Tapa
wird auch häufig Masi genannt ... Die Herstellung dieses besonderen Stoffes erfordert 10 Schritte:
- Während der Mann Maulbeerbäume nieder schneidet
fertigt die Frau eine Schablone mit dem endgültigen
Muster.
- Der Maulbeerstamm wird geschält, in Wasser gestellt zum
Aufweichen und dann mit einer von sechs unterschiedlichen Muscheln
ausgekratzt, sodass alle Flüssigkeit entzogen wird.
- Der Stamm wird dann mit einem Hammer geschlagen und zerstoßen,
sodass sich das Gewebe ausweitet.
- Der papierartig dünne Stoff wird in der Sonne zum
Trocknen ausgebreitet und mit Steinen beschwert.
- Sind die Stoffe trocken so können Sie bemalt werden ...
dafür wird erst ein kleines Stück gekochter Pfeilwurz
gehäutet und die Oberfläche mit Wasser beschmiert
... Klebstoff ...
- Dieser Pfeilwurz wird dann an die Oberfläche eines
Holzblockes mit verschiedenen Stempelmustern geschmiert.
- Der Stoff wird auf diesen Holzblöcken ausgebreitet.
- Das Pulver eines trockenen roten Tonklumpens wird in eine
Schale gegeben, ein altes Tapastück wird zerknüllt
und mit Wasser befeuchtet. Damit wird dann die rote Tonfarbe über
die Oberfläche des Stoffes geschmiert, der dadurch die
im Holzblock eingekerbten Muster annimmt.
- Kleine Löcher in der ersten Lage Tapa, Resultate aus
Knoten in der Oberfläche des Baumes, werden mit Kleber
und kleinen Taparesten gestopft.
- Eine weitere komplette Lage Tapa kommt oben auf. Auch
auf diese Lage kommt wieder roter Ton bis das Muster
klar erkennbar
ist.
Die unterschiedliche Qualität von Tapa ergibt sich aus
der Anzahl der Lagen, wie sorgfältig die Löcher geflickt
wurden und wie die Farbe aufgetragen wurde. Tapa war von je her ein wichtiger Bestandteil des zeremoniellen
Lebens. Zu Beerdigungen beispielsweise wurde der Leichnam in
Tapa gewickelt, bevor er in das Grab gelegt wurde. Aber auch
zu Hochzeiten, Geburten oder zu spezieller Verehrung wurde Tapa
verwendet. Zu Hause diente es zur Dekoration oder als eine Art
Vorhang an den Fenstern. Ganz früher wurde Tapa / Masi auch
als Kleidungsstück genutzt. Auch heute noch werden teilweise riesige Tapa-Bahnen
für Zeremonien angefertigt, die die Häuptlingsfamilie
betreffen. Da kann es schon vorkommen, dass bis zu 30 Frauen
an einem Stück,
das mehrere Meter lang werden soll, arbeiten und dabei Lieder
singen ... Beliebte Motive sind Bures, Kanus, Blumen und Schildkröten.
Spezielle Muster sind allerdings den Königsfamilien Tongas
oder sonstigen hohen Rängen vorbehalten. Tapa-Bahnen können
ganze Geschichten erzählen, wenn man die Muster zu deuten
weiß ...
So wie es auf den Fidschi Inseln über 200 verschiedene Dialekte
gibt, hat auch bald jeden Insel, jeder Landstrich seine eigene
Art was die Muster des Tapas betrifft
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