| Einige Weisheiten (aus der Abaca-Gegend)
...
Wenn der lange Schweif des TUA LEITA (des Kometen) über
die Koroyanitu Bergkette zieht,
dann ist das ein Zeichen dafür, dass ein Häuptling
gestorben ist.
Wenn der Vevewa, die Eule, singt, dann bedeutet dies, dass jemand
im Dorf schwanger ist.
Geht der Vollmond über den Bergen auf, so ist dies ein
guter Zeitpunkt, Feldfrüchte zu
Pflanzen und Bäume zu fällen, die später für
den Hausbau verwendet werden. Da zu dieser Zeit
keine Insekten oder Würmer in den Bäumen hausen können
sie ungetrost die nächsten 10 Jahre
gelagert werden.
Geschichten
Wie die Banane nach Fidschi kam ...
Auf einem Hügel in Tailevu lebten eine Frau und ihre bezaubernde
Tochter mit Haaren schwarz wie die Nacht und einem Gesicht, in
dem sich die Sonne wiederspiegelte.
Die Mutter war eine sehr selbstsüchtige Frau, die nicht
wollte, dass ihre Tochter von anderen gesehen wurde, daher
sperrte sie sie zu Hause ein, abgeschirmt vom Rest der Welt.
Mit jedem
Jahr wurde die Tochter noch schöner und je mehr die Mutter
sie wegsperrte, desto neugieriger wurde das Mädchen.
Eines Tages, als die Mutter zum Fischen hinaus fuhr, fragte die
Tochter, ob sie in der Zwischenzeit einen Spaziergang machen
dürfe. Mit der Bedingung, vor Sonnenuntergang zurück
zu sein, bekam sie die Erlaubnis. Das Mädchen aber war so überwältigt
von der Schönheit der Bäume und Blumen, dass es die
Zeit vergaß und schon bald von Dunkelheit umhüllt
war.
Da tauchte ein junger Mann auf und die beiden redeten die ganze
Nacht. Als der Hahn krähte, realisierte das Mädchen,
wie lange es schon fort war und sprang auf. Der junge Mann
streckte seine Hand zum Abschied, doch als seine Silhouette im
Morgengrauen
verschwand, hielt das Mädchen immer noch seinen Arm und
seine Hand in ihren Händen.
Das Mädchen ging zurück nach Hause und erzählte
ihrer Mutter was passiert war. Später am Tag nahm das Mädchen
die Hand und den Arm und pflanzte sie in den Garten neben dem
Haus.
Nach nur wenigen Tagen tauchte ein Spross auf und ein paar Monate
später wurde daraus ein Baum, der Früchte trug in Form
einer Hand mit Fingern. So kamen die ersten Bananen nach Fidschi.
Die Kokospalme, der Baum des Lebens ...
... denn er sorgt für Nahrung, ein Dach über dem Kopf,
eine Schlafstätte, Kleidung, Baumaterial und für Nutzgegenstände
wie Körbe, Fächer und Besen. Sogar die leere Hälfte
einer Kokosnuss findet noch Gebrauch - als Bilo, aus der Kava
getrunken wird. Das zähe Fasergeflecht um die Nuss ist nicht
leicht zu durchdringen - am besten nimmt man einen Holzstock
(Doko) zu Hilfe - dient geflochten aber wunderbar als Strick.
Die grüne junge Nuss (Bu - Trinknuss) hat ein schlabberiges
Fruchtfleisch, das bei einer braunen Nuss (Niu - Kochnuss) bereits
fest ist, später dann sogar zu einer styroporähnlichen
Masse wird.
Kokos-Creme wird gewonnen, indem das geraspelte Kokosfleisch
mit ein wenig Wasser in einem Tuch ausgepresst wird. Viele traditionelle
Gerichte wie z.B. Kokoda werden damit verfeinert.
Kokosöl, versetzt mit Mokosoi oder anderen Duftstoffen,
ist beliebt, um die Haut weich zu erhalten.
Neuerdings wird das gesprenkelte Holz der Palme gerne dazu verwendet,
Designer-Möbel zu produzieren, wie beispielsweise von der
Firma Pacific Green.
Und weshalb wird man nicht von einer von der Palme fallenden
Kokosnuss erschlagen? Weil jede Nuss drei Augen hat: Zwei, um
nach links und recht zu sehen und ein Auge, um nach unten zu
blicken und sich abzusichern, dass niemand darunter her läuft,
wenn die Nuss sich dazu entschließt, zu fallen. |
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