| Üblicherweise hat ein Jahr 12 Monate und der
Kalender dementsprechend auch. Aber auf den Fidschi Inseln ist
das alles anders ... Denn der Fidschianische Kalender setzt sich auch
nur 11 Monaten zusammen! Diese
sind nach den verschiedenen Ernte- und Fischfang-Saisonen benannt.
Und der Kalender beginnt auch nicht im Januar, sondern im Juni
/ Juli. Vor allem in den ländlichen Gebieten Fidschis halten
sich die Einheimischen auch heute noch an diesen Kalender.
„Vula“ bedeutet Mond bzw. Monat ... das Jahr beginnt
mit den „Vula i teitei”, den Monaten der Bepflanzung
...
„Vula i werewere” steht für die Zeit Juni /
Juli, in der das Land zur Bepflanzung vorbereitet wird. Früchte
wie Kavika, Wi und Dawa werden reif. Auch ist dies die Zeit,
in der nach Kaile und Kawais gegraben wird (wild wachsenden Wurzelgemüse-Arten
aus der Yam-Familie).
Gegen Ende des Monats werden jede Menge Fische an den Küstenufern
gefangen.
„Vula i cukicuki” ist im Juli / August, wenn Erdflächen
aufgeharkt werden, um Yam anpflanzen zu können. Der Boden
färbt sich gelbgrau. Auch zeigen sich nun Ivi-Bäume
in voller Blütenpracht.
„Vula i vavakada” ist im September, wenn die jungen
Yam-Pflanzen an Schilfrohre gebunden werden, damit sie daran
in die Höhe klettern können. Es ist außerdem
der letzte Monat der regulären Pflanz-Saison. Frangipani-Bäume
(Bua) treten in volle Blüte und ihr Duft durchströmt das
ganze Land. Man kann sie aber das ganze Jahr über sehen
- nur nicht in voller Blüte und dieser Menge.
Die vier anschließenden Monate sind nach Fischen benannt:
Oktober wird „Vula i balolo lailai” genannt, da
sich nun der Balolo, ein Meerswurm, langsam in den Riffgebieten
ausbreitet. Kaile und Brotfrucht gibt es in Hülle und Fülle.
Es beginnt auch die Zeit der Mangos – die Kinder können
es kaum erwarten und klettern bis in die Baumwipfel. Bis Dezember
gibt es nun diese leckeren Früchte in unterschiedlichen
Formen und Farbschattierungen. Die kalorienarme Wassermelone
gibt es zur selben Saison.
November ist der „Vula i balolo levu“, denn nun
tummeln sich große Scharen an Balolo-Fischen im Meer. Bananen
wachsen in riesigen Bündeln, Tivoli (eine weiterer Teil
der Yam-Familie) ist zum Eingraben bereit.
Der Dezember, der „Vula i nuqa lailai”, ist nach
ersten Scharen von Nuqa-Fischen benannt. Auch Brotfrucht wird
zu dieser Zeit angepflanzt.
Der „Vula i nuqa levu” folgt im Januar mit großen
Zahlen dieser Fische. Nun werden auch die Schilfrohre mit den
hoch gerankten Yams ausgegraben und gelagert. Die Bäume
werfen Ihre Blätter ab - wie man es vom Herbst her kennt
und die Orangen hängen
pflückbereit
an den Bäumen.
Der April heißt „Vula i gasau” - Schilfrohre
beginnen neu zu sprießen. Es ist Hausbau-Zeit.
Der Mai wird auch als „Vula i doi” bezeichnet, da
nun der doi-Baum in voller Blüte steht und Tarawaus (eine
Frucht) reif wird.
Das ganze Jahr über wachsen Pawpaw (Papayas / Mummy Apple),
eine der beliebtesten, leckersten und gesündesten Früchte
im Pazifischen Raum. - Ausgesprochen wird Pawpaw wie bei uns „Popo”.
Sonnengereifte Bananen, reich an Vitamin A,C und Kalzium wachsen
ebenfalls ganzjährig und sind ein guter Energiespender. Bananen
brauchen sehr viel Wasser, um gut wachsen zu können.
Ananas-Früchte sind vor allem gekühlt sehr lecker.
Reich an Bromelin sind sie bestens geeignet, zähes Fleisch
zu erweichen.
Kokosnüsse gibt es ebenfalls das ganze Jahr über in
jeder erdenklichen Variante. Auch Passionsfrucht gibt es zu bestimmten
Zeiten so viele, dass sie auf den Märkten sehr günstig angeboten.
Ein Besuch auf einem lokalen Markt - wenn möglich einem kleinen
Dorfmarkt - lohnt sich auf jeden Fall. Die Früchte sind absolut
frisch und schmecken um ein Vieles besser als die, die man in
Europa in Feinkostgeschäften für teures Geld bekommt.
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