Lovo Feast - Erdofen Fest oder
Speisen aus dem Erdofen:
Sie fragen sich, wie das funktionieren soll, dass Essen im Erdofen
zubereitet wird? Ganz einfach:
Es werden Steine gesammelt, die auf eine kleine Biege
Holz gelegt werden. Mehr Holz kommt dazu, dann wird ein Feuer
entfacht. Ideal zum anfeuern eignet sich Kokosnuss-Faser.
Sobald die Steine weiß werden vor
Hitze, wird das darum liegende restliche Holz entfernt und
die Steine werden ausgebreitet.
Dann wird das Essen auf den Steinen verteilt – üblicherweise
kommen unten Wurzelgemüse, Taro und Brotfrucht hinein, dann
darüber Fisch, Lobster, Fleisch und Palusami – oben
drauf kommen wieder Steine.
Das Ganze wird mit Bananenblättern abgedeckt und isoliert,
damit die Hitze bestehen bleibt und das Essen garen
kann. Die Dauer des Garvorgangs hängt ganz von den
Zutaten ab.
Ist ein Dorfhäuptling anwesend so geht der Kopf des
gegarten Fisches oder Schweines an ihn, der Rest ist
für
die Allgemeinheit.
Meist werden Lovos (Fidschi) / Umus (Tonga, Samoa, Niue) sonntags
für nach dem Kirchgang oder zu bestimmten Anlässen
gekocht. Die Zubereitung ist und bleibt ein wichtiger traditioneller
Bestandteil der Kultur.
==> Anlässlich einer Hochzeit unserer Gäste, konnten
wir im Wananavu Beach Resort den Ablauf eines Lovos mit verfolgen
und
möchten Sie anhand dieser Bilder daran teilhaben lassen. -
Bitte beachten Sie, dass hier auch Alufolie und Plastikplane eingesetzt
werden, um den Garungsprozeß zu beschleunigen und unsere
empfindlichen Mägen vor Aschenresten und Schmutz zu schützen.
Eine Spezialität aus dem Erdofen, die
ursprünglich aus Samoa stammt, aber auch sonst beliebt ist,
ist beispielsweise Palusami:
Dafür werden junge Taro-Blätter gesammelt und
zu kleinen Tassen geformt. Frische Kokosnuss wird ausgekratzt,
das Fleisch mit Wasser vermischt
und dann ausgewrungen. Diese Kokosmilch wird in die Tassen gefüllt,
versehen mit Fisch, Fleisch, Gemüse oder einfach nur so und zu viereckigen
Päckchen
weiter geformt. Diese werden mit Brotfruchtblättern umhüllt, mit
Fasern des Baumes zusammen geschnürt und zur Seite gelegt, bis die Steine
die richtige Temperatur erreicht haben.
Eine weitere spezielle Besonderheit Samoas ist Masiulu – dafür
wird Brotfrucht (insgesamt gibt es hiervon 27 verschiedene Sorten)
in einem großen Erdloch vergraben und über Wochen
oder sogar Monate dort gelassen. Nach Belieben werden Stücke
entfernt und zu speziellen Brotfrucht-Keksen im Erdofen gebacken.
Ebenso merkwürdig ist die Zubereitung folgender Spezialität:
In eine Kokosnuss wird ein Loch gebohrt, sodass Luft hinein kann.
Dann wird das Loch wieder mit einem Korken verschlossen und die
Nuss zwischen Steine ins Meer gelegt. Nach etwa einer Woche haben
das Fleisch und die Kokosmilch begonnen zu gären. Auch wenn
angeblich die Verdauung dadurch nicht gerade angeregt wird, aber
es wird behauptet, man lebt dadurch länger und gesünder
...
Was
die Speisen angeht, so gibtes aber auch einige Tabus:
In manchen Dörfern werden spezielle Fische oder andere Tiere nicht gegessen.
Schildkröten beispielsweise sollen Glück bringen und das Töten
einer solchen würde ein schlechtes Omen bedeuten ... Wird ein heiliges Tier
doch geopfert und somit das Tabu gebrochen, so geschieht dies unter besonderen
Ritualen wobei jedes Körperteil in der richtigen Art und Weise zubereitet
werden muss.
Schwangeren Frauen ist es untersagt, Tintenfisch zu essen,
weil dadurch angeblich
die Haut des Fötus rot gefärbt wird – eine spezielle Krankheit.
Auch ist es nicht gestattet, Früchte von einem Baum zu
pflücken,
die noch nicht reif sind, denn dadurch wird der Lebenszyklus des Baumes gestört.
Verstößt jemand gegen diese Sitten so wird mit speziellen Zeremonien
vermieden, dass Krankheit als Bestrafung über die Familie kommt ...
Die Tradition besagt außerdem, dass einem
Verstorbenen Speisen, feine Matten und Tapa-Stoff beigelegt wird,
denn der Körper ist tot, aber der Geist ist noch am Leben
und dieser soll auf seiner Reise nicht hungern und gut ruhen. Denn
muss der Geist erst auf Suche nach Nahrung gehen und den Körper
verlassen und findet dann nicht mehr zurück so könnten
die Geister missmutig werden und zurück zur Familie kommen
sich beschweren ...