Hier ein kleiner Überblick,
wie in dem Dörfchen Abaca - beispielhaft für fidschianische
Dörfer
im Allgemeinen - Pflanzen angebaut werden:
In den Gärten um die Häuser werden Bäume gepflanzt
zum Schutz vor Erdrutschen. Beliebte
Pflanzen sind Yacona (Kava), Jaina (Banane), Vudi (Kochbanane), Doko (Taro-Wurzel),
Kavika
(Malay-Apfel), Kulu (Brotfrucht), Niu (Kokosnuss) und Maqo (Mango). Zierpflanzen
wie
beispielsweise der farbenfrohe Senitoa (Hibiskus), der duftende Bua Ni Vavalagi
(Frangipani)
und viele andere Blumen werden ebenso um die Häuser gepflanzt.
Die Gemüse-Plantagen werden hauptsächlich in den tiefen Boden entlang
der niedrigeren Hänge
der Berge gelegt. Hier findet man Yacona, Doko, Doko Ni Rana, Vudi, Jaina,
Maoli (Papaya),
Madirini (Mandarinen), Moli Taiti (süße Orange), Kavika, Papukeni
(Kürbis), Boro (Chilischoten)
und Tovu (Zuckerrohr). Alle Pflanzen werden in einem gemeinsamen Garten gehegt
und gepflegt.
Auf frisch kultiviertem Boden werden üblicherweise zuerst Uvi (Süßkartoffeln)
gepflanzt.
Nach der Ernte treten an deren Stelle Doko und Tavioka (Cassava). Eine weitere
wichtige und
nährreiche Pflanze ist der Hibiskus-Spinat, örtlich auch als Sasau
oder Bele bekannt. Sasau
und Bote (Spinat der Taro-Blätter) sind die beiden meist-gekochten grünen
Gemüsearten, die in
den Dörfern gegessen werden.
Unterhalb des Dorfes, weiter zur Straße hin, befinden sich die Gärten,
die öfter genutzt werden.
Daher wachsen hier auch weniger Bäume, sodass mehr Sonnenlicht einstrahlen
kann. Begehrte
Pflanzen hier sind Tavioka, Kumala (Süßkartoffel), Doko, Vudi, Uvi,
Wassermelonen, Bohnen,
Auberginen, Tomaten, Kürbis und Sila (Mais).
Der Fluß ist zudem eine wichtige Quelle, genauer gesagt die Hauptquelle
für Wai (Frischwasser),
das zum Kochen, Trinken, Baden, Schwimmen, Wäschewaschen und Abwaschen
verwendet wird. Zudem
dient er zum Angeln, Iqoliqoli. Es werden drei verschiedene Arten von Krabben
hier gefangen:
Ura Du, Kadu und Tokoi, zwei Arten von Schalentieren (Takau und Cici) und Aale
/ Thunfisch.
Entlang des Flussbettes werden ebenfalls Süßkartoffeln gepflanzt.
Desweiteren werden zahlreiche "wilde" Nahrungsmittel gegessen. Die
wichtigsten sind Sarau
(wilde Süßkartoffel) and die jungen Blätter des Wildfarnes
(Saulaki, Bacibaci und Turalo).
Ausserdem werden die Blätter anderer wilder Farne aus trockenen Regionen
gesammelt (Kavidi
und Mata), welche zum Ausstopfen unter den Pandanus-Matten auf den Fußböden
der Häuser verwendet
werden.
Aufbau der Dörfer:
In den Dörfern selbst bilden die Bures, in denen die Einheimischen Familien
wohnen, einen Kreis
um die zentrale RARA. Dies ist eine Grünfläche, die in der Mitte
des Dorfes liegt. Sie wird von
Kindern und Jugendlichen zum Spielen verwendet, stellt aber zu besonderen Anlässen
auch Schauplatz
dar für Feste und Zeremonien wie beispielsweise Hochzeiten oder Beerdigungen.
Meist befindet sich
auf dieser Fläche auch das Lali, die Trommel, mit der Zeremonien eingeleitet
oder Dinge
angekündigt werden.
Na Koro ist der Fidschianische
Begriff für „Dorf“.
Ein solches Dorf setzt sich üblicherweise aus den
Personen eines Stammes zusammen, an dessen Spitze ein Häuptling
steht, der sogenannte Tui. Ihm zur Seite steht der Bete,
der Anwärter
um den Häuptlingsposten, gefolgt von den vom Häuptling
ernannten Oberen, den Mata-ni-vanua und darunter der restliche
Clan, sprich die Köche, Jäger und Fischer. Ein
weiterer Teil des Clans existiert heute nicht mehr. Der sogenannte
Bokola setzte sich aus den Gefangenen kriegerischer
Stämme zusammen, die als Teil des Dorfes mitgezählt
worden waren.
Beim Stammestreffen wird der Turaga-ni-Koro, der Bürgermeister
/ Sprecher des Dorfes gewählt. Er organisiert Treffen zwischen
den Dorfbewohnern oder zwischen verschiedenen Dörfern und
informiert den Tui über die entsprechenden Ergebnisse. Jeden Tag der Woche stehen andere Arbeiten in der Dorfgemeinde
an: beispielsweise Kirchenarbeit, Schule oder Aufräumarbeiten
müssen an den Werktagen erledigt werden. Da alle Fidschianer
christlich sind gehört der Samstag der Vorbereitung des
Essens, etc. An Sonntagen geht es dann in die Kirche, den restlichen
Tag wird geruht, gegessen und mit der Familie verbracht.
Jeder Tag ist unbeschwert, denn in Fidschianischen
Dörfern
gibt es keine Uhren ...
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