann.
Während des gesamten kam es zu keinerlei
Einschränkungen des nationalen und internationalen Flugverkehrs.